Auf dem Plattenspieler: The Meters

Künstler: The Meters

Album: New Directions (1977 Warner Bros. Records)

Mit „New Direction“ von den Meters liegt heute für Sie ein Album einer echte Funk-Kultband aus New Orleans auf dem Plattenteller. Ein Klassiker einer Combo, die bereits in den 60er Jahren vom legendären Songwriter Allen Toussaint entdeckt wurde. Los ging es 1965: Art Neville, später auch berühmt durch die Neville Brothers, gründete die Gruppe zusammen mit Bassist George Porter Jr., Drummer Joseph „Zigaboo“ Modeliste und Gitarrist Leo Nocentelli. 

Während die Truppe in den 60ern vor allem als Begleitband für Interpreten aus der Musikszene von „The Big Easy“ wie Fats Domino oder Lee Dorsey die Bühnen rockte, begannen The Meters in den 70ern das Funk-Genre mit ihren acht faszinierenden Studioalben nachhaltig weiter zu entwickeln und wurden auch über die Stadtgrenzen der Musikmetropole New Orleans hinaus berühmt. Ihr Ruf brachte ihnen auch Gastspiele auf Alben von Robert Palmer, Dr. John oder dem Beatle Paul McCartney ein. Bis heute gehören The Meters zu den wichtigsten und stilprägendsten Bands der Funkszene und werden von vielen auch als Gründungsväter des Funk bezeichnet.

Das Besondere am New Orleans Funk der Meters ist die knochentrockene, stark synkopierte Rhythmussektion, geprägt durch eine besondere Harmonie des Schlagzeugspiels mit sehr reduzierten aber enorm groovenden Basslines. Das hören Sie schon auf den frühesten Aufnahmen aus dem Jahr 1969 und mich hat das nicht nur als Musikfan, sondern auch als Produzent vom ersten Tag an geprägt. Diese Art des Rhythmus hat mich sehr beeinflusst, wenn es um das Programmieren von Schlagzeugspuren geht.  

Aus meiner Sicht sind alle Studioalben der Meters mehr als hörenswert und ich habe mich wirklich schwer getan für Sie eines heraus zu picken. Meine Favoriten sind „Rejuvenation“ (1974) und das erfolgreichste Album der Gruppe „Fire on the Bayou“ (1975). Ich habe mich aber für ihr letztes Studioalbum nämlich „New Direction“ aus dem Jahr 1977 entschieden. Warum? Weil es nicht nur eine Ohrenweide ist, sondern auch weil dieser Longplayer das komplette Spektrum der Meters gut zusammenfasst, vom früheren trockenen New-Orleans-Funk mit Hymnen wie „Funkify Your Life“ über eigenwillige Eigeninterpretationen von Klassikern wie in diesem Fall „Stop That Train“ von Peter Tosh bis hin zu Discohymnen wie „Be My Lady“. 

Besonders an diesem Album ist auch die Tatsache, dass sich Art Neville für die Aufnahmen den Bläsersatz einer weitere Kultband des Funk, nämlich Tower Of Power aus Kalifornien, ins Studio holte, die mit ihrem markanten messerscharfen Sound noch eine zusätzliche Note auf das Album zauberten.

Leider haben sich The Meters nach diesem Album vorübergehend aufgelöst und alle Wiederbelebungsversuche in den 80er und 90er Jahren konnten nicht mehr an die Erfolge der früheren Jahre anknüpfen. 

Großartig aber, dass die Truppe trotzdem immer wieder mal live zu bewundern war und ich so Anfang der 90er ein unfassbar gutes Konzert erleben durfte. Als The Meters beim New-Orleans-Karneval, dem berühmten Mardi Gras auftraten und zwei Stunden lang die Massen zum Tanzen brachten. Das bescherte mir ein Hochgefühl, das ich wohl nie vergessen werde.

Meinen Anspieltipp „Funkify Your Life“ vom Meters Album „New Direction“ können Sie hier auf YouTube hören.

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