Der Fluss und die Wüste

Ein kleines Bächlein bewegt sich durch die Hügellandschaft. Das Land ist saftig und von allen Seiten fließen dem Bächlein Wasser zu, so dass sie zusammen schnell zu einem richtigen Bach, zu einem kleinen Flüsschen und schließlich zu einem kräftigen Fluss heranwachsen. Weiter geht es durch Wälder und Auen, die Wasser schwellen an und breiten sich in der Ebene aus. Schließlich kommen sie an den Rand der Wüste. 

Huch, denkt das Wasser, was ist denn das für ein komischer Boden? Der zieht mich ja in die Tiefe. – Und so kommt es, dass der Fluss zwar weiter und weiter in die Wüste vordringt, dabei aber immer schwächer wird. Teile des Wassers verschwinden. Schließlich ist nur noch ein kleines Rinnsal übrig, welches verzweifelt durch den Sand fließt. 

In seiner Not hört es plötzlich eine Stimme. Es ist der Wind, der ihm einen Gedanken zuflüstert: Du wirst hier verenden, es gibt kein Entrinnen. Aber ich kann dich retten. Lass Dich von der Sonne aufsaugen. Sie macht aus dir eine Wolke, und ich blase dich dann über die Wüste hinweg. Auf der anderen Seite regnest du dich dann einfach wieder ab und wirst als Fluss neu geboren. Das nennt man Transformation, viele Flüsse machen das so. Vertraue mir. 

Das Wasser lässt sich freudig auf den Vorschlag ein. Es prüft nichts, sondern vertraut sich dem Wind blindlings an und wird zur Wolke. Der Wind aber bläst kräftig in die Wolke hinein und zerstreut sie in alle Richtungen. Im Zergehen hört das Wasser den Wind kichern: Wieder ein Dummer … 

Die anderen Teile des Wassers haben sich inzwischen in den Tiefen unter der Wüste gesammelt. Sie werden dort überdauern.

Ist es nicht mitunter wirklich so, dass wir Vorschlägen folgen, weil andere das auch machen? … Dass wir Konzepten vertrauen, die wir nicht geprüft haben? … Dass wir Leuten folgen, denen unser Wohlergehen ziemlich egal ist? … Dass wir in Aktionismus verfallen, anstatt einfach einmal abzuwarten?

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Der nächste Gang …

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