Der ÖRR und die Meinungsvielfalt

Haben wir ein Glück! Der versprochene Klimasommer hat in den letzten Wochen, nach einer gefühlt ewigen Regenphase, doch noch mal Fahrt aufgenommen. Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Endlich. 

Betreiben Sie eigentlich noch Smalltalk übers Wetter? Früher war es unverfänglich. Regen = schlecht, Sonne = gut. Wenn man sich über nichts einig war, bei der Meinung übers Wetter konnte man meistens breite Zustimmung finden. 

Diese Zeiten sind leider vorbei. Heute könnte eine harmlose Meinungsäußerung zum Wetter, zu einem mehrstündigen Vortrag über die Klimakrise führen. Halten Sie ja Ihre Paniktablette bereit!

Willkommen in der wunderbaren Welt des ÖRR

Und da sind wir zwangsläufig auch schon bei unserem heiß geliebten ÖRR. Seit Wochen ist man dort im Panikmodus. Besonders die ÖRR-Wetterfrösche sehen uns bereits mitten in der  Apokalypse!

Nicht nur deshalb ist diese ehemalige Institution in der Kritik. Spätestens seit der Flüchtlingskrise 2015 wächst der Unmut. In den letzten Jahren wurde dieser nun deutlich lauter. In der Coronakrise beispielsweise glänzte der ÖRR, wie auch schon bei der angesprochenen Flüchtlingskrise oder beim Klimawandel, durch eine äußerst einseitige Berichterstattung, die immer auf Regierungslinie zu sein schien. 

Unvergessen die legendär-einseitigen Kommentare zur Impfpflicht oder gegen die Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen. Berüchtigt bleiben ebenfalls die „Blinddarmäußerung“ oder die Forderung Böhmermanns, Hendrik Streeck nicht mehr in Talkshows einzuladen. Er sei viel zu liberal im Vergleich zu den strengeren Lauterbach und Drosten. 

Und nein, es gibt natürlich keine gleichgeschalteten Medien in Deutschland. Es gibt auch keine geheimen Kräfte, die im Hintergrund die Strippen ziehen. Aber es ist schon auffällig, wie häufig es beim ÖRR zur Parteinahme in einem links-grünen Sinne kommt. Denken Sie nur mal an die letzte Bundestagswahl. Damals hat sich die Sendung Quarks (WDR) die Wahlprogramme der Parteien angeschaut und eine Rangliste gebildet, mit welchen Programm am ehesten die Klimaschutzziele erreicht werden können. Sieger war die FDP. Danach kamen die Linke und die Grünen. Am Ende standen SPD, Union und AfD. Und weil dieses Ergebnis für Quarks zu schockierend war, wurde die FDP kurzerhand auf den vorletzten Platz zurückgestuft. – Willkommen in der wunderbaren Welt des ÖRR.

Im Panikmodus

Wie angesprochen, hagelt es seit Wochen Kritik am ÖRR. Ob in der NZZ, in der Welt oder in der FAZ. Da hat kürzlich der ehemalige SWR-Intendant Peter Voss seinem Ärger Luft gemacht. Auch er bemängelt die eher linksgrüne Parteinahme des ÖRR. 

Beispiele dafür gibt es in letzter Zeit zuhauf. Denken Sie nur an das WDR-Magazin „Monitor“. Dieses veröffentlichte auf Instagram eine Kachel zur „Klima-Sprache“: Statt „Klimawandel“, „Klimaskeptiker“, „Erderwärmung“ und „Kernenergie“ sollen wir, da diese Begriffe viel zu freundlich seien, lieber „Klimakrise“, „Klimaleugner“, „Erderhitzung“ und „Atomenergie“ sagen. Klingt doch gleich viel dystopischer! 

Aber damit nicht genug. Der vollkommen neutrale WDR brachte auch noch eine Klima-App für den Unterricht heraus. Dort stehen stilecht Süd- und Nordpol in Flammen. Man möchte den Panikmodus möglichst hoch halten. Bei Jugendlichen klappt das ja bekanntermaßen am besten. 

Wenn Sie auf den sozialen Netzwerken dem ÖRRBlog oder Argonerd folgen, dann wissen Sie vermutlich bestens über diese ganzen Verfehlungen Bescheid. Wenn so ein „Vorfall“ aufgedeckt oder verbreitet wird, dann reagieren die Vertreter des ÖRR meistens äußerst pikiert. Georg Restle beispielsweise sieht nach der Kachel über die Klimabegriffe eher die Schuld bei den Konservativen aus den Reihen der Union, die das ganze Thema aufgebauscht hätten. Die Kachel sei ja nur ein harmloser „Denkanstoß“ gewesen. Oder so ähnlich. Ja, die CDU nach Merkel ist sowieso eines der beliebtesten Ziele des ÖRR.

Die Dekonstruktion des Nazibegriffs

Jean-Philippe Kindler erklärte Anfang des Jahres die CDU zum Feind. Ja, ich weiß: Wen juckt, was Jean-Philippe Kindler sagt? Richtig, eigentlich niemanden. Und ja, ich gönne ihm auch seine Meinung. Dass Jean-Philippe die CDU doof findet, wertet diese letztendlich ja nur auf.

Alles halb so wild? – Nicht ganz. Der Kerl arbeitet überraschenderweise für den WDR. Genauso die ZDF-Krawallschachtel Jan Böhmermann. Dieser nannte indirekt die CDU „Nazis mit Substanz“. Der Sender hat sich zwar davon distanziert, aber auf eine klare Entschuldigung wartet die Partei heute noch. Gegen Grüne oder die Letzte Generation teilt dieser nette Herr übrigens eher selten aus. Genauso wie die heute-show. Merkwürdig. 

Das vom ÖRR produzierte Format „Funk“ eröffnete einen Beitrag über rechte Politik mit den Worten „Björn Höcke, Alice Weidel, Friedrich Merz und Markus Söder haben was gemeinsam: Sie sind rechts“. 

Bei mir kommt dann zwangsläufig die Frage auf, warum ich eigentlich diesen ganzen Mist finanzieren muss. Ja, der Funk-Beitrag wurde auch aus ARD- und ZDF Kreisen kritisiert. Aber, wenn irgendwo beim ÖRR ein Fehler geschieht, dann immer nur in eine politische Richtung: links-grün. 

Außerdem denke ich dann immer an die Geschichte von dem Jungen, der immer „Wölfe“ gerufen hat. Als dann wirklich Wölfe vor der Tür standen, kam ihm keiner mehr zur Hilfe. So, oder so ähnlich ist es mit dem Nazibegriff. Tituliert man alle fünf Minuten jemanden, der Clan-Kriminalität, illegale Zuwanderung oder Silvester-Randale anprangert, als Nazi, verliert der Begriff seinen Schrecken. Wenn jeder Nazi ist, ist es am Ende keiner mehr. Zusätzlich reden wir hier über eine Sendeanstalt, deren oberster Zweck eigentlich das Informieren sein sollte.

Wir wollen informieren, nicht missionieren

So hat es auch ARD-Intendant Kai Gniffke kürzlich betont: Der arme missverstandene ÖRR wolle informieren und nicht missionieren. Das Vertrauen in die ehemalige Institution schwindet dennoch langsam aber sicher. Es wird auch nicht besser, wenn man inzwischen anfängt, Warnhinweise vor alten Sendungen von Otto, Harald Schmidt und Schimanski zu platzieren. Vor allem, wenn in Reportagen im Supermarkt der eigene Praktikant oder eine Grünen-Abgeordnete über links-grüne Themen befragt werden – ohne Hinweise. 

Gut, so ein Warnhinweis kann auch als Qualitätssiegel betrachtet werden. Vor allem Harald Schmidt erlebt seitdem seinen zweiten Frühling. Dennoch, vor den angeblichen Satire-Sendungen der einschlägigen Moralisten im ÖRR wird nicht gewarnt. Die scheinen zu spießig und zu angepasst zu sein, um anzuecken. Außerdem teilen die ja auch nur brav in eine Richtung aus: Meistens gegen den Normalbürger. 

Der ÖRR und der kleine Mann

Ich stelle mir dann immer diesen „kleinen“ Normalbürger vor: Auf dem Weg zur Arbeit wird er von Klima-Aktivisten blockiert. Wenn er Glück hat. Wenn er Pech hat, dann lauern die Jungs und Mädchen ihm, wie kürzlich im VW-Werk, inzwischen auch noch bei der Arbeit auf.

Aber es warten noch weitere Hürden auf der Arbeit: Den queeren Praktikanten aus Berlin-Mitte darf er ja nicht mit den falschen Pronomen ansprechen. Der Sekretärin Komplimente machen ist inzwischen ebenfalls sehr heikel. 

Möchte er sich nach der Arbeit mit den Kollegen zum Kegeln treffen, dann darf er bei der Einladung, die er per Rundmail schickt, ja nicht vergessen zu gendern! 

Abends hört er dann von Reschke, Böhmermann, Restle, Bosetti oder Welke warum er, der jeden Tag brav zur Arbeit geht, seine Steuern zahlt und den ÖRR mit seinen Gebühren finanziert, der böse ist und nicht mehr Auto fahren, Fleisch essen oder in den Urlaub fliegen soll. 

Aber wehe, er beschwert sich darüber in den sozialen Medien. Verwendet er „diskriminierende“ Begriffe wie „Zwangsgebühren“, ist er von einigen ÖRR-Mitarbeitern schneller blockiert, als er sich über die einseitige Berichterstattung beschweren kann.

Das ist eben die gelebte Meinungsvielfalt im ÖRR.

Und jetzt dürfen Sie dreimal raten, warum die AfD aktuell die 20-Prozent-Marke bei einigen Umfrageinstituten geknackt hat.

Bestimmt wegen der CDU.

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