Freie Geldwahl für freie Menschen

Wenn es darum geht, Freiheit zu erlangen, ist ein freier Währungswettbewerb unerlässlich. Am Euro gibt es viel zu kritisieren, besonders, dass er sich nicht zum Sparen eignet. Er ist konstruktionsbedingt inflationär und gerade in den letzten Jahren merken die Menschen durch steigende Preise, was es bedeutet, wenn die Geldmenge stark ausgeweitet wird. 

Bis zum 3. Januar 2009 war es das Gold, welches Kritiker des Währungssystems präferierten, um Wert zu speichern. Seit diesem Datum hat sich etwas bahnbrechend geändert. Es ist die Geburtsstunde des Bitcoin-Netzwerkes, die durch den ersten geschürften Block eingeläutet wurde. Das Gold bekam plötzlich Konkurrenz von einem digitalen, nicht kopierbaren und nicht inflationären Gut.

Meine Reise in den Kaninchenbau

Bitcoin ist eine Technologie, die mich seit den frühen Tagen fasziniert. Der Kurs notierte bei nur wenigen Dollar, als ich mich das erste Mal mit diesem neuen weltweiten Zahlungsnetzwerk beschäftigte. Durch ein Online-Magazin stieß ich auf das digitale Gold und ahnte damals nicht, wie groß dieses Projekt werden würde. 

Ich war schon immer begeistert von neuen Technologien und entschied mich, Bitcoin mal auszuprobieren. Nicht nur Transaktionen wollte ich tätigen, oder Bitcoin als reines Spekulationsobjekt betrachten, sondern tatsächlich erleben, wie das digitale Gold geschürft wird. Damals lohnte sich das Mining auf herkömmlichen Prozessoren schon nicht mehr und ich schürfte meine ersten Bitcoins mit einer Grafikkarte, im Verbund mit anderen, in einem Pool, um meine Chancen zu erhöhen, einen Block-Reward zu erhalten. Die Mining-Pools dienen dazu, die Rechenleistung mehrerer Miner zu bündeln und die Belohnung für einen gefundenen Block je nach eingebrachter Rechenleistung auf die Teilnehmer des Pools aufzuteilen. 

Doch als ich ergründet hatte, wie diese Technologie in der Praxis funktioniert, verlor ich schnell wieder das Interesse, da ich noch nicht verstand, dass ich gerade an einer monetären Revolution teilgenommen hatte. Ich erkannte die Vorteile von Bitcoin gegenüber dem Euro nur bruchstückhaft, da ich mich nie mit Geldtheorie auseinandergesetzt hatte. Später löschte ich sogar meine Wallet, weil mir der Aufwand, mich an einer Börse anzumelden, um meine Bitcoins in Euro zu tauschen, zu hoch erschien, angesichts der paar Euro, die meine geschürften 0,5 Bitcoin einbringen sollten. 

Ja, ich bin für den unwiederbringlichen Verlust von einem halben Bitcoin verantwortlich! Viele der 21 Millionen Bitcoin, die jemals erschaffen werden können, sind bereits solchen Dummheiten zum Opfer gefallen. Doch meine Reise in Bitcoins Kaninchenbau hörte an dieser Stelle nicht auf.

Gekommen um zu bleiben

Im Jahr 2016 wurde ich wieder auf Bitcoin aufmerksam, da sich der Kurs bereits im dreistelligen Bereich befand und die Medien das Thema wieder häufiger aufgriffen. Ich informierte mich nun über technische Hintergründe und die notwendigen Eigenschaften von gutem Geld. Ich war mittlerweile davon überzeugt, dass Bitcoin irgendwann unser aktuelles Geldsystem ersetzen wird und tätigte eine Investition an einer Börse, da sich das Mining in Deutschland aufgrund der hohen Energiepreise nicht mehr lohnte. 

Bitcoin hatte mich zurück und ich erlebte über die Jahre einen wilden Ritt. Im Wechsel wurde Bitcoin hochgeschrieben und wieder für tot erklärt. Unzählige „Shitcoins“, wie wir Bitcoiner die alternativen Krypto-Währungen nennen, erblickten das Licht der Welt und verschwanden wieder in der Bedeutungslosigkeit. Doch Bitcoin war gekommen, um zu bleiben. Denn diese digitale Münze ist nicht wie alle anderen. 

Die Coins werden nicht einfach aus dem Nichts geschürft und an ahnungslose Investoren verkauft, denen ein hoher Gewinn versprochen wird. Bitcoin ist auch nicht der erste Versuch, ein kryptografisches Geld zu erschaffen, aber bisher der erfolgreichste, da er viele Probleme löste, die vor ihm nicht gelöst werden konnten. Zum Beispiel das Problem zu verhindern, dass Coins mehrfach ausgegeben werden können – das Double-Spend-Problem.

Bitcoin ist für mich ein wichtiges Werkzeug, meine Freiheit zurückzuerlangen. Regierungen haben nicht ohne Grund eine panische Angst vor ihm und seinen Nutzern. Bitcoin ist uneintreibbar (unconfiscatable), unzensierbar und unterliegt keinen staatlichen Einschränkungen. Bitcoin kennt keine Grenzen und ermöglicht einen direkten Handel zwischen Individuen, ganz ohne Mittelsmann. 

Deswegen möchte ich Sie, verehrte Leser, hier in dieser Kolumne beim Sandwirt monatlich über die Eigenschaften und Vorteile von Bitcoin informieren und aktuelle Themen in den Kommentaren mit Ihnen besprechen.

4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Mir geht es genau andersherum. Mir ist der Aufwand, mich an einer Börse anzumelden…., um € in BTC zu tauschen zu unhandlich und zu teuer. Somit kann ich die Aussage vom „direkten Handel zwischen Individuen“ nicht so recht nachvollziehen. Und ja, ich weiß, daß – einmal im Besitz von BTC – ich direkt mit anderen Individuen handeln kann, nicht aber anscheinend beim Start-Erwerb.

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    • Nach 14 Jahren Existenz hat Bitcoin eine beeindruckende technische Infrastruktur aufgebaut und diese wird weiter dynamisch wachsen. Stand heute ist es wirklich schon sehr einfach, Bitcoin von einer Geldbörse (Wallet) auf eine andere zu transferieren. Nötig ist dafür nur irgendein Computer (z.B. ein Smartphone) aber keine Bank oder Zahlungsdienstleister. Sogar für eine Sofort-Überweisung ans andere Ende der Welt sind die Gebühren verschwindend gering. Solange es noch kaum Möglichkeiten gibt, für seine Arbeit in Bitcoin bezahlt zu werden, muss man für den Einstieg in diese neue, gute Welt Euro in Bitcoin tauschen – daran führt nunmal kein Weg vorbei. Aber auch hier gibt es schon verschiedenste Möglichkeiten, nicht nur die (zu recht) in der Kritik stehenden Kryptobörsen.

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