Warum wir den Euro nicht brauchen

Das Schöne am Sommertheater ist das Sommertheater. Dieses Jahr werden wir besonders hingebungsvoll bedient, was das angeht. Nein, damit meine ich nicht die aktuellen bewegenden Ereignisse, die tektonische Plattenverschiebung in der deutschen Parteienlandschaft, die – mit Zwischenstation in Sachsen-Anhalt – das Ende des Systems der Kartellparteien einläutet. Wir erleben live und in Farbe, wie das gesamte System durch die atemberaubende Kombination von Inkompetenz und Arroganz der Macht, vereint in der Gestalt von Bundeskanzler Merz unter maximaler Beschleunigung und ohne einen Moment des Innehaltens an die Wand rauscht. Bis zuletzt glaubt die politische Elite des Landes, die Wand würde durch Hupen weggehen, aber sie tut es einfach nicht. 

Das Resultat: Das System der Lügen, auf denen das Narrativ der gesamten politischen Klasse aufgebaut ist, fängt an zu kollabieren. Stürzt das System, stürzen auch seine Bestandteile und jede einzelne der Lügen wird dadurch für alle offenkundig. Der Kaiser ist nackt. Nicht einmal, nicht zweimal, nein, ein halbes Dutzend Mal. Er ist nackt beim Thema Energie und Klima, nackt bei der Wirtschaft, nackt beim Krieg, nackt bei der Migration, nackt beim Thema Groß-Buntistan und Wokeria und – last not least – nackt bei der ältesten und alle anderen Lügen tragenden Lüge von allem: Dem Geldsystem. 

Das Geldsystem ist Fundament und Krone des Lügensystems zugleich. Es ermöglicht den großflächigen Diebstahl der Arbeits- und Lebensleistung der Mehrheit der Menschen durch Inflation, Cantillon-Effekt, Insider-Trading und viele weitere Formen der Beraubung und finanziert mit diesem Geld all die anderen Lügengespinste, mit denen man die Gesellschaft überzogen hat. 

Die Zentralbank ist der Schneider der neuen Kleider des Kaisers. Sie sieht sich als zuständig fürs Klima, für die Gleichstellung, für die Staatsfinanzierung und damit auch die Kriegsfinanzierung, sie verbirgt die Wahnsinnskosten der Migration und genug bleibt übrig für das korrupte Unwesen der NGOs, des Geheimdienstkomplexes und der globalen Gießkanne namens Klima- und Entwicklungshilfe. Das Geldsystem ist der Maschinenraum unseres ganzen entgleisten Gemeinwesens. 

Es kann daher nicht verwundern, dass seine sonst stillen Vertreter (man möchte schließlich nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, die Leute könnten sonst noch auf falsche Gedanken kommen und die falschen Fragen stellen) durch die aktuellen Frontalangriffe der Opposition in Deutschland, insbesondere Frau Dr. Alice Weidel, die offen den Austritt Deutschlands aus dem Euro gefordert hat, nun doch aus ihren Schießscharten herausschauen und anfangen nervös zu werden. Denn die Opposition im Lande hat rausgefunden, dass auch der Apparat, der sie von der Macht fernhalten soll, egal ob mit demokratischen oder undemokratischen Mitteln, von diesem rechten Arm des Leviathans finanziert wird. 

Und seit Corona und Klima ist klar: Wenn die Vertreter eines Lügennarrativs ihre propagandistischen Geschütze auffahren, dann ist das Motto ihrer Angstmacherei „Ihr werdet alle sterben!!!“. Ihr Bocksgesang schwillt in einem Bad von Vitriol an und wird schriller noch im Untergang. Drunter machen wir es nicht mehr. 

Was bekommen wir da zu hören? 

  1. Die Exportnation kann ohne den Euro nicht mehr exportieren, weil die neue D-Mark schlagartig aufwerten würde, was die Konkurrenzfähigkeit zerstörte. Die Deindustrialisierung würde sich beschleunigen. 
  2. Die Industrie würde „gelähmt“ werden.
  3. Unsere Auslandsvermögen würden über die D-Mark-Aufwertung entwertet werden. 
  4. Die Transaktionskosten des internationalen Handels und Zahlungsverkehrs würden explodieren. 

Wir werden also alle sterben. Sag ich doch. 

Das ist natürlich ein ökonomischer Quatsch aus der Liga von „Fratzschers Flatulenzen“, dem Kontraindikator für sinnvolle ökonomische Aussagen schlechthin. Wo fange ich da an? Am besten beim Zeitvergleich, den verstehen die Leute eigentlich fast immer. 

Vergleichen wir die Zeit vor dem Euro und nach Einführung des Euro, dann stellen wir nämlich verwundert fest: Seitdem wir uns dieses Prokrustesbett von einem Geld ans Knie getackert haben, wächst der Wohlstand in Deutschland nicht mehr.  

Deutschlands Produktivitäts- und Wirtschaftswachstum war zu D-Mark-Zeiten offensichtlich viel höher als zu Eurozeiten, das gleiche gilt für die Exportüberschüsse. Der einstige Exportweltmeister Deutschland wird aktuell von China regelrecht deklassiert und der Grund ist einfach: Es ist die Kombination von schlechter Wirtschaftspolitik und dem Fehlen eines Notventils flexibler Wechselkurse. Verschlechtert sich die Wettbewerbsposition eines Landes, so führt die Abwertung seiner Währung auf den internationalen Devisenmärkten dazu, dass sich seine Exporte verbilligen, was die Wettbewerbsfähigkeit wieder herstellt, allerdings um den Preis sich verschlechternder „Terms of Trade“, also dem Verlust von Kaufkraft im Ausland. Es ist ja logisch: Wenn meine Währung abwertet, ist halt an der Hotelbar im Ausland nicht mehr so großspurig der Schampus angesagt, als wenn es umgekehrt läuft.  

Die D-Mark hat auch von 1971 bis 1999 gegenüber den anderen Währungen immer aufgewertet, weil die Bundesbank im Gegensatz zu den anderen Ländern von Anfang an eine Hartwährungspolitik betrieben hat. Das waren noch Zeiten, als die Zentralbank die Inflation noch bekämpft hat, was? 

Nach dem Auseinanderbrechen des Bretton-Woods-Systems durch die Entkopplung des US-Dollars vom Gold im August 1971 (der sogenannte. „Nixon-Schock“) kam es aufgrund der deutschen Überschüsse (die wiederum das Resultat seiner überlegenen Wettbewerbsfähigkeit waren) regelmäßig zu Aufwertungen der D-Mark. Der Grund war einfach, dass die Überschüsse zu einem Nachfrageüberhang der Handelspartner nach Deutscher Mark führten, um deren Defizite uns gegenüber bezahlen zu können. 

Langfristig war das aber neutral, weil sich zeigte, dass die Währungen sich im Wesentlichen entlang der Inflationsdifferenzen zwischen den Ländern bewegten und dem relativen Kaufkraftparitäten-Theorem folgten, welches besagt, dass eine Währung, die einer höheren Inflation unterliegt, abwerten muss gegenüber einer Währung mit einer niedrigeren solchen. Ist eigentlich logisch, denn wäre es anders würde es Arbitragemechanismen geben, die die realen Preisdifferenzen bei fixen Wechselkursen ausnutzen (was übrigens in einem System fixer Wechselkurse auch genau so passiert und damit den Anpassungsdruck aufbaut). Das bedeutet, dass es allenfalls kurzfristige Wirkungen der Wechselkurse auf die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes geben kann, das Geld aber ansonsten neutral ist. Inflationsdifferential und Wechselkurs folgen dem identischen Trend, wie die Empirie am Beispiel D-Mark/US-Dollar zeigt.  

Jedes Mal, wenn die D-Mark aufwertete, war das Geschrei groß wegen der angeblich nicht mehr bestehenden Wettbewerbsfähigkeit, aber das übersieht mehrere Dinge: Erstens werden die Importe billiger, damit steigt die Kaufkraft der Leute und der Lohndruck auf die Unternehmen fällt. Zweitens werden Zulieferkomponenten aus dem Ausland billiger, was in der international hoch integrierten Produktion eine große Entlastung der Unternehmen darstellt. Und drittens führt der Druck auf die Unternehmen dazu, dass ihre Produktivität ständig schneller steigt als ohne diesen Druck. Deshalb war das deutsche Wachstum früher höher als das der Nachbarn: Man kann eben einen durchtrainierten Körper nicht mit einer Diät von Zucker, Fett und Nichtstun bekommen und das gilt nicht nur in der Biologie, das gilt auch in der Ökonomie. 

Wobei der Euro noch eine andere, wirklich unerwünschte und aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit absichtlich herausgehaltene Nebenwirkung hat. Wenn wir innerhalb des Euroraums Überschüsse erzielen (was wir viele Jahre lang getan haben), dann bekommen wir dafür kein Geld, keine Euros, wir bekommen stattdessen Gutschriften auf einem Bierdeckel namens Target 2. Diese Forderungen werden niemals bezahlt werden. Wir zahlen unsere Überschüsse also selbst und geben diese Waren im Grunde kostenlos ab bzw. verschenken sie. Mittlerweile türmen sich diese – übrigens unverzinsten – Forderungen Deutschlands an seine „Partner“ auf über eine Billion Euro. Es ist die mit Abstand größte Position in der Bilanz der Bundesbank und reflektiert die Rolle Deutschlands als Zahlmeister im Eurosystem wie wenige andere Zahlen. 

Bemerkenswert ist immerhin, dass es die deutsche Wirtschaftspolitik  geschafft hat, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands auch innerhalb der EU dramatisch zu verschlechtern, denn seit 2020 stagniert der Target-2-Saldo Deutschlands. Die gute Nachricht daran: Wir verschenken unsere Exportüberschüsse im innereuropäischen Handel nicht mehr, weil wir – und hier kommt die schlechte Nachricht – keine mehr erzielen und weil auch die Investitionsbilanz, also die frühere Kapitalflucht aus der Rest-EU nach Deutschland aufgehört hat. 

Welche Vermögenswirkung auf die Ersparnisse der Deutschen hätte ein Ausstieg aus dem Euro?

Ob Auslandsvermögen entwertet werden, hängt von der Vermögensform ab. Der größte Teil des Auslandsvermögens liegt in Immobilien und Aktien, die davon überhaupt nicht betroffen sind. Im Gegenteil: Das Ende des ineffizienten Euro würde nicht nur die deutsche Wirtschaft von ihren Fesseln befreien, sondern auch die unserer Nachbarländer. Ihre Wirtschaft würde schneller wachsen, wenn sie den Wettbewerbsverzerrenden Wirkungen eines fixen Wechselkursregimes nicht mehr ausgeliefert wären. Damit würden Aktien und Immobilien auch dort besser performen. Was wahrscheinlich mit Verlusten verbunden wäre sind Auslandsnominalvermögen, also Anleihen, die deutsche Investoren im Ausland halten, weil eine Abwertung des Wechselkurses hier zu unmittelbaren Verlusten führt. 

Positiv betroffen wären hingegen Anleihen und Cash/Barvermögen/Sparkonten im Inland. Für die Sparer in Deutschland würde die Aufwertung ihrer Vermögenswerte gegenüber dem Ausland die Kaufkraft massiv erhöhen. Die Altersarmut würde damit deutlich zurückgedrängt. Die Enteignung der Sparer durch Inflation würde ebenfalls gemindert. 

Nicht zu unterschätzen wäre auch die Verbesserung der Risikobilanz Deutschlands: Die Haftung der Deutschen für die Schulden der anderen Euroländer, die uns schon hunderte von Milliarden an Risiken aufgebürdet hat, wäre endlich beendet. Dass das niemals passieren würde, war ja eines der vielen leeren Versprechen, die man den Deutschen bei Einführung des Euro gemacht hat, um sie einzulullen. Der deutsche Michel war gutgläubig genug darauf hereinzufallen. 

Die Liste der Probleme des Euro ist damit aber keineswegs vollständig, es gibt noch viele weitere Elemente wie zum Beispiel die Tatsache, dass der Euroraum kein optimaler Währungsraum ist, dass die Konstruktion des Euro Anreize zur Überschuldung seiner Mitgliedsstaaten schafft, dass im Direktorium der EZB fast nur ehemalige Finanzminister von hoch verschuldeten Südstaaten sitzen, die schon bewiesen haben, dass sie mit Geld nicht umgehen können, dass die Nullzinspolitik des Euro zur Zombifizierung der europäischen Unternehmen geführt hat und dass der Wahn der EZB fürs Klima zuständig zu sein über die Einführung von ESG die Marktwirtschaft in Europa final zerstören wird. Jeder einzelne Punkt hat ein Desaster-Potential, das so groß ist, dass es alleine reicht, den Kontinent ins absolute wirtschaftliche Chaos zu stürzen. 

Sollten wir also aus dem Euro aussteigen? Ich sage ja, aber wir müssen es sorgfältig vorbereiten, denn dies wird ein Schachspiel, bei dem uns unsere „Partner“ versuchen werden mit allem, was sie haben, in den Arm zu fallen und die Abwicklung der auf Raub konstruierten EZB zu einem letzten großen Raubzug am deutschen Vermögen zu machen. Es lohnt sich daher, über eine Strategie nachzudenken. Zum Beispiel könnten die die Target-Guthaben einsetzen, um damit Gold zu kaufen. Das wären nach aktuellem Kurs etwa 8670 Tonnen, also das Zweieinhalbfache unserer aktuellen Goldreserven in der Bundesbank. Mit dem absehbaren Kursgewinn beim großen Währungs-„Rambo-Zambo“ könnten wir uns für die katastrophalen Kosten, die der Euro angerichtet hat wenigstens teilweise schadlos halten. 

Aber das ist eine andere Geschichte. 

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Der nächste Gang …

1 Kommentar. Leave new

  • Dr. Hanns Jörg Mauk
    16. September 2026 10:28

    Einleuchtend. Nur schwierig für den Laien zu verstehen: Wer verkauft mir Gold für Target Geld, das ich, wenn ich es recht verstehe , realiter nicht habe und auch nie bekomme?

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