Ein kleines bisschen Horrorschau
Das Leben könnte so schön und einfach sein: Du kämpfst für das Gute, bekommst von allen Applaus und studierst Jahrzehnte lang irgendeinen Blödsinn, bevor du „irgendwas mit Medien“ machst und in Rente gehen kannst. Aber leider ist das Leben weder fair, noch einfach. Das musste nun auch Maja T. erfahren, als die „non-binäre Person“ in Ungarn zu acht Jahren Haft verurteilt wurde. Was war passiert?
Maja T. hatte, als sie noch Simeon T. hieß, in Ungarn für das Gute gekämpft und Rechtsextreme äußerst brutal überfallen und krankenhausreif geprügelt. Die Mitglieder der sogenannten „Hammerbande“ bzw. „Antifa-Ost“ hatten sich einigermaßen willkürlich Opfer ausgesucht, die mutmaßlich an einem rechtsextremen Feiertag teilgenommen hatten. Diese wurden dann mit Hämmern und Schlagstöcken derart bearbeitet, dass man davon ausgehen muss, dass der Tod der Opfer billigend in Kauf genommen wurde. Damit wurde nicht nur der Mythos beerdigt, dass es eine Vereinigung namens Antifa gar nicht gibt, sondern auch, dass Linke per se Menschenfreunde sind. Denn, kaum zu glauben, aber auch Rechtsextreme sind Menschen.
Mitgefühl mit Extremisten
Nachdem Maja nach getaner Arbeit wieder nach Deutschland gekommen war, wurde sie verhaftet und nach Ungarn ausgeliefert. Was ja logisch ist, denn immerhin wurden die Straftaten ja auch dort begangen. Kaum in Ungarn angekommen, kam Maja T. dann auch schon in Einzelhaft. Was eben auch irgendwie logisch ist. Denn, Maja T. identifiziert sich als „non-binäre Person“ hat aber dennoch einen Penis. Somit fällt sowohl das Männer- als auch das Frauengefängnis aus.
Beide Punkte und die Tatsache, dass Ungarn mit Victor Orbán einen eher klassisch konservativen Regierungschef hat, sorgten dafür, dass Maja T. durchaus prominenten Besuch von Politikern bekam. Katrin Göring-Eckardt (Grüne), Sebastian Roloff (SPD) und Julian Pahlke (Grüne) besuchten die, von den Medien häufig als „Aktivistin“ verklärte Gewalttäterin, um auf die schlimmen Haftbedingungen (Isolationshaft und angeblich mangelnde hygienische Bedingungen) aufmerksam zu machen. Vielleicht wollten die Politiker dabei auch ein wenig auf sich selbst aufmerksam machen, wer weiß? Wie dem auch sei, gebracht hat es wenig, Maja T. wurde vor einigen Wochen zu acht Jahren Haft verurteilt. In Ungarn.

Hier kommt Alex
Wenig Mitleid mit den Opfern von Maja T. gab es übrigens von den Politikern, von den Prominenten oder den Medien, die Maja T. zwar dafür rügten, Gewalt angewendet zu haben, die aber gleichzeitig nicht müde wurden, sie als Opfer darzustellten. Gewalttätige Banden, Politiker, die sich für Häftlinge interessieren, viel mediale Aufmerksamkeit und wenig Empathie mit den tatsächlichen Opfern. Ja, das ganze Theater erinnert ein wenig an den Film „Clockwork Orange“.
In dem Film geht es um Alex, den Anführer einer gewalttätigen Jugendbande, die nachts willkürlich Opfer aussucht und diese, ähnlich wie die „Hammerbande“, halb tot oder gar tot prügelt. Alex, der von seiner Bande verraten wird, weil er sie vorher drangsaliert hat, kommt irgendwann für seine Taten ins Gefängnis. Dort wird er Teil eines menschenverachtenden Resozialisierungsprogramms und damit quasi zum Vorführkriminellen von Medien und Politik. Nach seiner Entlassung wird er dann von seinen ehemaligen Opfern regelmäßig zusammengeschlagen.
Alles für die Wissenschaft
Dieser Film gilt gerade in linken Kreisen als „Kultfilm“. Stanley Kubrick, der Regisseur, verortete sich ebenfalls als Linker. Beides ist völlig legitim. Denn der Film ist tatsächlich sehr sehenswert, wie übrigens fast alle Filme von Kubrick. Witzig ist allerdings, dass „Clockwork Orange“ vor allem die Ablehnung gegen das Establishment, bestehend aus Politik, Medien und Wissenschaft darstellt und kritisiert. Gerade letzteres ist besonders pikant, denn was haben wir während der Corona-Zeit nicht alles aus dem linken Lager über die Wissenschaft hören und lesen müssen!
Man denke nur an die vielen Tweets über irgendwelche Studien von einem gewissen Karl Lauterbach. Ganz beliebt war das Argument für noch härtere Corona-Maßnahmen aufgrund der angeblichen Überbelastung in den Krankenhäusern. Ein paar Jahre später kam es tatsächlich zu überbelasteten Krankenhäusern in Berlin. Allerdings nicht durch Corona sondern durch Knochenbrüche, verursacht durch ein Verbot von Streusalz, weil dieses ja schlecht für die Umwelt sei.
Der Aufschrei der ehemaligen um die Krankenhäuser ach so besorgten Bürger blieb dieses Mal allerdings aus. Nur ein überforderter CDU-Bürgermeister musste das linke Establishment anbetteln, doch das verhasste Streusalz einsetzen zu dürfen.
Aktivist oder Establishment?
Dass Linke nun inzwischen gesellschaftlich das Sagen haben, konnte der gute Kubrick wirklich nicht absehen. Trotzdem ist es lustig mitanzusehen, dass Leute wie Katrin Göring-Eckardt, die stets vor Hass und Hetze warnen, kein Problem damit zu haben scheinen, sich mit einer richtigen Gewalttäterin wie Maja T. einzulassen. Frau Göring-Eckardt hat sogar mal ein Video veröffentlicht, in dem sie die Highlight-Beleidigungen aus dem Netz vorliest. Aber ja, die angeblich unmenschlichen Haftbedingungen rechtfertigen natürlich alles. Ob sie dasselbe auch für einen Straftäter aus dem anderen politischen Lager gemacht hätte darf indes stark angezweifelt werden.
Aber so funktioniert halt die linke Masche: Täter-Opfer-Umkehr und schuldig sind grundsätzlich die anderen. Wie in dem Film „Clockwork Orange“ oder dem passenden Lied dazu von den Toten Hosen: „Hier kommt Alex“. Schuld ist nicht der gewalttätige Alex, sondern die Umstände, die Alex quasi dazu gezwungen haben, ein Gewalttäter zu werden.
Wer ist Opfer, wer ist Täter?
Alex wird von Kubrick ebenfalls als gesellschaftliches Opfer dargestellt. Genauso wie Maja. Doch bei Tageslicht betrachtet, sind beide eben vor allem Täter. Niemand hat sie gezwungen, Straftaten zu begehen. Ja, klar, bei Alex ist die filmische Fiktion noch eine andere, aber bei Maja T. liegt der Fall relativ klar auf der Hand: Sie hatte sich entschieden, nach Ungarn zu reisen, sie hatte sich dafür entschieden, dort schwere Straftaten zu begehen, und letztlich muss sie nun dafür geradestehen.
Ja, das Leben ist weder fair, noch gerecht, aber vielleicht hat ja irgendein Politiker ein Einsehen und bringt Maja T. den Film „Clockwork Orange“ auf DVD vorbei. Und falls der Film in der Videothek vergriffen sein sollte, können sie ersatzweise zum legendären (und wahrscheinlich besten) Album „Ein kleines bisschen Horrorschau“ von den „Toten Hosen“ greifen. Da wird der Film musikalisch aufgearbeitet. Schuld hat aber auch da selbstverständlich das unfaire System. Nicht Maja, äh Alex. Wie passend.


