Ein eigenes Windrad, das geht jetzt tatsächlich. Wer an die menschengemachte Klimaerhitzung glaubt, kann damit etwas für das geplagte Gewissen tun – und man tut etwas für die eigene Geldbörse, denn da gibt es jede Menge Subventionen, reguläre und versteckte.
Über die verschiedenen technischen Konstruktionen, mit denen man seinen Windpark im eigenen Garten gestalten kann, berichtete jetzt die EpochTimes. Dass es dabei auch die Probleme im Kleinen gibt, die bei den großen Anlagen bekannt sind, also Infraschall und die Gefahr für Vögel und Fledermäuse, darauf ist in dem Artikel ausführlich berichtet worden. Hier möchte ich jetzt aber auch auf die technischen und ökonomischen Hintergründe ausführlicher eingehen.
Das Wechselstrom-Netz
Im elektrischen Netz müssen in jeder Sekunde Verbrauch und Einspeisung von Leistung in engen Grenzen übereinstimmen. In dieser Hinsicht ist das mit Wechselstrom betriebene Netz besonders kritisch. Netze mit Gleichstrom, die weniger empfindlich wären, hat es zwar auch gegeben, aber nach heftigen Auseinandersetzungen im Zeitraum um 1900 hat man sich schließlich für den Wechselstrom entschieden, da er Vorteile für die Übertragung über längere Distanzen bietet.
An so etwas Merkwürdiges wie die Einspeisung von Strom aus Windmühlen hat damals niemand gedacht, man hatte ja die echten Windmühlen, die Korn gemahlen haben, etwa schon gegen 1860 auf Dampf umgestellt, das war der Fortschritt in dieser Zeit.
Nun haben wir heute im europäischen Raum ein Verbundnetz, in dem einige hundert Generatoren in den verschiedenen Ländern alle gemeinsam exakt im gleichen Takt rotieren und Wechselstrom einspeisen. Da diese präzise gemeinsam arbeiten, kann man das als eine einzelne Maschine ansehen, das wäre damit die größte Maschine der Welt.
Wenn nun einer der Generatoren geringfügig von der Frequenz abweicht, dann entsteht Wirkleistung, und die äußert sich in Form von Wärme, die die Übertragungsleitungen und die angeschlossenen Transformatoren beschädigen kann. Der normale Bereich, der keine zusätzliche Steuerung erfordert, liegt bei 49,8 bis 50,2 Hertz so genau muss also die Frequenz eingehalten werden.
Ein wichtiges Element für die Erhaltung der Frequenz (und der Sicherheit der Versorgung) sind die Schwungmassen der rotierenden Generatoren. Die im Drehimpuls enthaltene Energie kann kurzfristige Schwankungen ausgleichen, das ist die „Momentanreserve“.
Mit dem weiteren Zubau der wetterabhängigen Erzeuger ohne diese rotierenden Schwungmassen und mit der politisch gewollten schrittweisen Abschaltung der konventionellen Kraftwerke mit rotierenden Schwungmassen geht hier systematisch Versorgungssicherheit verloren, denn der Ersatz durch korrigierende Regelsysteme auf elektronischer Basis ist deutlich störanfälliger.
Wenn nun die Leistungsanforderung zu groß wird und die Frequenz trotz des Einsatzes von Regelenergie auf Werte unter 49 Hz absinkt, dann muss Last „abgeworfen” werden, das bedeutet, dass starke Verbraucher (z.B. Glas- oder Papierfabriken) für Stunden vom Netz getrennt werden. Diese Praxis gibt es schon seit einigen Jahren, die Firmen erhalten dann eine entsprechende Entschädigung (die natürlich auch den Strompreis insgesamt erhöht). Man nennt diese Zustände „Brownout“. Und um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen sind daran nur Firmen beteiligt und nicht etwa private Haushalte.
Fällt die Frequenz trotz der Regelungsmaßnahmen dennoch weiter oder steigt die Netzfrequenz wetterbedingt durch zu viel Wind- und Sonnenstrom zu stark an, werden auch Kraftwerke vom Netz getrennt. Misslingt die Stabilisierung, kommt es am Ende zu großflächigen Blackouts, also Unterbrechungen der Stromversorgung über mehr als zwölf Stunden in großen Teilen des Landes oder sogar in mehreren Ländern.

Die Subventionen
Die ersten größeren Versuche mit der Stromerzeugung durch Windkraft gab es schon im Dritten Reich. Aber in den vielen Jahrzehnten danach hat sich niemand gefunden, der bereit gewesen wäre, für ein so minderwertiges Produkt wie den flatterigen Windstrom Geld auszugeben. Da sich also über so lange Zeit ein Markt nicht von selbst entwickelt hatte, hat man im Jahr 2000 mit dem EEG die Planwirtschaft eingeführt, also gesetzlich festgelegte Vergütungen für die Windmüller und den Zwang zur Abnahme (die Vorrang-Einspeisung).
Von den finanziellen Vorteilen der Umverteilung durch Zentralplanung profitieren derzeit nicht nur die großen industriellen Windparks sondern auch die Betreiber der kleinen privaten Anlagen, ebenso auch die vielen Betreiber kleiner PV-Anlagen, die sogenannten „Balkon-Kraftwerke“. Die Kosten für diese Vergütungen wurden bis 2021 auf die Stromrechnung gesetzt. Aber 2021 war ein Wahljahr, von da ab wurden die Kosten dem Staatshaushalt übertragen, so kann man dann die wahren Kosten der Energiewende besser verschleiern.
Die versteckten Subventionen
Es gibt natürlich, wenn Wind aufkommt, auch die Möglichkeit, dass der konventionelle Kraftwerksbetreiber nicht in das Netz einspeist sondern die gewonnene Energie selbst verbraucht. Dafür bekommt er scheinbar keine Subventionen, das ist die allgemeine Vorstellung, aber das ist ein Irrtum.
In dieser Situation wird an dem Generator des Versorgers etwas weniger Strom entnommen, dadurch geht die Drehzahl und die Frequenz noch oben, das Regelsystem greift ein und drosselt die Dampfzufuhr an der Turbine. Das bedeutet für das Kraftwerk, dass nun weniger Leistung abgegeben wird, und, da die Kraftwerke nur für die tatsächlich produzierte Leistung bezahlt werden (und eben keine Vergütung nach EEG erhalten), einen Verlust von Einnahmen.
Das Kraftwerk spart nun zwar Brennstoff, aber alle übrigen Kosten wie etwa die Löhne der Arbeiter, die Abschreibungen usw. bleiben nach wie vor. Nun können die Versorger aber nicht Teile ihrer Anlagen abbauen (und damit auch die eigenen Kosten reduzieren), denn am nächsten Tag herrscht bei dem Betreiber der kleinen Windmühle eben kein Wind, und die gesamte Leistung muss wie bisher konventionell zur Verfügung gestellt werden.
Das Kraftwerk wird also gezwungen, für den Ausgleich der wetterabhängig schwankenden Leistung zu sorgen, was natürlich mit Kosten verbunden ist, und diese Kosten tragen am Ende alle Abnehmer dieses Versorgers, also ganz konkret auch die Nachbarn des privaten Windparks. Es handelt sich also hier um eine versteckte Subventionierung bzw. Umverteilung.
Was haben die kleinen Anlangen damit zu tun?
Unübersehbar ist, dass es in den letzten Jahren durch die Maßnahmen zur Energiewende zu einer Deindustrialisierung in Deutschland gekommen ist, denn die zu hohen Preise für elektrische Energie haben dazu geführt, dass viele Branchen der Industrie international nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Firmen sind ins Ausland abgewandert oder haben sogar ganz aufgegeben. In der Folge sind Woche für Woche Tausende von Arbeitsplätzen verloren gegangen.
An dieser Entwicklung sind natürlich auch die vielen kleinen PV- und Windkraft-Anlagen ursächlich mitbeteiligt. Jeder neue kleine Windpark im eigenen Garten (und jedes Balkon-Kraftwerk) ist in der Wirkung ein weiterer kleiner Sargnagel für die deutsche Industrie. Mit jedem Zubau von Anlagen, die nur wetterabhängig liefern. steigt die Diskrepanz im elektrischen System, die ständig kostspielig ausgeglichen werden muss, und es kommt immer häufiger vor, dass Strom erzeugt wird, der nicht verwertet werden kann und der deswegen gegen zusätzliche Kosten im Ausland entsorgt werden muss.
Nun kann man nicht erwarten, dass die einfachen Bürger, denen eine solche Anlage durch die von der Politik in Aussicht gestellten Vergütungen schmackhaft gemacht wird, alle ferneren Wirkungen für die Volkswirtschaft übersehen können und von sich aus verzichten, das wäre zu viel verlangt. Hier sind die Politiker gefordert, das Regelwerk sinnvoll zu ändern und Fehlanreize zu eliminieren.
Die Subventionswirtschaft kippt
Auf einen weiteren Gesichtspunkt will ich hier aufmerksam machen: Die negativen sozialen Auswirkungen der Anlagen der Energiewende. Denn sie tragen zur Umverteilung von unten nach oben bei. Während die Besitzer von Landflächen sich auf bequeme Art ein üppiges Zubrot gönnen können, müssen immer mehr einkommensschwache Bürger mit Sorge schauen, wie sie die durch die Energiewende nun laufend steigenden Preise für Lebensmittel noch bewältigen können.
Die Regierungspolitiker haben einen ersten Schritt versucht, den weiteren wirtschaftlichen Abstieg Deutschlands zu verhindern, indem sie einen neuen Strompreis für die Industrie beschlossen haben. Allerdings zeigt sich hier eigentlich nur die ganze Hilflosigkeit des Systems, denn an die Ursachen des zu hohen Strompreises ist man nicht herangegangen. Stattdessen wird der Preis für einige Teile der Industrie durch neue Subventionen gestützt.
Diese Subventionen bezahlen nicht nur die gesamte Bevölkerung durch erhöhte Steuern, sondern pikanterweise auch die Teile der Industrie (und des Mittelstands), die durch den neuen Industrie-Strompreis nicht begünstigt werden, deren Situation wird also noch zusätzlich belastet.
Auf eine Änderung im positiven Sinn kann man wohl erst in den nächsten Jahren hoffen, denn erst wenn in Landtagswahlen deutlich Mandate verloren gehen, wird zumindest bei einigen Volksvertretern aus Angst vor dem Verlust von Posten und Macht ein Überdenken der bisherigen Positionen einsetzen.




