2023 – ein vorläufiger Jahresrückblick

Das neue Jahr 2023 ist gerade ein paar Wochen alt, dennoch war es schon jetzt reich an rühmlichen und unrühmlichen Höhepunkten: Michael Smith wurde – endlich – Darts-Weltmeister, Osprey und Omega zeigten bei „Wrestle Kingdom 17“ das beste Wrestlingmatch seit Jahren und Vince McMahon kehrte als WWE-Boss zurück, nachdem er noch letztes Jahr seinen Rücktritt nach einigen Skandalen erklärt hatte. Bei der Vierschanzentournee gewannen die Skispringer aus Deutschland wiedermal keinen Blumentopf. 

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Lützerath bleibt … nicht. Die Proteste der Klimabewegung waren umsonst. Na ja, nicht ganz. Der Steuerzahler darf die ca. zehn Millionen Euro, die der Einsatz gekostet hat, übernehmen. Danke für nichts, liebe Demonstranten!

Traurige Nachrichten gab es leider auch: Am letzten Tag des Jahres starb Joseph Ratzinger, der emeritierte Papst Benedikt XVI. Während sich die Welt respektvoll zum Abschied verneigte, kamen hämische Kommentare, wie schon beim Tod Queen Elisabeth II., ausgerechnet von den Leuten, die sonst nicht müde werden Respekt zu fordern und die Floskel „Hass ist keine Meinung“ bei jeder Gelegenheit predigen. 

Die Floskel des Jahres

Wo wir gerade bei Floskeln sind: Anfang des Jahres wurde auf tagesschau.de, im ZDF, von einigen Nachrichtendiensten und vom Spiegel die Meldung verbreitet, dass der Begriff „Freiheit“ von der Initiative „Floskelwolke“ zur Floskel des Jahres gewählt wurde. Welche Kriterien (sprachlich oder doch eher politisch) zur Wahl geführt haben, wurde indes offen gelassen. Interessanterweise wurde vom ZDF und von tagesschau.de ebenfalls nicht angegeben, wer sich hinter der „Floskelwolke“ verbirgt: Hinter der Initiative stehen Udo Stiehl und Sebastian Pertsch. Herr Stiehl ist Journalist und zufälligerweise Mitarbeiter beim ÖRR (WDR und Deutschlandfunk). Herr Pertsch ist ebenfalls Journalist und sowas wie eine lebende Twitter-Legende. Unvergesslich bleiben seine Beleidigungstiraden, die er all jenen an den Kopf warf, die anderer Meinung waren als er. Außerdem ist er noch selbsternannter Erklärbär, Sachbuchautor und liefert sich auf Twitter mit Sixtus und Böhmermann ein spannendes Duell, wer zuerst alle User blockiert hat. 

Grundsätzlich ist die sprachliche Auseinandersetzung mit unbedarft verwendeten Alltagsfloskeln und schiefen Sprachbilder ein lobenswertes Projekt. Aber wenn Sie nun das Gefühl haben, dass die fünf nominierten Floskeln für das Jahr 2022: „Freiheit“, „Sozialtourismus“, „technologieoffen“, „Klimakleber“ und „Doppel-Wumms“ weniger mit Sprache und mehr mit der politischen Meinung zweier Haltungsjournalisten mit Mission zu tun haben, kann ich Sie beruhigen: Mit diesem Gefühl stehen Sie nicht alleine da. 

Es hagelte Kritik von fast allen Seiten. Meine Vorschläge für die Floskeln des Jahres waren den Jungs, Mädchen und Diversen von tagesschau.de, ZDF oder Spiegel bisher übrigens keine Meldung wert. Dabei habe ich mir so viel Mühe gegeben. Selbstverständlich bin ich bei meiner Auswahl rein subjektiv vorgegangen. Hauptsächlich habe ich Begriffe gewählt, die mir sowohl 2022, als auch in den Jahren zuvor total auf die „Makronen“ gegangen sind: 

Platz 5: Tempolimit

Platz 4: Hochrisikotechnologie

Platz 3: Böllerverbot

Platz 2: Klimakatastrophe

Platz 1: Solidarität

Silvester in Berlin

Stichwort Böllerverbot. Da war ja was. Silvester kam es (mal wieder) zu Krawallen. Vor allem in Berlin wurden Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter angegriffen. Bundesweit wurden mehr als 280 Übergriffe gezählt. Als Ursache wurden die frei verkäuflichen Böller, die Coronamaßnahmen und „gruppendynamische Prozesse junger Männer“ genannt. Was immer das auch sein mag. 

Vor Silvester sollte übrigens ein Böllerverbot her, um die Tiere zu schützen. Dieses Argument kommt seit Jahren meistens ausgerechnet von den Leuten, die am liebsten ganze Waldstücke mit Windrädern zu bauen wollen. Da sind die Tiere dann komischerweise egal. Sollen die sich doch einen anderen Wald suchen, hier geht es ums Klima! Aber gut. Jetzt soll das Böllerverbot kommen, um „gruppendynamische Prozesse junger Männer“ an Silvester zu verhindern. Viel Erfolg!

Hasnain Kazim hat es im Presseclub ganz gut auf den Punkt gebracht: „Rechte äußern sich rassistisch, während Linke jeden, der sich zum Thema äußert, als „Rassisten“ bezeichnen.“ 

Am liebsten würden Linke das Thema komplett ignorieren und totschweigen. Während Rechte von einem kompletten Scheitern der Integration und einer „Umvolkung“ schwadronieren. Letztendlich geht es beiden weder um die Jugendlichen, noch um die angegriffenen Polizisten, Feuerwehrleute oder Sanitäter. Es geht beiden nur darum, diese Krawalle bestmöglich zu instrumentalisieren. Wann haben wir eigentlich aufgehört, kritische Themen in der Mitte der Gesellschaft zu diskutieren? 

Wir brauchen dringend eine Diskussion über ein Ende der nachsichtigen Justiz, konsequente Ahndung der Straftaten und über das Fordern einer besseren Integration. Für die Arbeit mit den Jugendlichen und deren Familien sollten eigentlich zusätzlich mehr Sozialarbeiter eingesetzt werden. Zum Glück werden wir die nächsten Wochen nicht darüber, sondern über den „strukturellen Rassismus“ in der Union reden. Aber, vielleicht passiert ja doch noch ein Wunder bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin.

Was wird 2023 noch alles passieren? (Achtung, Satire! Weiterlesen auf eigene Gefahr!)

Werfen wir doch gemeinsam einen Blick in die Glaskugel und schauen, was dieses Jahr alles passieren wird. 

Wo wir eben bei der Wahl in Berlin waren: Nachdem die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin schon wieder im Chaos endet, beschließt die Bundesregierung einstimmig mit den anderen 15 Bundesländern, Berlin an den Höchstbietenden zu verkaufen. Den Zuschlag erhält Elon Musk. Als erstes lässt er auf Twitter abstimmen, ob nun Trump, Greta oder Raed Saleh Bürgermeister werden soll. Trump setzt sich klar durch und wird als neuer Bürgermeister von Berlin vereidigt. Die Berliner nehmen es mit Humor: Ein älterer Herr meint nach der Abstimmung lapidar: „Wenigstens dürfen wir weiter Autofahren.“

Dank des unermüdlichen Einsatzes der Klimakleber (Hallo, Floskelwolke!) kommt die Bundesregierung doch noch zur Besinnung. Im Eilverfahren werden Neun-Euro-Ticket, ein Tempolimit von 100 auf den Autobahnen, Flugverbot für Urlaubsreisen (gilt natürlich nicht für Grüne, die um die Welt fliegen, um sich über die Schäden der Klima-Apokalypse zu informieren) und der sofortige Wechsel auf regenerative Energien beschlossen. Die Klimakatastrophe wird dadurch, wie von „Wissenschaftlern“ schon seit Jahren prognostiziert, sofort gestoppt. Deutschland hat es endlich geschafft, die Welt zu retten! Verlierer sind allerdings die Sommertouristen an Nord- und Ostsee. Diese frieren bei regnerischen 15 Grad im Hochsommer in ihren Strandkörben. 

Der Sommerhit des Jahres wird dieses Jahr von den Toten Hosen kommen. Als Gegenentwurf zum letztjährigen Skandalsong „Layla“ komponieren die Altpunker eine Hymne, die von einer alleinerziehenden nicht-binären Person mit Migrationshintergrund handelt, die als Köchin in der lokalen Polizeikantine gegen den strukturellen Rassismus in der Gesellschaft und der Polizei kämpft. Es hagelt Ehrungen und Preise von der Musikindustrie. Auch der Bundespräsident ist total begeistert. Nach eigenen Angaben pfeift er das Lied jeden Morgen unter der Dusche. So geht Punkrock!

Alles hätte so schön werden können: Die AfD, die sich wirklich ehrlich um den Frieden in Europa sorgt, will Vladimir Putin zu ihrem Parteitag als Gastredner einladen. Als ersten Schritt in Richtung Friedensverhandlungen natürlich. Nicht, weil die Partei dem Kreml hörig ist. Leider wird aus dem Auftritt nichts. Putin ist einen Tag vor dem Parteitag in Berlin-Marzahn bei einem gewissen Gunnar L. zum Essen eingeladen. Geplagt von schlimmen Magen-Darm-Beschwerden muss der russische Präsident die Heimreise antreten. So ein Pech!

Ich wünsche Ihnen ein schönes, erfolgreiches und gesundes Jahr 2023! Verlieren Sie ja Ihren Humor nicht.

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