Donald tanzt den Obama
Ist ja interessant! #4
Erinnert sich jemand? Als Donald Trump 2016 zum Präsidenten der USA gewählt wurde, gestanden auch ausgesprochene Gegner zu, dass er gegenüber Hillary Clinton die geringere Kriegsgefahr bedeute. Auf der Agenda von Frau Clinton stand der Krieg gegen den Iran im Auftrag der saudischen Interessen.
In seiner ersten Amtszeit verhielt Trump sich nahezu unscheinbar im Vergleich zu Obama. Auch die angekündigte Jagd auf illegale Migranten nahm sich im Vergleich zu Obamas gigantischen Deportationszahlen eher milde aus. In der zweiten Amtszeit holt Trump alles nach, was es nachzuholen gibt. Ein Kriegsszenario hetzt das nächste.
Dies bestätigt meine These, dass die herrschende Klasse zur Durchsetzung ihrer Interessen immer solche Politiker als Charaktermasken einsetzt, die die mögliche Opposition in Schach halten. So wurde der Bellizismus in der Bundesrepublik durch die zweimalige Beteiligung der ehemals pazifistischen Partei Die Grünen an der Macht durchgesetzt – jenseits der Grünen gab es keine nennenswerte Opposition mehr.
In den USA ist die politisch wirkmächtige Opposition gegen Krieg eher auf der konservativen Seite angesiedelt, und insofern eignet sich Trump besser als Clinton oder Biden bzw. Harris, um die Kriegsagenda durchzusetzen.
Auch in einer zweiten Hinsicht bestätigt sich meine These gerade: Der herrschenden Klasse der USA ist seit langem ein Dorn im Auge, dass die Amerikaner selbstbewusste und bewaffnete Bürger sind, die sich nicht alles gefallen lassen. Die sogenannte Waffenlobby ist sehr mächtig – und durchweg konservativ. Nun gibt es den Hebel, um das ungeliebte Recht, Waffen zu tragen, auszuhebeln: Donald Trump. Er schafft, was Obama versagt blieb.
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Der Autor dieses Artikels hat in der Edition Sandwirt das Buch „Gegen den Strich gelesen – 12 überraschend freiheitliche Denker“ veröffentlicht.



