Covid – der Rückblick eines Arztes

Natürlich – es wird schon ein bisserl fad, über die Pandemie zu schreiben oder darüber zu debattieren. Aber gerade deswegen ist es umso wichtiger, die vielen haarsträubenden und teils sogar erschreckenden Facetten des Umgangs mit der Covid-Thematik aus einer gewissen Distanz heraus genau zu betrachten, um daraus Werkzeuge für den Umgang mit eventuellen zukünftigen Geschehnissen ähnlicher Art zu entwickeln. Dieses Vorhaben lässt sich durchaus prägnant und bündig gestalten. Langweilig werden die folgenden Zeilen also nicht.

Was ist – und was war

Gehen wir es durch: Am Anfang war unklar, was da überhaupt auf uns zukommen würde und eine allgemeine Unsicherheit prägte das Geschehen. Genau deshalb waren Extreme wie einerseits sehr viel Angst, ja fallweise geradezu auch Panik zu bemerken, und auf der anderen Seite viel Ignoranz und alle möglichen, teils verwegenen Theorien bis hin zur Weltverschwörungs-Idee zu beobachten. 

Nur allzu schnell erkannte die Politik in dieser Gemengelage ihre große Chance: Die Idee für „Maßnahmen“ war rasch geboren, denn Politik in der Krise wird nur dann produktiv und wirkmächtig, wenn man das Gesetz des Handelns an sich reißt.

Das taten die politisch Verantwortlichen in fast allen Staaten. Schweden war diesbezüglich eigentlich die einzige Ausnahme in der westlichen Welt. Überall sonst wurden Experten verschiedenster Provenienz auf den Plan gerufen und politisch vereinnahmt. Vor allem ein bis Anfang 2020 kaum bekannter Wissenschaftszweig und dessen Vertreter stand plötzlich im Rampenlicht: Die Virologie. Diverse Spezialisten aus diesem Bereich und viele Labor-Theoretiker, die meist noch nie(!) einen Patienten behandelt haben, gaben plötzlich den gesundheitspolitischen und medizinischen Takt vor. Kritische Ärzte fanden das schon damals gelinde gesagt merkwürdig.

Die Medien sprangen umgehend auf den polit-virologischen Zug auf und alsbald gab es sowohl in der Politik wie auch in der Medienszene unzählige Auskenner, die dem anfangs ziemlich irritierten Volk die Pandemie und die Notwendigkeit aller möglichen Maßnahmen erklärten. Von der Maskenpflicht bis zur Isolation und zur Quarantäne, alles war laut Politik und Experten akut notwendig und legitim. Sämtliche (auch fachlich berechtigte) Zweifel wurden im Keim durch Verordnungen, Drohungen, Anzeigen oder Geldstrafen und sogar Festnahmen erstickt.

Die Rufer in der Wüste

Auch wenn einzelne hochrangige Wisseschafter früh vor den negativen Auswirkungen von Lockdowns und Schulschließungen, vor den Folgen der Kappung von sozialen Kontakte und der Isolation alter Menschen in den Heimen warnten, die rasch sich verdichtenden und weitgehend totalitären Ideologien der Corona-Pandemie verbreiteten sich fast schneller als das Virus selbst. Fachliche Kritiker dieser Ideologien mussten unzählige Diskreditierungen und Diffamierungen hinnehmen. 

Medizinische Wissenschaftler von Weltruf wie etwa die Professoren John Ioannidis aus Stanford oder Martin Kulldorff aus Harvard wurden als „Schwurbler“ denunziert und angegriffen, Zusammenschlüsse und kritische Erklärungen von Wissenschaftlern wie die „Great Barrington Decalaration“ erfuhren massive Kritik, obwohl sie sachlich fundierte Inhalte verbreiteten. Legendäre Vertreter der Evidence Based Medicine wie Carl Heneghan oder Tom Jefferson wurden wegen ihrer wissenschaftlichen Kritik an den Maskenpflichten fast ebenso massiv angegriffen und diskreditiert wie weiland die Ketzer während der Inquisition.

Und damit sind wir beim Kern des pandemischen Problems angelangt: Aus der Angst, dem Misstrauen und der politmedialen Beeinflussung heraus wurden gewisse Attitüden und Haltungen reaktiviert, die längst als überwunden galten: Der Jakobinismus, die staatliche Besserwisserei und Bevormundung, das Pharisäertum der Mitläufer und Bücklinge, die Lust am Totalitären und die Missachtung dessen, was ist – all das waren plötzlich die Essenzen des öffentlichen Lebens und bildeten das Narrativ, aus dem so viel Toxisches entsprang.

Die Medizin wurde neu geschrieben

Es zählten nicht mehr die bestens und jahrzehntelang bekannten Fakten der Immunologie, der Hygiene, der Infektiologie und der Evidence Based Medicine. Es wurde kaum noch auf erfahrene Kliniker gehört und auch nicht mehr darauf geachtet, wie gefährlich das Virus wirklich ist (und vor allem für wen), sondern man befleißigte sich im Furor der Staats-Experten und deren politischer Protektoren samt den oft gedungenen Herolden in den Mainstream-Medien der permanenten Angst-Botschaften und der angeblich immer und überall notwendigen „Maßnahmen“. 

Aus Ärztekreisen wurden lange Zeit nur jene befragt und in den Medien herumgereicht, die in einem Bereich der Medizin tätig sind, in dem die Schwerstkranken versorgt werden: Die Intensivmedizin. Sie prägten lange das Bild der öffentlichen Wahrnehmung von Covid. Wenn das p.t. Publikum über viele Monate nur Intensivmediziner über ihren Alltag reden hört, dann wird eben dieses Publikum früher oder später naturgemäß glauben, dass Covid eine grauenvolle schwere Erkrankung ist, die unweigerlich zur Beatmung auf der Intensivstation führt. Das Gegenteil ist aber der Fall – die allermeisten Corona-Erkrankten (ca. 99 Prozent) wurden und werden in Summe ambulant zu Hause bzw. auf der Normalstation behandelt. 

Es wurde also ein völlig falscher Eindruck vermittelt, der wissentlich und vorsätzlich(!) von der Politik so gewollt war. Reale Zahlen von echt Erkrankten wurden durch „Inzidenz-Zahlen“ und „positive Tests“ überlagert und zugedeckt. Normale medizinische Vorgänge wie die Triage, also die routinemäßige und täglich stattfindende Priorisierung von Behandlungsmaßnahmen, kamen plötzlich als Schreckensbegriffe daher. Verzerrte Eindrücke und überzeichnete Bilder von der Infektion verfestigten sich dadurch in großen Teilen der Bevölkerung. So ziel- wie sinnlose Massentestungen von Gesunden, die Milliarden von Euros verschlangen, trugen dazu bei, Covid als ständige Mega-Bedrohung der Menschheit darzustellen und dieselbe täglich präsent zu halten. 

Die Impfung

Das alles führte dazu, dass die unter fragwürdigen Studienbedingungen eingeführte Covid-Impfung zunächst als das Allheilmittel für das Bild des pandemischen Grauens galt, das wie ein Mehltau aus Angst über den Ländern lag. Kritiker der Impfung wurden rasch ins übliche Eck gedrängt (auch jene aus der Medizin, die profundes Wissen über Infektionen und deren Verhinderung bzw. Behandlung haben) und alsbald war „nebenwirkungsfrei und sicher“ DAS täglich mehrfach kolportierte und zündende Schlagwort in Medien und Politik.

Langsam, aber sicher kamen dann doch Berichte über teils schwere Nebenwirkungen an die Öffentlichkeit und wir wissen noch gar nicht, was da aus immunologischer Sicht noch auf uns zukommen wird. Trotzdem wurden in vielen Ländern Impfpflichten aller Art eingeführt (wie z.B. die einrichtungsbezogene Impfpflicht in Deutschland oder die Impf-Verpflichtungen für Studenten in den USA usw.). 

Die staatliche Impfpflicht

In Österreich wurde sogar eine allgemeine, die gesamte Bevölkerung betreffende Impfpflicht in einen gesetzlichen Rahmen gegossen, obwohl es zu keiner Zeit valide, rationale medizinische Argumente dafür gab. Und man muss es so klar sagen: Die Covid-Impfpflicht war und ist ein Instrument der politischen Willkür, das einerseits von der Angst in großen Teilen der Bevölkerung, andererseits von der Machtlust der Politik lebte. Die austriakische Pflicht scheiterte übrigens im letzten Moment, weil sie zunächst wegen der rückläufigen Zahlen ausgesetzt und dann nie umgesetzt wurde – nicht ohne eine massive Spaltung in der Bevölkerung zu hinterlassen, die bis heute anhält. 

Die zunehmend ablehnende Stimmung in der Bevölkerung war natürlich der wahre Grund für den Rückzug der schwarz-grünen österreichischen Regierung. Die beiden verantwortlichen Parteien bekommen nun bei jeder Landtagswahl die Rechnung für ihren Irrweg präsentiert: Sie verlieren bzw. müssen überall Abstriche hinnehmen. Im Bundesland Niederösterreich wird es jetzt deswegen nach der jüngst abgehaltenen Wahl eine Koalition aus ÖVP und FPÖ geben – und diese Koalition wird einige Covid-Maßnahmen de facto in ihr Gegenteil verkehren.

Was nun?

Mit der bemerkenswerten neuen Koalition in Niederösterreich sind wir schon bei den Konsequenzen und den Erkenntnissen: Was lernen wir aus dem in vielerlei Hinsicht wie ein kollektiver Wahn ablaufenden Covid-Maßnahmen-Cocktail und dem politmedialen Druck, der so viele Leute in die Verzweiflung und Resignation, aber auch in die Opposition und in den Widerstand gegen die Staats-Willkür trieb?

Zuerst einmal können wir feststellen, dass die Macht der demokratischen Prozesse trotz aller grundrechtlichen Problematiken, die wir in den letzten drei Jahren hinnehmen mussten, noch immer groß ist und jetzt sogar einen Erneuerungs- und Stärkungsprozess erfahren könnte.

Zweitens ist die Erkenntnis da, dass sich medizinische Wissenschaftler und Ärzte nicht ins Bockshorn jagen lassen dürfen: Wer bei den traditionellen ärztlichen Grundsätzen wie dem „Primum nil nocere“ bleibt, der hat jedenfalls den längeren Atem als sämtliche ideologisch beeinflusste Experten aller Art. 

Bei vielen von ihnen hat nämlich ein oft diskret verlaufendes Rückzugsgefecht eingesetzt, sie wollen natürlich ihr Gesicht nicht verlieren. Viele andere haben aber auch eingesehen, dass sie nicht immer richtig lagen, wenn sie die Wünsche der Politik befriedigen wollten und reden jetzt ganz anders als noch vor einem Jahr.

Drittens bleibt die von kritischen Leuten schon lange geäußerte Forderung nach der Einsetzung eines Untersuchungsausschusses aufrecht, in dem von Fachleuten aus Medizin, Pflege, Psychologie, Jurisprudenz, Soziologie und Pädagogik der gesamte Umgang mit Covid durchleuchtet und die Fehler klar benannt werden. 

Sämtliche verantwortlichen Leute, die wissentlich Schäden bei den Bürgern verursacht haben und denen dieses Wissen durch den Ausschuss nachgewiesen wird, müssen dann mit juristischen Konsequenzen rechnen. In etlichen Ländern sind solche Ausschüsse bzw. Kommissionen schon Realität – wir können die Forderungen nach denselben also mit guten Gründen noch deutlich verstärken.

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1 Kommentar. Leave new

  • Frank Danton
    21. März 2023 11:33

    Ganz persönlich muß ich sagen, mein Blutdruck ging 2020 nicht in die Höhe. Allem Anschein nach war damals abzusehen das Covid eine Grippe ist und man sich mit den üblichen Maßnahmen schützen kann. Damit war eigentlich die Pandemie für mich vorbei. All dem was darauf folgte stand ich sehr befremdlich und verwundert gegenüber. Aber mit ein wenig Menschenkenntnis konnte man den vordersten Akteure dieses Wahnsinns genau diesen Wahnsinn auch ansehen. Als diese modRNA kam, und man alles medizinische Wissen bei Seite räumte (aspirieren, nicht in eine Epidemie impfen, Aufklärung betreiben, keine Panik produzieren, Professionell bleiben, Studien abwarten, mit und an Covid Verstorbene trennen usw) bin ich in eine Fundamentalopposition gegangen. Als dann der Banksachbearbeiter Spahn uns alle anschrie, das, wenn wir uns nicht alle bei diesem Experiment beteiligen sterben müssen, spätestens da war auch dieser Schritt (hin zur Spritze) für mich obsolet geworden. Meine Achse hieß Ioannidis, Melone und Wodarg. Ich dachte, was vor 2020 vernunftsbasiert war kann man ja auch historisch belegen. So waren ja auch so gut wie alle Maskentests hinsichtlich der Schutzfunktion gegen Keime, Bakterien und Viren zum Ergebnis gelangt, das es durch Masken diesen Schutz nicht geben kann. (im normalen Gebrauch) Das war bis 2020 Usus. Nicht der Virus war so gefährlich, sondern die die mit diesem ihre Minderwertigkeit zu kompensieren versuchten. Als die Paranoia die Masse der Menschen ergriff war klar, das man sich zurückziehen musste. Das Land wurde zu einem Gefängnis mit echter LagerSS und Mitgefangenen denen der Herdeninstinkt, und nicht der Verstand, die Richtung vorgab. Für jemandem der sich täglich gewahr wird welche evolutionäre Leistung die Natur vollbracht hat um uns die Möglichkeit zu geben das Leben mit all unseren Sinnen zu geniessen, zu forschen, zu verstehen, und nicht zuletzt zu philosphieren, dem hat diese Dynamik hin zur Selbstverleugnung und zum schlichten, primitiven Reflexhaften natürlich Schmerzen bereitet. Aber nicht überrascht. Denn wer sich nicht selbst kontrollieren kann ist nun mal ein gefundenes Fressen für jeden Agitator. Wer bewusst lebt, wer wach erkennen kann, dem muß man die verbrannte Erde nicht erklären die dieser Wahnsinn hinterlassen hat. Es spielt auch keine Rolle ob das alles Aufgearbeitet wird oder nicht. Den Totalitären und den Ideologen wird keine Strafe abschrecken. Sie sind unfähig sich selbst zu reflektieren und sich im Kontext mit der Natur und ihrer Entstehung zu sehen. So wie wir mit den Viren leben müssen, so müssen wir auch damit leben das sich der Verünftige immer wieder zurückziehen muß um nicht gelyncht zu werden.

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