Bitcoin: Es gibt nichts Mächtigeres als eine Idee, deren Zeit gekommen ist

Wenige Phänomene unserer Zeit werden so gründlich missverstanden wie die größte Kryptowährung der Welt. Denn Bitcoin ist mehr als Geld. Darum fürchten ihn die Mächtigen so sehr.

Neue gesellschaftliche Entwicklungen kommen in Wellen. Von Weitem sehen diese oft klein und unbedeutend aus. Doch manche dieser Wellen sind Tsunamis und wenn sie vor einem stehen, ist es zu spät. So ist es bei sozialen Bewegungen, Revolutionen, Freiheitskämpfen und noch mehr ist es so bei technologischen Entwicklungen. Grundstürzende technologische Neuerungen sind unumkehrbar, unerbittlich, unausweichlich. Die Reaktion der Mehrheit ist hingegen oft die gleiche: Erst ignorieren, dann belächeln, dann bekämpfen, schliesslich versuchen zu kopieren, um am Ende dann doch von der Welle überrollt zu werden.

Bitcoin ist im Grunde nur ein Stück Software-Protokoll, letztlich also Einsen und Nullen mit einem Marktwert von mehr als einer halben Billion Dollar. Doch dieser Computercode ist zugleich eine Kampfansage, eine Art revolutionäres Manifest. Mit Bitcoin kam eine Idee in die Welt, welche das Medium Geld auf eine neue Entwicklungsstufe brachte: Erstmals ein Werkzeug der Selbstermächtigung des Einzelnen zu sein. Alle Kontrolle dem Einzelnen! Das gab es in der Geschichte der Menschheit allenfalls in Frühzeiten mit Proto-Geld oder Kaurischnecken. Bitcoin ist damit eine permanente Live-Abstimmung über das tiefkranke Geldsystem. Der Preis des Bitcoin zeigt das Siechtum von Dollar & Co. wie eine Fieberkurve. Doch Bitcoin ist mehr als Kampfmittel gegen das bestehende Geldsystem. Es ist eine Einladung in ein anderes, besseres System.

Wie stoppen wir die digitale Machtergreifung?

Bitcoin ist gerade in der Phase, in der versucht wird, ihn zu kopieren. Keine Regierung, keine Zentralbank, keine Armee der Welt kann Bitcoin zerstören, sonst hätte man es längst getan. Die neuen Zentralbankwährungen (CBDCs), die demnächst ausgerollt werden sollen, sind ein verzweifelter Versuch, die Kontrolle über das Geld der Bürger auszuweiten. Man setzt die Daumenschraube jetzt an, denn man weiß, dass die Systemflucht (in Richtung Bitcoin) nur eine Überweisung entfernt ist. Die WHO will weltweite Gesundheitszertifikate und Impfpässe. Die UN planen ein weltweites Identitäts-System, welches auch mit Bankkonten verknüpft ist sowie mehr Online-Zensur. Die Falle der globalistischen Machtergreifung geht langsam zu.

Gegen globale Machtkonzentration ist das wirksamste Gegenmittel das der globalen Machtzerteilung. Bitcoin ist ein solches Veränderungswerkzeug. Bitcoin ist wie ein Organismus der Transformation. Bitcoin transformiert schlechtes Geld in gutes Geld. Das staatliche Geld ist verderblich, in seiner Dauer beschränkt, kann jederzeit in Wertlosigkeit verfallen und damit Existenzen mit in den Abgrund ziehen. Das ist der historische Normallfall, auch wenn das Gedächtnis kurz ist. 

Staatliches Geld ist immer ein Mittel der Selbstbedienung einer Herrscher-Kaste zu Lasten der Leistungsträger. Durch ein Drehen der Inflationsschraube kann der Staat aus Wertarbeit im Nu Sklavenarbeit machen: Am Ende ersetzt die Essensmarke das wertlose Papiergeld. Der private Bitcoinschlüssel bedeutet in der Zukunft mehr als nur Zugang zum eigenen Vermögen. Er ist gleichzeitig der Schlüssel für die Tür des digitalen Gefängnisses, welches gerade um uns herum entsteht.

Bitcoin ist der schwarze Schwan, mit dem Prognostiker und Dystopisten am wenigsten gerechnet haben. In den Zukunftsvisionen eines H. G. Wells, Aldous Huxley oder Bertrand Russell geht es stets in die Richtung des Globalkommunismus, mit einer Wissenschaftskaste an der Spitze. Technologie ist ein Herrschaftsinstrument, kein Befreiungswerkzeug. 

Bitcoin dreht diese Entwicklung um und stellt sich als Kooperationsmedium für alle zur Verfügung, die der Idee anhängen, dass die koordinierte Kraft der Vielen der zentralisierten Kraft der Wenigen stets überlegen ist. Kritik am Bestehenden ist leicht, führt aber oft in die Dauerschleife des Ressentiments. Wer seinen Blick auf das Neue richtet, setzt ungeahnte Energien frei und baut automatisch an einer neuen Welt.

Die Menschheit steht am Scheideweg. Ob Agenda 2030, Great Reset oder irgendwelche neuen Klimaziele und Schreckensvisionen: Stets wird versucht, dem Menschen eine fremde Sicht der Dinge überzustülpen, ihm zu sagen, was er denken und fühlen soll. Unter dem Teppich der guten Absichten bekommt man kaum mehr Luft, aber produziert dann wohl auch weniger CO2. Wie wäre es, wenn die Mehrheit mit gutem Beispiel voran geht und zeigt, wie sie sich die Welt von morgen vorstellt? 

Die Menschheit hat die reale Option in Freiheit zu leben, wenn sie sich die Kontrolle über Geld und über Information zurückerkämpft. Hartes Geld statt weiches Geld. Wahrheitsfindung statt Propaganda und Desinformation. Das sind die größten Machthebel unserer Zeit, die Stellschrauben der Realitäts-Matrix. 

Doch weder Wahrheit noch gutes Geld lassen sich von oben dekretieren. Diese Bewegungen müssen von unten wachsen, denn nur von unten nach oben ist der Prozess gewährleistet, dass sich durch Prüfung und Abwägung aller zur Verfügung stehenden Optionen ein idealer Standard herausarbeiten kann.

Jetzt kommen die institutionellen Anleger

Doch Vorsicht: Die Macht des Bitcoin weckt schon jetzt Begehrlichkeiten von Staaten und mächtigen Akteuren und diese werden noch zunehmen. El Salvador hat Bitcoin bereits als offizielle Landeswährung eingeführt. Werden andere Länder folgen? 

Inzwischen plant Blackrock, der größte Vermögensverwalter der Welt, einen ersten Bitcoin-ETF. Immer mehr Banken kündigen an, in Zukunft Kryptowährungen verwahren zu wollen, darunter die Deutsche Bank. Auch der Internationale Währungsfonds gab kürzlich zu, dass Bitcoin nicht effektiv bekämpft werden kann. Plötzlich überall Spätkonvertiten, wohin man blickt. Der Bitcoin-Kurs sprang vor kurzem wieder über 30 000 Dollar. 

Jason Lowery, ein US Space Force-Offizier und Ingenieur am MIT verblüffte Anfang des Jahres mit einer Studie von 400 Seiten, in welcher er die These aufstellt, dass Staaten aus nationalem Sicherheitsinteresse Bitcoin schürfen sollten. Er sieht einen Übergang vom kinetischen Krieg zu einem „Softwar durch Software“. Der letzte, der Bitcoin ignoriert, verliert.

Bitcoin ist das untrügliche Zeichen, dass die Tage des alten Systems gezählt sind. Und niemandem ist das besser bewusst als dem System selbst, welches nach immer mehr Macht greifen muss, während diese ihm durch die Finger rinnt. Wer im alten System verbleibt, wählt die Knechtschaft: Zentralbankgeld, Ausgabenkontrolle, totale Transparenz und Ausgeliefertsein. Geld als eine Art Privilegienschein, selbst für den, der viel davon hat. Wer die Freiheit wählt, wählt damit auch die Unsicherheit und Volatilität mit, sicher. Alles hat seinen Preis. Doch zugleich entscheidet man sich gegen das Gängelband, die lange digitale Hundeleine. 

Die Bilanz im Wettlauf um die totale Kontrolle des Weltgeldsystems sieht derzeit so aus: Potentiell alle minus Hunderte Millionen Bitcoin-Nutzer, die schnell zu einer Milliarde oder mehr werden können.

Mal schauen, wer gewinnt.

Es braucht lange bis eine Idee Fahrt aufnimmt. Doch zum Ende hin wird sie immer schneller. Bis sie abhebt – und fliegt.

Dies ist eine vom Autor persönlich genehmigte Zweitverwertung. Der Text erschien im Original auf dem Blog „Freischwebende Intelligenz” des Autors.

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2 Kommentare. Leave new

  • Paulette Feller
    18. August 2023 15:45

    Um auf seine Bitcoin zugreifen zu können, benötigt man einen Internetzugang. Wird der gekappt, sind die Bitcoins unerreichbar. Und der Wert des Bitcoin bemisst sich danach, ob man dafür reale Waren bekommt. Wenn man Bitcoin per Propaganda zum unerwünschten Zahlungsmittel macht und dadurch nach und nach die Bereitschaft, Bitcoin in reale Werte zu tauschen, verschwindet, ist der Bitcoin gar nichts mehr wert. Ich investiere daher nicht in virtuelles Geld, sondern in Sachwerte.

    Antworten
  • Werter Herr Matuschek,
    selten eine so falsche Interpretation von Bitcoin gelesen! Hut ab. Bereits in den ersten drei Sätzen zwei kapitale Fehlinterpretationen:
    Bitcoin ist kein Geld somit auch nicht mehr als Geld – siehe dazu Eintrag in Wikipedia.
    Zweitens ist es ein großer Irrglaube Anzunehmen dass sich irgendjemand vor Bitcoin fürchtet – was für ein alberner Gedanke!
    “Der Preis des Bitcoin zeigt das Siechtum von Dollar & Co” ist ebeno grandios missverstanden! Der Preis des Bitcoins in den verschiedenen Währungen zeigt die Tendenz der Menschen zu gewissen Zeiten in vollkommen wertlose und sinnlose Dinge zu investieren und damit zu spekulieren – für solche Blasen gibt es viele Beispiele in der Vergangenheit.

    “Keine Regierung, keine Zentralbank, keine Armee der Welt kann Bitcoin zerstören, sonst hätte man es längst getan.”
    Man muss Bitcoin nicht zerstören, einfach reglementieren und schließlich verbieten – wie bereits geschehen. Nichts einfacher als das!
    Das sind exemplarisch die wichtigsten Fehlinterpretationen – längst nicht alle, aber die machen ihre großteils richtigen Ansätze in Bezug auf gegenwärtiges Geldsystem und weitere westliche Fehlentwicklungen völlig wertlos – leider.
    Abschließend meine, leider noch nicht beweisbare These zu Bitcoin und in Folge aller anderen Kryptoassets:
    Bitcoin wurde von der Regierung (Amerika und oder Japan) als Feldexperiment konzipiert um die Akzeptanz von zukünftigen digitalen Währungen global zu testen und um sie allgemein bekannt zu machen. Das Experiment wäre beinahe schief gegangen und in der Bedeutungslosigkeit verschwunden, wenn nicht die Gier der Menschen und eine exorbitante Blasenbildung den Erfolg gesichert hätten. Somit ist Bitcoin genau das Gegenteil ihrer Behauptungen in diesem Artikel.
    Die Zukunft wird zeigen wer Recht hat!

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