Preisgekrönter Antisemitismus in der ARD
Diesen Text gibt es auch als Video im Podcast des Sandwirts: Hier.
Wussten Sie, dass es einen Preis für den besten Wrestler in Bratensoße gibt? Jedes Jahr findet in Stacksteads bei Bacup, Lancashire, was völlig überraschend in England liegt, die World Gravy Wrestling Championship statt. Das Konzept entstand als ungewöhnliche Wohltätigkeitsveranstaltung und entwickelte sich zu einem jährlichen Spektakel. Teilnehmer steigen in ein mit Gravy gefülltes Becken und versuchen, ihren Gegner innerhalb eines begrenzten Zeitraums zu besiegen.
Neben diesem gibt es auch viele andere absurde Preise zu vergeben, wie bei den Air Guitar World Championships oder den World Conker Championships, bei denen der beste Kastanien-Zerschlager gekürt wird, oder den World Worm Charming Championships. Hier wird derjenige geehrt, der am besten Würmer aus dem Boden locken kann. Und auch in Deutschland werden ziemlich irre Preise an ziemlich irre Personen vergeben, wie der Katharina-Zell-Preis, den in diesem Jahr die Journalistin Sophie von der Tann in Frankfurt in Empfang nahm. Die Preisverleiher lobten die Arbeit der ehemaligen ARD-Korrespondentin in Tel Aviv und ihren Mut, von der israelischen Armee bewacht in die Tunnel der Hamas zu gehen und von dort zu berichten.
Dabei ist von der Tann ein lohnendes, wenn auch trauriges, weil durch Zwangsbeiträge finanziertes Beispiel, wie israelbezogener Antisemitismus funktioniert. Denn über Jahre fiel die inzwischen ehemalige Korrespondentin der ARD damit auf, dass sie in der Hauptsendezeit, also in den Tagesthemen und in der Tagesschau, mit einseitiger Berichterstattung auffiel.
So hatte von der Tann keine Probleme, Israel „Genozid“ am sogenannten palästinensischen Volk vorzuwerfen, während sie stets das Narrativ der vom Judenstaat armen, gebeutelten Gazaner erzählte. Auch von der Tatsache, dass die Hamas ihre Tunnel ganz bewusst unter Moscheen, Krankenhäusern und Wohnungen baute, Kasernen in Kindergärten aufbaute und somit Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzte, erfuhr der ARD-Zuschauer nichts.
Delegitimieren durch doppelten Standard
Stattdessen betonte sie in einem Gespräch, dass man beim 7.10.2023 auch die „Vorgeschichte“ bedenken müsse und verwies auf den Zerfall des Osmanischen Reiches. Damit reihte sie sich ein in das ziemlich widerliche Argument, dass man bei dem Terroranschlag, an dem 1.200 Menschen ermordet und mehr als 200 Geiseln verschleppt wurden, doch beide Seiten verstehen müsse und dass die Wahrheit in der Geschichte liege.
Mit Letzterem hat sie allerdings recht, jedoch ganz anders, als von der Tann das meinte. Der Grund für den 7.10. liegt im jahrtausendealten Antisemitismus, der zunächst im christlichen Judentum geboren wurde, sich jedoch mit dem Aufstieg des Islams als Herrschaftsideologie bis heute in jener blutigen Art und Weise fortsetzt, die die Welt vor drei Jahren in Israel erlebt hat.
Von der Tanns einseitiger Fokus auf das vermeintliche Leid in Gaza hat System und passt in ein israelfeindliches Muster, das auch die 3-D-Regel berührt. Diese beschreibt den israelbezogenen Antisemitismus, der sich in „Delegitimierung“, „Dämonisierung“ und „Doppeltem Standard“ ausdrückt. Die Dämonisierung ist hierbei offenkundig. Immer wieder monierte die ARD-Mitarbeiterin die eingeschränkte Pressefreiheit. „Dass Israel internationale Journalisten nicht unabhängig in Gaza arbeiten lässt, bedeutet eine massive Einschränkung der Pressefreiheit“, sagte sie zum Beispiel im Tagesspiegel. Die Tatsache, dass sie in der ARD immer wieder unkritisch Bilder aus dem Gazastreifen senden ließ, deren Herkunft und Zeitpunkt des Gedrehten völlig unklar sind, verschweigt sie.
Dies bestätigte auch die langjährige ARD-Autorin Rita Knobel-Ulrich in der Jüdischen Allgemeinen: „Aus eigener Berichterstattung für den NDR weiß ich, dass nicht ein Bild den Gazastreifen verlässt, ohne dass die Hamas und ihre Gefolgsleute die Hand darauf legen. Jeder Gesprächspartner, jedes Bild wird von der Hamas kontrolliert. Unabhängigen Journalismus gibt es dort nicht. Sonst bezahlen das Kameraleute und Reporter mit dem Leben. Oder warum, denken Sie, gab es nur vereinzelt Bilder von den Massakern der Hamas an Palästinensern, die versucht haben, sich gegen deren Terror aufzulehnen?“
Hierbei wird klar, dass Sophie von der Tann eindeutig einen doppelten Standard anwendet, um Israels Handeln zu delegitimieren. Auch über das Leid der Geiseln oder die Tatsache, dass Teile Israels aufgrund der stetigen Angriffe mehr oder weniger unbewohnbar sind, findet sich im ARD-Hauptprogramm nicht wieder.

„Haben wir Polizeischutz?“
Es scheint ein systemisches Problem zu sein, dass weite Teile der Medien, aber auch der Politik ungern über offenkundige Probleme jüdischen Lebens reden, ob in Israel oder in Deutschland. Dabei genügt es, mit offenen Augen durch das Land zu gehen. Im Frankfurter Westend steht die I. E. Lichtigfeld-Schule, eine jüdische Grundschule. Als ich für den Sandwirt ein Video machte und die Schutzmaßnahmen wie Zäune oder Sicherheitspersonal dokumentieren wollte und das auch tat, kamen nach wenigen Minuten zwei Polizisten auf mich zu. Ich musste mich ausweisen und die Polizisten wollten wissen, was ich hier tue und sehen, was ich genau gefilmt hatte. Als ich antwortete, dass ich dokumentieren möchte, wie sehr jüdisches Leben in Deutschland geschützt werden muss, antwortete der Polizist: „Das weiß doch inzwischen jeder.“
Genau das ist der traurige Punkt. Deutschland scheint sich an den täglichen Judenhass gewöhnt zu haben. Was für eine schreckliche Kapitulation vor den eigenen Werten.
Noch deutlicher wurde Michael Koblenz, Vorstand des jüdischen Sportvereins Makkabi Berlin, als er an die anwesenden Politiker, die Bürgermeister in der Hauptstadt bleiben oder werden wollen, sagte: „Unsere Kinder gehen in einen vollgeschützten Kindergarten. (…) Gehen in eine jüdische Schule, die wie Fort Knox aussieht, seit Jahrzehnten. Spielen Fußball bei Makkabi, wo ich Sie einmal einladen kann, sonntags früh, wenn wir gegen Neukölln ein Spiel haben, in die WhatsApp-Gruppe. Die erste Frage der Eltern lautet: Haben wir Polizeischutz?“
Und er beendet sein emotionales Statement mit dem Satz: „Mein Gefühl sagt mir, der Zeitrahmen wird nicht ausreichen, denn Sie werden in recht baldiger Zeit hier keine Juden mehr haben.“
Medien und Politik versagen
Auch hier schweigt das Hauptprogramm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks beharrlich, während Politiker sich auf Zehn-Punkte-Pläne verlassen. Wenn Eltern jüdischer Kinder Angst um ihre Kleinen haben, weil ihr Kind gegen DJK Neukölln Fußball spielt, dann geht es nicht um Pläne von Politikern und Safe Spaces für Dialoge. Hier muss die Wahrheit ausgesprochen und gehandelt werden. Denn diese Gewaltkulisse geht in erster Linie von Muslimen aus. Nicht alle, aber viel zu viele und noch viel mehr Moslems, die eigentlich friedlich sind, schweigen hierzu und relativieren das.
Und so ist auf eine zynische Art und Weise der absurde Katharina-Zell-Preis für Sophie von der Tann nur folgerichtig. Während sie in ihrer Arbeit bei der ARD Hamas-Propaganda verbreitete und die Opfer in Israel dadurch bagatellisierte, dass diese in ihren Berichten kaum vorkamen, bemühen sich viele Medien und Politiker, die Gefahr offenen jüdischen Lebens nicht zu senden. Warum? Weil sie Angst haben, dann die Haupttätergruppe nennen zu müssen und dann als rechtsextrem oder ausländerfeindlich abgestempelt zu werden.
Die Beispiele, wie der neue, mächtige Makkabi-Sportcampus in Frankfurt, der in diesem Jahr eröffnet wurde, sind zwar liebenswert, aber es ist nicht genug. Denn wenn sich jetzt nichts fundamental ändert, dann wird die Prognose von Michael Koblenz, dass es bald in Deutschland kein jüdisches Leben mehr geben wird, zur Realität.
P.S.: HÖRT, HÖRT! Oder wie Sie jetzt auch sagen können: PLUTZ BLITZ. So heißt die neu gestartete Video-Serie von Julian Marius Plutz.
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