Warum der Konservatismus triumphieren wird

Freie Fakten #2

Ständig hören wir heutzutage von neuen Skandalen und Grenzüberschreitungen in Bezug auf alles, was einst als heilig und ehrwürdig galt. Wir hören von Drag-Queen-Story-Hours in Kindergärten und davon, dass manche Protagonisten dieser Veranstaltungen Kinderpornographie verbreitet haben. 

Aber ist das wirklich, was uns in Zukunft erwartet? Die vollständige Normalisierung dessen, was einst als anstößig galt? Meiner Einschätzung nach: Nein. Im Gegenteil. Es wird ein Wiedererwachen des Konservatismus geben. Und zwar vollkommen unabhängig von logischen Argumenten, die für oder wider bestimmte politische Positionen sprechen. 

„Demographie ist Schicksal“

Der französische Philosoph und Mathematiker Auguste Comte soll einmal gesagt haben, dass Demographie Schicksal ist. Neuere Forschung bestätigt das. Die Geburtenraten sind nämlich nicht nur zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen unterschiedlich, sondern auch zwischen Untergruppen derselben Ethnie. 

Die religiöse und politische Affiliation wird meistens vererbt. Konvertiten, vor allem religiöse, sind eher eine Seltenheit. Das gilt auch für politische Überzeugungen. Das hat mehrere Gründe, darunter einerseits die grundlegende Persönlichkeitsveranlagung und andererseits die soziale und familiäre Weitergabe von Bräuchen und Identitäten. 

Im Durchschnitt zeugen beispielsweise Atheisten weniger Kinder als Katholiken. Bleiben wir zunächst bei einem hypothetischen Beispiel: Wir haben eine Gesellschaft bestehend aus 200 Menschen, davon sind 100 Atheisten und 100 religiöse Christen. Es handelt sich um eine parlamentarische Demokratie, die Institutionen und auch die mediale Öffentlichkeit ist ausgewogen. Wenn die durchschnittliche Fertilitätsrate (berechnet je Frau) von Atheisten bei 1 liegt und von religiösen Christen bei 3, wird es bei 100 Atheisten, davon die Hälfte weiblich, nach einer Generation nur noch 50 Menschen geben. Bei den Christen sind es nun 150. Das 1:1-Verhältnis hat sich bereits nach einer Generation zu einen 1:3-Verhältnis entwickelt. Nach einer weiteren Generation liegt das Verhältnis bei 1:18 (25 Atheisten, 450 Christen). Damit würde ein grundlegender gesellschaftlicher Wandel einhergehen. Aber es dauert eben Jahrzehnte, bis er sich entfaltet. Es ist keine Sache von zwei oder drei Legislaturperioden. 

Demographie wird Europa konservativer machen

Eine Studie des Jahres 2024 analysierte Daten aus 15 europäischen Ländern. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen der politischen Orientierung, Familienwerten und Fertilität. 

Rechtskonservative Einstellungen sind mit mehr Kindern assoziiert als linksliberale Einstellungen. Bezogen auf Enkelkinder ist der Effekt mehr als doppelt so groß. Das gilt sowohl für die politische als auch die soziale Orientierung. Unter politischem Rechtskonservatismus sind insbesondere Positionen bezogen auf Wirtschaftspolitik, Staat und Ordnung und nationale Identität gefasst. Sozialer Konservatismus umfasst hingegen Einstellungen zu Familie, Sexualität, Geschlechterrollen und moralischen Normen. 

Familie im Garten
Most beautiful happy family in garden, portrait of three generations, outdoor

Der Zusammenhang war zwischen verschiedenen Ländern unterschiedlich groß. In fast allen Ländern war er aber signifikant. Dazu zählen im Kontext des politischen Konservatismus beispielsweise Deutschland, Österreich, die Niederlande, Spanien, Italien, Dänemark, Schweiz, Belgien, Slowenien und Estland, also in 10 von 15 Ländern. Bei sozialem Konservatismus wurde in 8 von 12 Ländern ein positiver Zusammenhang mit der Fertilität identifiziert. Dazu gehören Deutschland, Österreich, Russland, Georgien, Frankreich, Rumänien, Belgien, Litauen und Polen. Bezogen darauf, dass Frauen Kinder haben müssten, um erfüllt zu sein, fand sich bei 11 von 12 Ländern ein positiver Zusammenhang. 

Die Autoren der Studie prognostizieren auf dieser Grundlage einen Rechtsruck – und zwar nicht primär durch Meinungsänderung, sondern durch unterschiedliche Fertilität. Die politische und religiöse Einstellung sei über das Leben hinweg relativ stabil. Auf den demographischen Wandel wird also ein kultureller Wandel folgen. Und zwar unweigerlich. Es ist nur eine Frage der Zeit. Bereits das Deutschland des Jahres 2056 wird vielleicht kaum wiederzuerkennen sein.

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