Na Servus! – Das war der März 26

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Na, Servus! Seit dem letzten Februartag haben wir es mit zwei großen Kriegen zu tun, die uns unmittelbar berühren und beunruhigen …

Wie der Krieg in der Ukraine zu Ende gehen soll, weiß kein Mensch. Wissen auch Selenski, Putin und Trump nicht: Kein Deal klappt. Jetzt also auch noch Krieg gegen den Iran. Putin profitiert vom zweiten Krieg: Plötzlich wird sein teures Öl wieder benötigt und Waffen, die der Ukraine helfen sollten, werden am Golf verbraucht. 

Erst versprach Donald Trump, es werde nur ein kurzer Ausflug. Das mit der Enthauptung des Regimes haben Israel und die USA ziemlich wörtlich gemeint: An der Spitze des Regimes wurden einige Dutzend Männer plus Familienmitglieder ausgelöscht. Auch das Staatsoberhaupt, der oberste Religionsführer Ali Chamenei ist tot. Doch sein Sohn Mojtaba Chamenei wurde zum Nachfolger ernannt, schwer verletzt vermutlich. Aber Enthauptung? Enthauptung sieht anders aus …

Das Volk soll den Regime-Change vollenden, nachdem 30.000 Regime-Gegner auf offener Straße von den Revolutionsgarden ermordet worden waren. Aber erst einmal bekommt dieses Volk Bomben und Raketen ab, die Israel und die USA geschickt haben, um es zu befreien. Es wäre schön, wenn es gelänge – Völkerrecht hin oder her. Es will aber nicht gelingen!

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Mag ja sein, dass die Iran auf Jahre hinaus keine Atombomben mehr bauen kann. Aber immer noch besitzt er genug Raketen und Drohnen, um unbeteiligte Nachbarstaaten anzugreifen. Als der Krieg begann, strandeten hunderttausende von Passagieren, weil die wichtigen Drehkreuze des Luftverkehrs in den Emiraten ausfielen. 

Die Marine des Iran ist angeblich auch komplett zerstört, aber zum Sperren und Verminen der Straße von Hormus reicht es allemal. Öl und Gasfelder sind bedroht, auf beiden Seiten. Mit den Entsalzungsanlagen ist die Lebensgrundlage der Wüstenregion gefährdet.

Das Geschäftsmodell der reichen Golfstaaten – Sicherheit und Luxus, für die finsteren Mullahs nichts als westliche Dekadenz – ist erst einmal beim Teufel. Jetzt wird Öl teuer, womöglich Gas knapp und Düngemittel auch – und alles, was durch die Straße von Hormus muss. 

Trump droht mit einem Ultimatum, mit Bodentruppen einerseits, andererseits hat er die Nase voll. Sollen sich andere drum kümmern, dass der Welthandel wieder funktioniert. Die Europäer aber wollen so wenig in den Krieg hineingezogen werden wie die Golfstaaten. Also, was nun? 

Trump behauptet, alle Kriegsziele seien so gut wie erreicht. Aber wissen das die Mullahs? 

Verliert Trump die Lust am Krieg, weil er sich nicht die Midterm-Elections, die Zwischenwahlen im Herbst verderben will? Vielleicht. Wieder einmal hat er etwas angestellt, aber weiß nicht mehr, wie er es abstellen soll. Große Staatskunst? 

Die eigenen Anhänger gehen ihm von der Fahne, weil sie eigentlich hofften, dass Trump alle paar Tage einen Krieg beendet. Vielleicht fängt er aber lieber noch einen anderen an: Kuba wartet angeblich nur darauf, von den USA überfallen oder befreit oder was auch immer zu werden.

Man weiß ja nicht, was gefährlicher ist: wenn Trump so tut, es könnten er und die USA vor Kraft nicht mehr laufen – oder wenn er wie weiland der letzte sächsische König sagt: „Macht euren Dreck allene!“ 

Vom Bundeskanzler weiß man ja auch nicht ganz genau, was er denkt. Erst dankt der Israel dafür, die Drecksarbeit für uns zu machen, dann ist ihm das alles doch nicht recht. Der Krieg lenkt auch nicht wirklich ab von der eigenen Misere, obwohl das Merz gern hätte: Bildung, Infrastruktur, Wohnungsbau, innere Sicherheit, Renten, Gesundheit, Energie – man kommt gar nicht mehr mit beim Aufzählen der Krisen im eigenen Land. 

Der Skandal des Monats im viel zu kalten März ist eine Megalüge der Regierung: Versprochen war 500 Milliarden Sonderschulden, pardon, Sondervermögen für Investitionen auszugeben. Herausgekommen ist nun laut Bundesrechnungshof, dass das viele Geld in gewöhnlichen Haushaltslöchern verschwindet. Der Kanzler aber hält seinem Klingbeil eisern die Stange. Der ist ja so sensibel. 

Dabei wundert sich nicht einmal mehr die SPD darüber, dass sie bei Wahlen ein ums andere Mal gerupft wird: In Rheinland-Pfalz verliert die ehemalige Volkspartei zehn Prozentpunkte. In Baden-Württemberg schafft sie gerade noch die Fünf-Prozent-Hürde. Das Vertrauen in Schwarz-Rot im Bund ist zerstört – aber die SPD blockiert weiter. 

Das war der März.

Na servus!

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