Na Servus! – Das war der September 23

Diesen Text gibt es auch als Video mit Wolfgang Herles im Televisor des Sandwirts: Hier.

Und außerdem auch als Episode im Wurlitzer, dem Podcast des Sandwirts: Hier.

Dieser Monat September 23 war ein Monat des Niedergangs. Und so blieb es nicht aus, dass der Kopf eines Hauptverantwortlichen rollen musste. Nein, nicht der des Bundeskanzlers, nur der des Bundestrainers. Eins zu vier gegen Japan. Das Spiel war aus. Aus! Aus, Ende. Und dazu noch das schmähliche Ausscheiden der Frauennationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft … Fußball als Spiegel der Gesellschaft. Wieder einmal, sollte man meinen.

Aber schön wäre es gewesen. Der Kanzler ist nach wie vor im Amt. Deutschland ist Schlusslicht. Ökonomisches Schlusslicht unter den Industrienationen dieser Welt. Aber der Kanzler bleibt im Amt. Er hat es ja nicht einmal geschafft, die größten Luschen von seiner Gurkentruppe auf dem Platz auszuwechseln. Nicht Nancy Faeser, die intrigante Einwanderungsministerin, nicht den irrlichternden Gesundheitsminister Karl Lauterbach, den Milliarden-Verschwender und Covid-Hysteriker und auch nicht die Wohnraumverhinderungsministerin Klara Geywitz.
Nein, Scholz ist im Amt und deshalb ist dieses Bild das Bild des Monats.

Das große Sinnbild. Ein Bundeskanzler mit eingeschränktem Gesichtsfeld. Die Augenklappe als Bonus. Das funktioniert in diesem Deutschland. Das ist symbolisch für dieses Deutschland in dieser Zeit. Das gehört sich doch auch für ein Land, in dem die Inklusion eine so große Rolle spielt. Warum soll da nicht auch der Bundeskanzler in gewisser Weise behindert sein?

Wem verdankt er eigentlich seine Macht? Nun, die SPD hat gerade einmal 25 Prozent der abgegebenen Stimmen bei der letzten Bundestagswahl gewonnen. Da verdankt Scholz seine Macht dem Gegner, der CDU/CSU, die sich selbst zerstört hat und die eine Brandmauer errichtet hat. Und diese Brandmauer verhindert nun im doppelten Sinne eine Alternative für Deutschland. Eine Alternative, die sich so nennt, und eine Alternative als bürgerliche Koalition.
Denn egal, was passiert, ob schwarz/grün oder wieder einmal schwarz/rot das nächste Modell sein wird, es ist nicht wirklich eine Wende von der Wende. Kein Ende der großen Transformation, sondern allenfalls eine kleine Kurskorrektur. Und deshalb ist die Brandmauer das, was der Ampel die Macht erhält und die AfD sich ins Fäustchen lachen lässt. Allerdings, und auch das ist dieser September: Die Brandmauer begann zu bröckeln.

Im Thüringer Landtag beschloss die CDU mit den Stimmen der AfD eine Absenkung der Grundsteuer. Und was für eine Aufregung! Das ist die absurde Logik dieser Geschichte. Nach dieser Logik hätte man sich vorstellen können, dass die AfD etwa die Schließung der letzten drei Kernkraftwerke in Deutschland fordert. Vielleicht würden sie dann noch laufen. Aber natürlich ist das ein absurder Gedanke.

Wir sollten vielleicht die Augenklappe, die wir alle vor den Augen haben, wegnehmen bei einem Blick in die Geschichte und in andere Länder. Schauen wir nach Italien: Da starb der 98-jährige Giorgio Napolitano, der größte, allgemein anerkannte, beste Staatspräsident, den Italien je hatte. Ein Kommunist bis zuletzt. Und da regiert zur Zufriedenheit der Mehrheit aller Italiener Giorgia Meloni, die aus der faschistischen Bewegung kommt. Ja, wie macht sie das? Sie hat sich geöffnet zur bürgerlichen Mitte hin. Sie hat sich liberalisiert, sie hat sich gehäutet. Aber dazu ist unsere AfD nicht bereit. „Melonisierung“ ätzen die Leute um Höcke. Und solange sie sich nicht melonisieren, hier in Deutschland, wird das auch nichts mit der Teilhabe an der Macht.

Und wir können auch in unser eigenes Land zurückblicken, in die Anfänge der Bundesrepublik, der Bonner Republik. Ja, wer war da alles an der Macht! Da gab es einen Herbert Wehner, der ein Stalinist gewesen ist. Da gab es im Kabinett Adenauer richtige Nazis. Aber dennoch waren sie alle aufrechte Demokraten, streng voneinander getrennt, in starkem Gegensatz, aber doch alle vereint in dem Bemühen, dieses kaputte Land wieder aufzubauen. Damals herrschte realpolitische Strenge und Ärmel aufkrempeln. Heute? Ja, heute herrscht Moralismus und Gesinnung.

Damals war es eine Aufstiegsgesellschaft, heute ist es eine Abstiegsgesellschaft. Damals war es eine Leistungsgesellschaft, heute wird auf Wachstum freiwillig verzichtet. So tragen wir alle Scheuklappen. Wir sind mit Blindheit geschlagen.
Daran erinnert uns der September 23.

Na Servus!

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