Frieden – Eine Folge der Freiheit

Unternehmen Zuversicht #12

Krieg ist die Regel, nicht die Ausnahme. Dass wir in Deutschland lange dachten, es sei anders, lag an der längsten Friedensperiode europäischer Geschichte.

Krieg ist so alt wie die Menschheit selbst. In allen Gesellschaftsformen, von Stämmen bis zu Staaten, trat er regelmäßig auf. 

Warum? Der israelische Militärhistoriker Azar Gat gibt in seinem Buch „War in Human Civilization“ eine klare Antwort: Der Kampf um knappe Ressourcen wie Wasser, Land oder Status war evolutionär vorteilhaft. Gewalt diente dem Überleben und der Fortpflanzung.

Dieser Gedanke erinnert an Heraklit von Ephesus, dem folgender Gedanke zugeschrieben wird: „Der Krieg ist der Vater aller Dinge.“ Doch vollständig lautet das Zitat: „Der Krieg ist der Vater aller Dinge und der König aller. Die einen macht er zu Göttern, die andern zu Menschen, die einen zu Sklaven, die andern zu Freien.“

Auch wenn Krieg ein Treiber menschlicher Entwicklung war, er steht am Anfang, nicht am Ende unserer Geschichte. Wir können über den Krieg hinauswachsen, erwachsen werden – und durch Freiheit Frieden schaffen.

Persönliche Friedenssuche

Schon als junger Mann interessierte ich mich für die Geschichte menschlicher Aggression. Ich habe mich immer dem Team „Frieden“ zugehörig gefühlt, was auch mein Name andeutet: Wilfried = Will Frieden.

Ich verweigerte in den 60er-Jahren den Kriegsdienst, mitten im Kalten Krieg war das ein ungewöhnlicher Schritt. Als Student in Karlsruhe las ich Bücher wie „Aggression“ von Friedrich Hacker. Mein Interesse an einer friedlicheren Welt begleitet mich bis heute.

Der Politikwissenschaftler John Mearsheimer erklärt in „The Tragedy of Great Power Politics“, dass Staaten im internationalen System gezwungen seien, ständig nach Macht zu streben – nicht aus Bosheit, sondern weil die Struktur des Systems sie dazu zwingt. Auch friedliche Staaten verhalten sich aggressiv, um zu überleben.

Doch ist das der Weisheit letzter Schluss?

Jeffrey Sachs und Steven Pinker zeigen andere Wege. Sachs sieht echten Frieden dort, wo Armut überwunden, Ressourcen fair verteilt und Institutionen auf die Würde aller Menschen ausgerichtet sind. Pinker beschreibt in „Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit“ den Rückgang der Gewalt – dank Bildung, Aufklärung, Empathie und Menschenrechten. Aber er warnt: Dieser Fortschritt ist fragil.

Der Physiker Gerd Ganteför erklärt, dass kollektives Verhalten, Gruppendruck und emotionale Dynamiken oft zum Krieg führen. insbesondere, wenn Ressourcenknappheit, sozialer Druck und Ideologie zusammenkommen.

Wenn wir Frieden wollen, müssen wir materielle und psychologische Ursachen verstehen und entschärfen. Das bestärkt mich in meinem Anliegen, Ihnen Gründe zu zeigen, warum die besten Jahre Deutschlands noch vor uns liegen.

Wir können Ressourcenknappheit überwinden, sozialen Druck mindern, ideologische Spannungen abbauen – durch mehr Wissen, weniger Angst, mehr Freiheit. Durch den freien Austausch von Ideen und Waren. Durch Vernunft, Kreativität und Aufklärung.

Energieversorgung spielt dabei eine Schlüsselrolle. Ganteför sagt: „Wenn wir es nicht schaffen, alle Menschen mit sauberer, bezahlbarer Energie zu versorgen, wird es zu Konflikten kommen – nicht aus Bosheit, sondern weil wir biologisch und sozial so funktionieren.“

Ich bin zuversichtlich, dass wir genau das schaffen können.

Energie als Friedensgrundlage

Was passiert, wenn Energie fehlt? Verarmung, Deindustrialisierung, Verlust von Handlungsmacht – und neue Kriege.

Die UN nennen in der Agenda 2030 das Ziel 7: „Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern.“ 

Ohne Energie keine Entwicklung. Ohne Entwicklung keine Freiheit. Und ohne Freiheit kein stabiler Frieden.

Was passiert, wenn Energie zuverlässig und bezahlbar verfügbar ist? China zeigt es: Günstige Energie hat Hunderten Millionen Menschen den Weg aus der Armut geebnet. Dabei agiert das Land technologieoffen – mit Solarpaneelen, Windkraft, Batterien, aber auch dem konsequenten Ausbau der Kernkraft.

Auch in Afrika zeigen sich Entwicklungspotenziale. Doch punktuelle Solarlösungen reichen nicht aus. Für Industrialisierung, Bildung und stabile Infrastrukturen braucht es eine wetterunabhängige, dauerhaft verfügbare Energieversorgung – rund um die Uhr.

Weltweit steigt der Energiebedarf, durch Rechenzentren, Urbanisierung, Mobilität und Industrie. Die Internationale Energieagentur berichtet: „In über 40 Ländern erlebt die Kernenergie ein starkes Comeback.“ Besonders kleine modulare Reaktoren könnten mit kontinuierlicher Innovation, gezielter Förderung und neuen Geschäftsmodellen eine zentrale Rolle spielen.

Solche Technologien schaffen günstige, saubere Energie, auch für ärmere Länder. Im Zusammenspiel mit Künstlicher Intelligenz ergibt sich daraus eine historische Chance: globaler Zugang zu Bildung, medizinischem Wissen, effizienter Verwaltung und digitaler Infrastruktur. KI kann Ressourcen besser verteilen, Bürokratie reduzieren und neue wirtschaftliche Produktivität ermöglichen.

Elon Musk sagt: „KI ist eines der mächtigsten Werkzeuge der Menschheit.“ Klug eingesetzt, schafft sie Freiheit und Würde.

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Frieden gestalten – unternehmerisch und vernünftig

Ich habe mein Leben nützlichen Werkzeugen gewidmet. Mit WIHA haben wir Werkzeuge entwickelt, auf die ich stolz bin. Und mein Sohn Wilhelm setzt diese Tradition fort.

Unternehmerischer Erfolg braucht Erfahrung, Offenheit, Mut und Zuversicht. Eine Zuversicht, die bei mir so ausgeprägt ist, weil ich an die Vernunft als die stärkste Kraft glaube. Sie hilft, langfristig zu denken, Risiken realistisch einzuschätzen und Verantwortung zu übernehmen. 

Frieden ist kein Zufall. Wir müssen das Richtige unternehmen, um ihn zu ermöglichen. Und ich bin zuversichtlich, dass uns dies gelingt.

Frieden entsteht dort, wo Menschen frei denken, lernen, arbeiten und leben können. Wo Ideen konkurrieren, nicht Armeen. Wo Wohlstand durch Kooperation entsteht, nicht durch Ausbeutung. Wo Energie, Bildung und Technologie Gemeingüter sind.

Deutschland steht vor der historischen Chance, aus seiner Geschichte, seiner Technologiekompetenz und seiner wirtschaftlichen Stärke heraus einen besonderen Beitrag zum Frieden zu leisten.

Lassen Sie uns Deutschland zum „Unternehmen Zuversicht“ machen … 

… indem wir als Innovationsführer für neue Energietechnologien vorangehen, statt uns ideologisch zu blockieren … 

… indem wir durch Technologieexporte von sauberer Energie-, Wasser- und KI-Infrastruktur Deutschland zu einer echten Friedensmacht machen. Dieser Export von Wohlstandsgrundlagen ist umso wirkungsvoller als Waffenlieferungen … 

… indem wir mit unserer deutschen Bildungslandschaft, von den Hochschulen bis zur dualen Ausbildung, global zur Verbreitung von Wissen beitragen. Digitale Bildungsplattformen, unterstützt durch KI, können weltweit Demokratie und Selbstbestimmung stärken … 

… indem wir als größte Volkswirtschaft Europas die EU stärker auf Kooperation, gemeinsame Energie- und Technologiepolitik ausrichten – als Gegengewicht zu autokratischen Systemen … 

… indem wir eine Renaissance der Sozialen Marktwirtschaft vorantreiben und zeigen, dass eine Wirtschaft, die Innovation mit sozialer Verantwortung verbindet, langfristig Stabilität und Frieden schafft – im Inneren wie im Äußeren … 

… indem wir – anstatt in Verbotsdebatten zu verharren – uns als Vorbild für kluge Regulierung und Technologiefreiheit hervortun und mit vernünftiger Regulierung, sozialer Marktwirtschaft und technologischer Offenheit eine friedliche und reiche Zukunft gestalten.

Frieden ist keine Illusion. Frieden ist ein erreichbares Ziel, wenn wir ihn als Folge der Freiheit gestalten. Mit bezahlbarer Energie, mit gerechtem Zugang zu Wissen, mit Dialog und gegenseitiger Achtung. Dann wird der Gedanke, dass die besten Jahre noch vor uns liegen, zur Wirklichkeit.

Dieser Beitrag ist ein Kapitel aus dem Buch „Unternehmen Zuversicht. 12 gute Gründe, warum die besten Jahre Deutschlands noch vor uns liegen” von Wilfried Hahn, das in der Edition Sandwirt erschienen ist und das Sie überall im Buchhandel und hier im Shop des Sandwirts kaufen können. 

„Zuversicht ist kein Gefühl, das man einfach hat. Sie ist eine Haltung, die man sich erarbeitet.” 

Wilfried Hahn

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