Angriff auf den Iran
Nach Einschätzung einiger Nachrichtenportale soll ein Angriff auf den Iran unmittelbar bevorstehen. Bereits diese Woche könnte es losgehen. Eines ist dabei klar: Es geht nicht in erster Linie um den Iran selbst, sondern um die dahinterstehende Großmacht, nämlich China, um dessen Ölversorgung und damit um seine Fähigkeit, den USA strategisch Paroli zu bieten.
Unter dem Titel „China’s Structural Vulnerability“ schrieben die Autoren von fundamentalfinance am 18. Februar 2026:
China ist mit einem Importanteil von rund 70 Prozent seines Rohölverbrauchs der verwundbarste große Energieverbraucher der Welt. Was auf den ersten Blick wie eine bloße Handelsstatistik erscheint, ist in Wahrheit ein geopolitisches Risiko von existenzieller Tragweite.
Die Daten aus dem Oktober 2025 verdeutlichen Chinas Lieferantenstruktur: Iran steht mit knapp zwei Millionen Barrel pro Tag an der Spitze, gefolgt von Saudi-Arabien (ca. 1,6 Mio.), Irak (ca. 1,1 Mio.), Russland (ca. 900.000) sowie weiteren Lieferanten wie Oman, Venezuela, Kuwait und Angola.
Diese Aufstellung offenbart ein fundamentales Problem für Peking: Nahezu die gesamte Lieferkette führt entweder durch maritime Nadelöhre, die von der US Navy kontrolliert werden, oder sie stammt aus Ländern, die unter US-Sanktionen stehen oder sich im amerikanischen Einflussbereich befinden.
Die Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öltransports fließen, ist eine maritime Engstelle, die von der US-Flotte jederzeit blockiert werden könnte. Die Straße von Malakka – das Tor für sämtliche ostasiatischen Ölimporte – wird von US-Verbündeten flankiert. Der Suezkanal liegt in einer Region, die von amerikanischen Militärbasen umgeben ist. China verfügt über keine Hochseeflotte, die diese Routen gegen eine amerikanische Blockade absichern könnte – weder heute noch in den kommenden zehn Jahren.
All dies unterstreicht die überragende Bedeutung Irans für die Volksrepublik China und ihre Wirtschaft. Zwar verfügt China mit Russland über eine Ausweichquelle und hat in den vergangenen Jahren offenbar erhebliche strategische Ölreserven aufgebaut, doch ändert dies nichts an der grundlegenden Abhängigkeit vom Nahen Osten.
Die geostrategische Rolle Irans
Die geostrategische Bedeutung Irans lässt sich kaum überschätzen. Das Land ist gleichzeitig:
- Chinas größter Öllieferant. Seit der erneuten Verschärfung der US-Sanktionen im Jahr 2018 unter Donald Trump haben sich die iranischen Ölexporte nahezu vollständig auf China konzentriert. Was vor 2017 noch ein diversifizierter Absatzmarkt mit OECD-Staaten, Indien und weiteren Abnehmern war, ist faktisch zu einer bilateralen Pipeline geworden: Teheran liefert, Peking zahlt – häufig in Yuan und unter Umgehung des Dollar-basierten Finanzsystems.
- Der Torwächter der Straße von Hormus. Die iranische Küste erstreckt sich über die gesamte Nordseite dieser strategischen Meerenge. Jeder Tanker aus Saudi-Arabien, dem Irak, Kuwait oder den Emiraten muss an der iranischen Küste vorbeifahren. Eine Kontrolle über Iran bedeutet de facto eine Kontrolle über den Öltransit des gesamten Persischen Golfs.
- Ein Testfall für eine sanktionsresistente Ordnung. Die iranisch-chinesische Ölachse stellt den bislang erfolgreichsten Versuch dar, ein Handelsregime außerhalb der US-dominierten Finanz- und Handelsarchitektur zu etablieren. Jedes Barrel, das von Iran nach China fließt, umgeht SWIFT, den Dollar und das westliche Bankensystem. Für Washington ist dies nicht nur ein wirtschaftliches, sondern ein systemisches Problem.

Die logische Konsequenz daraus ist, dass China sich einen Verlust Irans nicht leisten kann. Dies zeigt sich in einer offenbar stillen, aber substanziellen Aufrüstung des iranischen Regimes – durch Raketen, Kampfflugzeuge und insbesondere durch leistungsfähige Radarsysteme, die bereits im Pakistan–Indien-Konflikt ihre Effektivität bewiesen haben und nun Berichten zufolge auf iranischem Territorium stationiert sind. Dies geschieht in enger Abstimmung mit Russland. Die Allianzen verfestigen sich.
Im Hinblick auf einen möglichen Krieg lassen sich zwei divergierende Positionen erkennen. Die hier herangezogenen Quellen – ausdrücklich nicht ARD oder ZDF – sind sich weitgehend einig, dass Trump einen solchen Krieg letztlich verlieren würde. Nicht, weil die USA Iran nicht erheblich schädigen könnten, sondern weil die Resilienz Irans größer eingeschätzt wird als jene der Vereinigten Staaten. Die entscheidende Frage ist, welche Verluste die USA zu akzeptieren bereit wären, bevor Trumps ohnehin geschwächte politische Position vollständig kollabiert.
Der Analyst Alex Krainer argumentiert daher, Trump könne nicht so unklug sein, einen Krieg zu beginnen, der sich zwangsläufig als politisch fatal erweisen würde. Andererseits sollen jüngste amerikanische Versuche, erneut einen begrenzten Schlagabtausch – ähnlich dem zwölf Tage dauernden Sommerkonflikt – zu inszenieren, in Teheran auf entschiedene Ablehnung gestoßen sein. Iran habe klargemacht, auf jeden amerikanischen Angriff mit voller Härte zu reagieren: gegen die Flotte, gegen US-Basen und gegen Israel.
Obwohl israelische Stellen angedeutet haben, sich an einer militärischen Aktion nicht beteiligen zu wollen, scheint dies für die iranische Führung unerheblich zu sein. Experten sind sich weitgehend einig, dass im Sommer nach zwölf Tagen Teile der israelischen Luftabwehr zusammengebrochen seien und dass die Schäden durch iranischen Beschuss deutlich größer ausfielen, als öffentlich eingeräumt wurde. Israel ist damit vom „unsinkbaren Flugzeugträger“ zunehmend zu einer regionalen Geisel geworden.
Andere Kommentatoren wie Scott Ritter und Andrei Martyanov gehen sogar von einem bereits faktisch feststehenden Kriegsbeginn aus. Ihre Prognosen ähneln sich: Die amerikanische Luft- und Raketenabwehr sei insbesondere gegenüber iranischen Hyperschallraketen unzureichend. Der Krieg wäre nicht kurz, eine Bodenoffensive praktisch undenkbar.
Auch weitere Indikatoren sprechen für eine Eskalation. Der bekannte Wirtschaftsanalyst Philipp Hopf prognostiziert einen Anstieg des Ölpreises um das Zweieinhalbfache. Öl-Futures und Energieaktien steigen bereits – ein durchaus valides Signal. Zudem führen Russland und Iran gemeinsame Flottenmanöver durch.
Fest steht: Die Masken sind gefallen, die Handschuhe ausgezogen. Sollte Trumps militärischer Aufmarsch als Bluff gedacht gewesen sein, dann ist dieser gescheitert. Ein Showdown könnte nun unmittelbar bevorstehen – und die Karten der Amerikaner sind dabei nicht so gut, wie man uns glauben machen will.
Kipppunkt
Die Ereignisse überschlagen sich nun: Der Oberste Gerichtshof der USA hat Trumps Zölle für illegal erklärt. Damit würde das zentrale Instrument von Trumps Wirtschafts- und Außenpolitik wegfallen. Der POTUS reagiert mit zusätzlichen 10 Prozent Zöllen für alle.
Pikant ist jedoch, dass die Richter, die Trumps Politik abgestraft haben, nicht nur Liberale waren, sondern auch Konservative. Das deutet auf eine tiefe Spaltung der MAGA-Bewegung hin. Zu erwarten ist eine weitere institutionelle Spaltung der USA. Rein rechtlich haben die Richter natürlich recht – aber werden sie sich durchsetzen? Das wird vermutlich auf einem anderen Schauplatz entschieden werden: dem wirtschaftlichen.
Gleichzeitig erfahren wir, dass Kanada und vor allem Brasilien einen Handelsvertrag geschlossen haben, der den Dollar umgeht – zusammen mit Indien, Australien und einigen anderen Partnern. Das heißt wiederum: Trumps Neuauflage der Monroe-Doktrin funktioniert nicht, um es milde zu sagen. Zudem eskalieren die Streitigkeiten zwischen Kanada und den USA. Kanada droht damit, die Energieversorgung der zentralen nördlichen Bundesstaaten abzuschalten. Mamma mia!
Der vermutlich letzte Ausweg: ein Krieg, der diese Misserfolge überdeckt. Der Aufmarsch vor dem Iran ist massiv. Die Mullahs drohen mit der Sperrung der Straße von Hormus in naher Zukunft. Offensichtlich hat Israel Teheran bereits bombardiert. Das Schweigen unserer Presse ist – wie immer – dröhnend. Russland und China rücken im Hintergrund vor. Die Ölpreise und Aktien steigen, ebenso die Edelmetalle.
Trump steckt in einer selbstgeschaffenen Klemme. Ein gesichtswahrender Rückzug scheint unmöglich. Schachmatt! Die Karten müssen aufgedeckt werden – auch die militärischen.


