Na Servus! – Das war das Jahr 2025

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2025 war unvergesslich. Deutschland wählt … und blockiert sich damit selbst. Friedrich Merz, alles andere als ein strahlender Sieger, paktiert mit den Sozialdemokraten, die fast zehn Prozent verloren haben, aber sich aufführen, als hätten sie zehn Prozent dazugewonnen. Als erstes zieht Merz der Demokratie eine lange Nase, lässt, weil er im neu gewählten Parlament dafür nicht die Mehrheit findet, noch mit dem alten Bundestag die Verfassung ändern: Die Schuldenbremse wird gelöst. Das Unvermögen des Staates hört jetzt auf den Namen Sondervermögen. 

Der neue Bundestag wählt Merz nicht auf Anhieb zum Kanzler, erst im zweiten Versuch steht die Kanzlermehrheit. Sonst steht nicht viel, weil Merz nach großen Ankündigungen vor den Linken ein ums andere Mal einknickt. Die Blätter der Hoffnung verfärben sich und fallen schon im Mai. Merz vertröstet auf einen Herbst der Reformen – nur ein neues Wort für Reformstau.

Wankende Sozialversicherungen, überbordende Bürokratie, Deindustrialisierung. Allenfalls homöopathisch doktert die Regierung an der Krise herum. Das einzige Versprechen, das Merz bisher gehalten hat: Lieber mit den Linken das Falsche beschließen als mit den Rechten Schmuddelkindern spielen. Deshalb finanziert Merz auch weiter wacker postdemokratische NGOs. Gegen Hass und Hetze hetzen hasserfüllt diejenigen, die der offenen Gesellschaft das Fürchten beibringen wollen. Die Linksgläubigen verteidigen ihre Diskurshoheit und Merz lässt sie machen.

Der Staat soll alles regeln – das glauben die Deutschen von rechts bis links. Mit der Freiheit hadern sie. Daran haben auch die Liberalen ihren Anteil. Sie bekommen die Quittung und sind gar nicht mehr im Parlament. Die FDP vermisst aber niemand. Was aber fehlt, ist Liberalität. Am Ende nämlich schwindet das Vertrauen ins politische System.

Man kann die Demokratie auf ganz unterschiedliche Weise unterminieren. Donald Trump macht es anders. Disruption ist sein Zauberwort. Der Präsident unterzeichnet in seiner zweiten Amtszeit Berge von Dekreten, verspricht den Amerikanern ein goldenes Zeitalter, überzieht die Weltwirtschaft mit Zöllen und sagt Goodbye zu Old Europe. Der Westen, das war einmal. Wokeness habe das alte Europa zerstört, sagt der Make-America-Great-Again-Monomane und führt den Kulturkampf, den er gerne auch in Deutschland führen würde. Bloß erweisen sich die Deutschen auch in dieser Hinsicht als Pazifisten. 

Trump lässt nur die Macht gelten, Europa nur die Moral. Ein Größenwahn grüßt den anderen. Der eine will dealen, die anderen wollen sich ducken. Mit dem Friedensnobelpreis für Trump hat es nicht geklappt. Im Gazastreifen aber erzwingt er eine Waffenruhe. Die Hamas? Die ist nicht besiegt. Den Propagandakrieg gegen Israel, den hat sie sogar gewonnen.

So blüht bei uns der Antisemitismus auf und gehört sozusagen zum „Stadtbild” – noch so ein verqueres Wort des Jahres. Weil Merz es gesagt hat, wird er geprügelt. Auch dafür. Er kann es zu Hause kaum jemandem recht machen. Deshalb hofft er, als Kanzler des Alleräußersten vom Versagen als Innenkanzler ablenken zu können.

Wie der Krieg im Osten Europas beendet werden soll, weiß er natürlich auch nicht. Das bestimmen ganz sicher nicht die Europäer. Sie wissen nur, dass sie ihn bezahlen werden. Noch mehr Schulden! Merz knickte auch in dieser Hinsicht ein. 

Putin allein entscheidet, wie lange er noch Krieg führen will. Trump will seinen eigenen Frieden, also gute Geschäfte mit Russland. Die Ukraine hat nicht mehr viel zu verlieren, außer die Freiheit. Die Europäer rüsten auf – Kriegsangst! Noch so ein unseliges Wort des Jahres. 

Womit wir wieder beim Anfang wären. Die Welt sei nicht mehr dasselbe, hat der Kanzler seine Schuldenlüge begründet. Na dann, auf ein Neues …

Na servus!

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