Umverteilung hilft nicht gegen Ungleichheit
Freie Fakten #1
Was würde passieren, wenn das sozioökonomische Kapital radikal umverteilt würde? Wenn die Erfolgreichen, Gebildeten und Intellektuellen aus den Universitäten und dem freien Markt verbannt würden? Würde die Gesellschaft dann gleich sein?
Definitiv nein. Denn Menschen sind verschieden. Sie sind unterschiedlich begabt und haben auch verschiedene Persönlichkeitsmerkmale. Dass sich auch ihre Biographien und Lebenswege unterscheiden, ist die Konsequenz davon.
Das kommunistische „Experiment”
Anders die These des historischen Kommunismus: Ungleichheiten seien im Kern auf Ungerechtigkeit zurückzuführen. Fallbeispiele dafür sind die Chinesische Kommunistische Revolution von 1949 bis 1953 und die sogenannte Chinesische Kulturrevolution von 1966 bis 1976.
Großgrundbesitzer, Unternehmer und Intellektuelle wurden systematisch diskriminiert. Sie durften keine Universitäten mehr besuchen, wurden entschädigungslos enteignet und teilweise massenhaft hingerichtet. Insgesamt wurden laut Schätzungen im Zuge dieser staatlichen Maßnahmen mehrere Millionen Menschen getötet. Oft schlichtweg, weil sie zur angeblich falschen Klasse gehörten.
Im „Großen Sprung nach vorn” (1958-1961) kam es zur größten menschengemachten Hungersnot der Geschichte. Ihr fielen schätzungsweise ungefähr 30 bis 45 Millionen Menschen zum Opfer. Darüber hinaus wurden Menschen misshandelt, gefoltert und hingerichtet. Es wurden gezielt Essensrationen verweigert, was zum Tod vermeintlicher Klassenfeinde führte. Eigentum wurde zerstört, Nahrungsrationen wurden vom Staat beschlagnahmt.
Das Ziel: Die vollständige Vernichtung der vermeintlichen Unterdrücker und die vollständige Nivellierung aller Ungleichheiten.
Das unweigerliche Scheitern
Doch wie bereits gesagt wurde, sind Menschen unterschiedlich. Die verschiedenen Lebensentwicklungen sind eine Konsequenz davon.
Die Nachkommen des unterdrückten gehobenen Bildungsbürgertums haben bereits wieder vollständig aufgeholt. Sie hatten bessere kognitive und schulische Leistungen, waren überdurchschnittlich häufig selbstständig und sozioökonomisch erfolgreicher als die Durchschnittsbevölkerung.
Das ist das Ergebnis einer Analyse eines Teams aus Wissenschaftlern. Die Studie trägt den Titel Persistence despite revolutions – Fortbestehen trotz Revolutionen. Die Studie reiht sich in eine Vielzahl von Studien ein, die zeigen, dass sozioökonomisches Kapital kein Ergebnis von Zufällen ist. Es ist auch kein Ergebnis von sozialen Rahmenbedingungen, über die die Politik nach Belieben verfügen kann. Es gibt Realitäten, denen die Politik selbst unterworfen ist. Zufälle, Naturgesetze, Kultur, familiäre Traditionen aber auch veranlagte Persönlichkeitsmerkmale der Menschen.
Im Chinesischen gibt es ein Sprichwort:
江山易改,本性难移 – Jiāngshān yì gǎi, běnxìng nán yí.
Wörtlich übersetzt: Flüsse und Berge lassen sich verändern, die angeborene Natur ist schwer zu ändern.


