Auf dem Plattenspieler: Diamand Dogs

Künstler: David Bowie

Album: Diamond Dogs (RCA Victor 1974)

Musiker lassen sich immer gerne mal von Literatur oder Filmen inspirieren, nicht nur für die Songtexte, sondern auch für ihre Kompositionen. So geschehen auch bei der Scheibe, die sich heute auf dem Plattenspieler dreht: „Diamond Dogs“ vom ikonischen Superstar David Bowie. Und dieses so wichtige Album ist gerade 50 Jahre alt geworden. Happy Birthday!

David Bowie plante das Album ursprünglich parallel in drei Formaten zu produzieren, als Schallplatte, Musical und als Film. Das Ganze sollte eigentlich „The 1980 Floor Show“ heißen und auf dem berühmten dystopischem Roman 1984 von George Orwell basieren. Hierzu versuchte er, die Genehmigung der Erben Orwells zu bekommen, doch diese lehnten ab. Das nahm Bowie jedoch keinesfalls den Wind aus den Segeln. Er entschied sich, das Album trotzdem zu produzieren und Orwells Buch lediglich als kreative Inspiration zu nutzen, was ja nicht verboten war. Man erkennt den Einfluss des Buches deshalb trotzdem an den Texten und an Songtiteln wie „1984“.

Bowie hatte zwei große Ziele, die er mit seinem neuen Album erreichen wollte: Zum einen war es sein Plan, eine Art Protestalbum in Form einer Zukunftsvision zu produzieren. Die Texte sollten seine Sorge um die Zukunft der Menschheit widerspiegeln und dabei das Bild einer apokalyptische Stimmung malen. Zum anderen versuchte Bowie, mit dieser Scheibe einen musikalischen Umbruch zu neuen Wegen einzuleiten. Er wollte weg vom klassischen Gitarrenrock, hin zu moderneren Gefilden der Popmusik, die in den 70er Jahren vor allem durch Disko und das Aufkommen von Synthesizern geprägt war. 

Bowie suchte einen modernen, futuristischen, nach sieben gitarrenlastigen Langspielplatten völlig neuen Sound zu schaffen. Der Umbruch bot sich perfekt an, um seine inhaltliche Vision musikalisch zu untermalen und in ein futuristisches Licht zu setzen, was ihm auf Diamond Dogs auf sensationelle Weise durch den Einsatz von modernen Instrumenten wie Moog und Mellotron gelang. 

Sei noch erwähnt, dass Bowie nach der Entlassung seines Gitarristen Mick Ronson im Studio erstmals alle Gitarren selber einspielte und auch an die Arrangements und den Mix Hand anlegte.

Bowie schaffte es, sich mit diesem Album musikalisch komplett neu zu erfinden, wegweisend für die nächsten Werke, und das ohne sich zu verbiegen, es sich mit den Fans zu verscherzen oder Einbußen bei Verkäufen in Kauf zu nehmen. Im Gegenteil, das Album ist so kreativ und bis heute Kult, es erlangte in einigen Ländern Goldstatus.

Mich hat Diamond Dogs ebenfalls inspiriert. Und zwar darin, mich zu trauen, auch größere Hürden der Veränderung zu wagen und dabei nicht zu viel darüber nachzudenken, sondern lieber meiner Idee, meiner Inspiration und vor allem meinem Herzen zu folgen.

Lassen Sie sich von David Bowie inspirieren! Das Album ist es auf jeden Fall wert, noch einmal gehöret zu werden:

Hier auf YouTube finden Sie Diamond Dogs von David Bowie in voller Länge.

Beitrag teilen …

Der nächste Gang …

Julian Marius Plutz Blog

Am Stammtisch #2: Carlos A. Gebauer

Julian Marius Plutz Blog

Das Ende einer unwürdigen Vorführung

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Fill out this field
Fill out this field
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
You need to agree with the terms to proceed