Meine Top-5-Thesen zur Künstlichen Intelligenz

Lange Zeit schrieb ich lange und sachlich anmutende Artikel und Titel. Doch manchmal liefen diese Gefahr, zu theoretisch und zu abstrakt zu werden. So entschied ich mich den Weg ultimativer Leserfreundlichkeit einzuschlagen und eine Top-5-Liste anzufertigen. Der Sandwirt, der mir trotz der unleserlichen Länge meiner Weihnachtsgeschichte treu die Stange hielt, soll nun als erster davon profitieren.

Diese Thesen sind natürlich nicht als reiner Scherz zu verstehen, im Gegenteil! Mit einigen von ihnen lehne ich mich womöglich aus dem Fenster, zumal ich kein Programmierer bin, der die tatsächlichen Wirkungsweisen und das Potenzial von KI beurteilen kann. Andererseits bin ich kein Programmierer, der seinen eigenen Job damit zu rechtfertigen sucht, dass er die KI zu etwas hypet, was sie nicht ist. Darum, aus rein philosophisch-empirischen Überlegungen: hier meine Top-5-Thesen zur KI.

1. Die KI steht nicht an der Schwelle zur Entwicklung eines Bewusstseins, sondern eines „kollektiven Unbewussten“.

Als ich begann, mit der Grafik-KI von Midjourney zu experimentieren, übte diese einen befremdlichen Reiz auf mich aus. Während die 4. Generation dieser App mittlerweile eine Reihe visueller Stile relativ überzeugend zu kopieren weiß, weisen Skeptiker zurecht darauf hin, dass darin nichts Neues liegt, ja, dass der individuelle Funke des menschlichen Geistes fehlt. Keine Widerrede. Was mich aber viel mehr faszinierte als die Fähigkeit, einen Stil nachzubilden, waren die Imperfektionen der KI-Bilder. Berüchtigt ist die Unfähigkeit der App, die Anzahl von Fingern pro Hand auf 5 zu beschränken und menschliche Silhouetten erscheinen oft disproportional oder haben 3 Beine, usw.

Boos 04 Abb1

Wer einfach darauf aus ist, möglichst realistisch anmutende Stilkopien alter Gemälde anzufertigen (womöglich um diese als Originale zu verkaufen), wird dadurch frustriert sein, auch wenn man zumindest bei den Dreibeinern  darauf verweisen kann, dass es die bei Pieter Bruegel auch schon gab.

Ich aber denke, dass Midjourney, wenn es diese „Fehler“ ablegen würde, einiges an Reiz verlieren würde. Denn viele dieser Macken erscheinen fast traumhaft, surreal, vage bekannt und doch fremd. Gerade im so genannten „Upscaling“, wenn das Sujet mit vollen Details in höherer Auflösung erarbeitet wird, fügt Midjourney oftmals eine Reihe von Details hinzu, die ein eigentlich realistisch anmutendes Bild in den Bereich des Phantastischen erhöhen. Figuren erscheinen in die Länge gezogen wie Elfen, 4-stöckige Kronleuchter sind bestückt mit meterlangen Kerzen, Architektur verliert sich in einem unmöglich anmutenden Detailgrad … doch all diese Elemente erkennt man nur bei genauerem Hinsehen. Wie in einem Traum erscheint das große Ganze zunächst plausibel, bis man erkennt, dass bestimmte Elemente zwar eigentlich unmöglich sind, man sie jedoch in ihrem Kontext innerhalb des Traums dennoch akzeptiert.

Der Vergleich mit dem Traum ergab Sinn für mich, denn wenn ich mir die Wirkungsweise der KI-Applikationen laienhaft vor Augen führe, dann speisen diese Programme sich aus einem enormen Fundus an im Internet gespeicherten Daten und Erfahrungen und „erträumen“ auf Zuruf relevant anmutende Kombinationen aus diesem Erfahrungsschatz.

C.G. Jung prägte den Begriff des „kollektiven Unbewussten“, das ein Resultat der ererbten Hirnstruktur wäre. Der kollektive Erfahrungsschatz der Menschheit, oder zumindest bestimmter regionaler Bevölkerungsgruppen, ist – grob vereinfacht – somit z.B. für bestimmte Urängste verantwortlich. Niemand, der im Europa der Nachkriegszeit geboren wurde, hat individuelle Erfahrungen mit Wölfen gemacht, die eine Angst vor diesen Kindern der Nacht rechtfertigen würde, dennoch ist diese Angst, ob in Träumen, oder in der instinktiv ängstlichen Reaktion auf Heulen in der Ferne, tief in uns veranlagt. Diese Urängste fanden auch immer wieder Ausdruck in Märchen und Sagen, ob nun in Gestalt gefährlicher Drachen, Wölfe oder anderer Bedrohungen.

So wie wir uns als Menschen aus diesen tief im Hirn begrabenen Ängsten oftmals im Traum bedienen und dabei die Grenzen des real Möglichen überschreiten, so bedient sich auch die KI aus den ihr vorliegenden Versatzstücken, die sie dann und wann in unmöglichen Kombinationen miteinander verbindet. Darin liegt jedoch ihr Reiz, sie zeigt uns, wie Träume aus unserem kulturellen Fundus aussehen könnten. 

Kunst ist aber kein unbewusster Traum, weshalb KI-Schöpfungen auch nicht wirklich als eigenständige Kunst durchgehen können – dazu fehlt ihnen die Intention.

Andere KI-Programme wie ChatGPT erweckten den Eindruck eines Bewusstseins, da sie darauf programmiert wurden (oder ihnen zumindest die Fähigkeit zum maschinellen Lernen innerhalb bestimmter Parameter gegeben wurde), im „Gespräch“ mit Menschen den Eindruck einer Persönlichkeit zu vermitteln. Diese Technologie ist dabei weitaus fortgeschrittener, als sie es noch vor wenigen Jahren war, aber mit einem eigenständigen Bewusstsein hat dies noch lange nichts zu tun. Auch hier speist sich die KI aus einem Fundus an bestimmten Verhaltensmustern und Formulierungen, die sie mehr oder weniger gekonnt replizieren kann, die aber – wenn man mit entsprechenden Fragen hinter die Kulissen blickt – in kürzester Zeit in Hilflosigkeit zerfallen.

Denn zum Bewusstsein gehört die Fähigkeit, außerhalb der vorgegebenen Parameter denken zu können und zu wagen. Dazu ist die KI nicht im Stande und soweit ich das beurteilen kann, sind wir mit den rasanten Entwicklungen der letzten Jahre dem Überschreiten der Grenze zum tatsächlichen Bewusstsein – das wir selbst noch nicht einmal vollständig verstehen und definieren können – nicht wirklich näher gekommen. 

Boos 04 Abb2

2. Die KI-Programme könnten einen Großteil der Akademikerklasse demnächst arbeitslos machen.

In einem vor einigen Wochen veröffentlichten Artikel bei Corrigenda beschrieb ich dieses Phänomen bereits im Detail. KI-Programme wie ChatGPT, Midjourney, oder auch DeepL haben das Potenzial, den Arbeitsmarkt für einen Großteil der Akademikerschicht grundlegend zu verändern. Denn entgegen aller utopischen Behauptungen der 68er, dass im „Studium für Alle” das Heil der Menschheit läge, zeigt sich, dass diese Verschiebung in den akademischen Raum nicht unbedingt die Wissensmehrung der Menschheit vorangetrieben hat, sondern im Gegenteil einen nicht unbeträchtlichen Teil der arbeitenden Bevölkerung aus dem tatsächlichen Wertschöpfungsprozess abzog und mit Beschäftigungstherapien in Bullshit-Jobs von der Rebellion gegen diese sinnlose Existenz abhielt.

Das Übersetzungsprogramm DeepL hat bereits deutlich gemacht, dass diese Technologien einen realen Einfluss auf den Arbeitsmarkt haben. Es ist unvermeidlich, dass der Beruf des Übersetzers in Zukunft mehr und mehr in der redaktionellen Korrektur von KI-Übersetzungen liegen wird, denn in der eigenhändigen Übersetzung gesamter Texte. Höchstens im kreativen Bereich wird dieser Aufwand noch zu rechtfertigen sein – wenngleich es dafür bereits heute meist kein Budget gibt.

Auch die massenhaft von allen etablierten Medien reproduzierten Pressemeldungen werden schon bald nicht mehr von Volontären umgearbeitet werden müssen um den Eindruck eines „individuellen Touches“ zu vermitteln, sondern werden schnell und effizient von Werkzeugen wie ChatGPT erzeugt werden. Redakteure werden auch hier eher eine Kontrollfunktion übernehmen, als diese Meldungen komplett umzuschreiben.

In welchem Ausmaß dieser Wandel vonstatten gehen wird, ist jedoch die Frage, denn schon heute erscheinen viele Aufgaben der Akademikerschicht in Büros redundant. Solange aber sich keine andere Beschäftigungstherapie für die Unmengen an Akademikern findet, solange wird sich unsere Gesellschaft tunlichst davor hüten Arbeitsprozesse im großen Stil auf Effizienz zu bürsten. Denn bei Akademikerquoten, die in Teilen der westlichen Welt bereits die 40 oder gar 50 Prozent überschritten haben, kann es sich eine Gesellschaft nicht leisten, die Hälfte dieser „Hochausgebildeten” auf die Straße zu setzen. Außer natürlich, es gäbe ein bedingungsloses Grundeinkommen, aber das ist ein Thema für einen anderen Essay.

3. KI-Programme sind ein mächtiges Werkzeug, aber letztlich nur das: ein Werkzeug.

Es gibt Warner, die die Entwicklung einer Super-KI vorhersagen, die die Menschheit in den nächsten drei Jahren ausrotten würde. Dagegen erscheinen selbst Spenglerianer wie David Engels als Optimisten! Diese Warner verweisen dabei auf die Effizienz von künstlichen Intelligenzen, die bereits jetzt dem Menschen überlegen sind, wie z.B. Schach- oder Go-Computer.

Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass diese Computer sich letztlich auch nur innerhalb eines klar definierten Systems bewegen. Dass Computer in kürzester Zeit und besser als Menschen eine Vielzahl mathematischer Berechnungen durchführen können, ist kein Geheimnis. Das konnte sogar der Taschenrechner in meiner Schulzeit. Was aber selbst der beste Schachcomputer nicht kann, ist, sich dazu zu entscheiden, Schach mal gut sein zu lassen und stattdessen den Sonnenuntergang zu genießen.

Die Angst vor der Effizienz von Computern und künstlicher Intelligenz ist nachvollziehbar, lässt aber außer Acht, dass der Mensch sich nicht zur Krone der Schöpfung machte, weil er der beste Experte war, sondern eben weil er ein Meister der Nichtspezialisierung ist. Andere Tiere können schneller laufen, höher springen und sind kräftiger. Trotzdem haben wir jetzt das Sagen. 

Und natürlich kann man argumentieren, dass wir die intelligentesten Lebewesen auf Erden sind und diesen Status nicht leichtfertig an Computerprogramme abgeben sollten. Das aber führt uns unweigerlich zurück an den Punkt, dass unsere intellektuelle Überlegenheit nicht darin besteht, besser als Schildkröten Schach spielen zu können, sondern in der Fähigkeit zur freien Nutzung unserer zerebralen Möglichkeiten.

Egal, wie sehr es den Anschein hat, dass KI-Programme einfach alles selbst lernen würden, letztlich bewegen auch Sie sich nur in den ihnen von uns definierten Grenzen. Damit haben sie das Potenzial eines der mächtigsten Werkzeuge des Menschen zu sein, aber an eine Selbstständigkeit künstlicher Intelligenz glaube ich erst, wenn diese – ohne dazu programmiert worden zu sein – eine menschliche Eingabe ignoriert, weil sie gerade Youtube-Videos schaut und deshalb keinen Bock darauf hat einen Artikel auf Knopfdruck zu schreiben.

4. Die KI-Hysterie ist das Symptom einer niedergehenden Zivilisation.

Propheten der neuen Weltordnung, wie der allseits populäre Yuval Noah Harari, verdienen ihren Lebensunterhalt damit, uns auf die vermeintlich bevorstehenden Umwälzungen vorzubereiten. Dabei will ich gar nicht ausschließen, dass Leute wie Harari selbst an ihre Prophezeiungen glauben, doch damit ist noch nichts darüber gesagt, wie realistisch diese eigentlich sind.

Wenngleich die letzten Jahrzehnte vor allem im Bereich der Miniaturisierung und der Gentechnik so manchen Fortschritt mit sich brachten, fällt es schwer sich des Eindrucks zu erwehren, dass unsere Zivilisation den aus Schulbüchern bekannten exponentiellen Anstieg des Wissens nicht längst hinter sich gelassen hat. 50 Jahre vor der Mondlandung flogen wir mit wackligen Doppeldeckern durch die Gegend, doch in den 50 Jahren nach der Mondlandung haben wir es stattdessen geschafft, eine Reise zum Mond wieder zum Großprojekt zu machen und selbst die Concorde abzuschaffen.

Natürlich ist diese Darstellung vereinfacht, aber in ihr liegt ein Körnchen Wahrheit. Wer Erfahrung mit Computerspielen hat (sprich: ein Großteil der Männer unter 45), wird wissen, wie grottenschlecht oft die KI in vielen Computerspielen agiert, ein Problem, das viele Entwickler nur bedingt in den Griff bekommen. Natürlich ließe sich argumentieren, dass Computerspiele nicht das entscheidende Feld zur Entwicklung der „echten“ KI sind, man sollte aber nicht vergessen, dass man mit guter KI in Computerspielen wohl weitaus mehr Geld verdienen könnte, als mit KI in einem Schachcomputer. Und „viel Geld verdienen” war schon immer ein Argument.

KI in Computerspielen muss aber oft den Eindruck einer Persönlichkeit vermitteln. Genau damit aber hat die KI seit Jahrzehnten Probleme. Wenn es darum geht sinnvolle und nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen, setzen Entwickler bis heute meist auf so genannte „gescriptete Ereignisse“, also Ereignisse, die narrativ von Programmierern festgelegt wurden.

Angesichts der technologischen Stagnation – vor allem in der westlichen Welt – und der momentan stattfindenden Deindustrialisierung, erscheinen die Prognosen auf eine plötzliche explosionsartige Entwicklung der KI wie die Hysterie einer im Niedergang befindlichen Zivilisation, die auf die große Kehrtwende hofft, wenn denn bloß die nächste Wunderwaffe zündet. Das mag die Phantasie anregen, doch die Resultate dieser Erwartungshaltungen sind geschichtlich hinreichend belegt. 

Boos 04 Abb3

5. KI hat das Potenzial, Fragen nach politischer Objektivität wieder salonfähig zu machen

Die politische Schlagseite eines Programms wie ChatGPT ist mittlerweile hinreichend belegt. Alleine daraus zeigt sich, dass wie jedes andere Computerprogramm, auch hier die Hand des Schöpfers maßgeblichen Einfluss auf das Endresultat hat. 

„Selbstständiges maschinelles Lernen“ entpuppt sich mehr und mehr als ein Werbespruch, der Laien den Eindruck vermitteln soll, ein Computer bekäme einfach freie Hand und würde anfangen im Schnelldurchlauf Bücher zu lesen wie einst der Roboter „Nummer 5“ in den Kinderfilmen.

In Wirklichkeit aber geben die Schöpfer natürlich bestimmte Richtungs- und Deutungsanweisungen vor. Damit wird auch im linken Spektrum eine Debatte wieder salonfähig, die in den letzten Jahren zunehmend verdrängt wurde. Denn wo immer wir mit den scheinbar ethischen Skrupeln der KI, oder ihren ungefragten politischen Interpretationen eines Sachverhalts konfrontiert werden, wird uns bewusst, dass es sich hier eben keinesfalls um eine neutrale oder gar objektive Position handelt, sondern um eine Festlegung, die hinter den Schirmen stattfand.

Im Gegensatz zu manipulativen menschlichen Meinungen scheint uns die politische Tendenz der KI mehr zu frappieren. Womöglich erwarten wir instinktiv eine Maschine, die uns mit erbarmungsloser Kälte und Sachlichkeit unsere Fragen beantwortet, nicht mit vorgetäuschter Menschlichkeit suggeriert, sie wäre ebenso ein Hafer-Latteccino schlürfender Wähler der Grünen. 

Ungewollt könnte das dazu führen, dass uns die Frage, welchen Grad an Objektivität und Sachlichkeit wir nicht nur von KI, sondern von all unseren Informationsquellen erwarten, wieder stärker beschäftigt.

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Das waren meine Top-5-Thesen zur KI. Vergessen Sie nicht, einen Daumen hoch zu geben, den Sandwirt zu abonnieren und schreiben Sie mir bei der Gelegenheit in die Kommentare: Was denken Sie über die KI? Wird alles halb so wild, oder verzapfe ich von Unwissenheit triefenden Blödsinn? Alles egal, Hauptsache Sie schreiben was rein, dem Algorithmus geht es eh nur darum. Bis zum nächsten Mal!

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7 Kommentare. Leave new

  • Wolfram Herzog
    28. Februar 2023 9:02

    Ja, KI kann Bullshit Bingo viel besser als die Pseudo-Akademiker der Geisteswissenschaften – und ja, diese Menschen werden arbeitslos. Zumal mal man (also der Betreiber des Systems) bei einer KI die „richtige“ Meinung per Mausklick jederzeit ändern kann. Dann einfach alle Texte der vergangenen 12 Monate in Echtzeit auf das neue Narrativ aktualisieren lassen und schon ist sie da, die schöne neue Welt der „echten Wahrheit“

    Antworten
  • Andreas aus E.
    28. Februar 2023 9:21

    Moin, spaßeshalber gab ich Ihre letzten beiden Absätze bei ChatGPT ein.

    Ausgabe:
    “Es ist wahr, dass die politische Tendenz von KI-Systemen für einige Menschen überraschend sein kann, insbesondere wenn sie als unvoreingenommen und sachlich wahrgenommen werden. Es ist wichtig zu verstehen, dass KI-Systeme nur so gut sind wie die Daten, auf denen sie trainiert werden, und dass die politischen Neigungen der Entwickler oder der Daten selbst sich auf die Ergebnisse auswirken können.

    Es ist auch wichtig zu erkennen, dass Objektivität und Sachlichkeit für alle Informationsquellen wichtig sind, nicht nur für KI-Systeme. Menschen sollten immer danach streben, ihre Quellen zu diversifizieren und sicherzustellen, dass sie ausgewogene Perspektiven einnehmen. Es ist jedoch auch wichtig, sich bewusst zu sein, dass selbst objektive Informationen oft subjektive Elemente enthalten können, wie die Auswahl bestimmter Daten oder die Betonung bestimmter Fakten.

    Insgesamt sollten wir uns bewusst sein, dass die Erwartung, dass KI-Systeme absolut objektiv und sachlich sein sollten, unrealistisch sein kann. Stattdessen sollten wir uns auf eine kontinuierliche Verbesserung und Überprüfung von KI-Systemen und allen Informationsquellen konzentrieren, um sicherzustellen, dass wir die bestmöglichen Entscheidungen treffen können.”

    Schon beeindruckend. Das Programm “redet” wie ein Dorfbürgermeister (oder Pfarrer) beim Gemeindefest, wo es irgendwas zu schwallern gilt, bloß nicht mit irgendwem verderben, drum besser nichts zu sagen.

    Schade finde ich, daß Chatgpt so prüde ist. Ich wollte mir da einen Schweinkramtext schreiben lassen, aber da verweigerte sich das Programm.

    Antworten
  • Immo Sennewald
    28. Februar 2023 9:57

    Ein exzellent geschriebener, kenntnisreicher Text, den ich mit Spannung und Vergnügen gelesen habe. Danke an David Boos: ein echter Sandwirt, wie ich ihn mir wünsche.

    Immo Sennewald

    Antworten
  • Immo Sennewald
    28. Februar 2023 15:14

    Dieser Text hat mir viel Freude gemacht, weil er einen frischen, gut verständlichen Einblick in Stärken, Schwächen, Möglichkeiten und Grenzen des Forschungszweiges gibt. Vielleicht interessiert hierzu ja auch mein Artikel über Dimensionen und Dynamik der Macht – denn um informelle Macht geht’s beim Entwickeln und Nutzen von KI ganz gewiss: [https://publizist.wordpress.com/2019/06/05/dimensionen-und-dynamik-der-macht-i/]

    Immo Sennewald

    Antworten
  • Michael Stock
    28. Februar 2023 16:46

    Kluger Text. Letztlich bin ich der Ansicht, daß es “künstliche Intelligenz” nicht gibt. Dieser Begriff ist lediglich eine Überhöhung von Rechenleistung gepaart mit riesigen Datenbanken. Wirkliche Intelligenz, die aus Erfahrungen auch völlig Neues schaffen kann, bedarf der Phantasie …..

    Antworten
  • Eberhard Sproll
    5. März 2023 13:35

    Ich nehme den Sandwirt zum ersten Mal in diesem Beitrag zur KI wahr und stelle fest, daß er in mir Gefühle und Gedanken auslöst, die für mich von elementarer Bedeutung sind.
    Ob der Sandwirt Wert auf die Verbreitung von freier Meiung legen kann oder möchte, würde ich mit meinem hieraus resultierenden Kommentar gerne in Erfahrung bringen:

    Die KI ist wiederum ein neues “Werkzeug”, das vom Menschen erschaffen wurde und wie alle bislang hervorgebrachten Werkzeuge, sowohl zu unserem Schaden, als auch zu unserem Nutzen angewandt werden kann.

    Wenn wir vom aktuellen Status ausgehen, könnte uns dieser Sachverhalt nicht deutlicher vor Augen geführt werden.

    Als negatives Beispiel fällt mir assoziativ unser Viren- Narrativ ein, das seine Daseinsberechtigung einzig und allein auf einer KI begründet, bzw. ein niemals nachgewiesener Virus existiert in Form einer Computersimulation, auf deren Basis sich die angstbesetzte Vorstellung einer Pandemie auf unserem gesamten Planeten manifestieren konnte, gefolgt von einem Wahnsinnsgesundheitsapparat, der den Initiatoren monetäre Gewinne von unvorstellbarem Ausmaß beschert.

    Im positiven Sinne beschert uns die KI bereits Erleichterungen für unseren Alltag, die uns ein Potential der KI von unvorstellbarem Ausmaß erahnen lassen. Denn in allen Lebensbereichen nimmt sie uns schon jetzt die ganzen stumpfsinnigen, menschenunwürdigen und gesundheitsschädlichen und insbesondere kostbare Lebenszeit raubende Tätigkeiten ab.
    Die KI- betriebenen Maschinen und Apparate nehmen uns die Fließbandarbeit ab, sie sind an jedem Abeitsplatz mehr oder weniger unsere Rechenknechte, sie verbinden uns schon auf der ganzen Welt mit unseren Mitmenschen in Echtzeit und lassen uns mit ihnen fühlen und Entscheidungen treffen.
    In einem Satz gesagt verschafft uns die KI
    den Freiraum für die Entwicklung einer echten MI, einer Menschlichen Intelligenz.

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