Die Ersatzreligion

Hysterie, Apokalypse und kein Heil in Sicht: Dogmen, Glaubenssätze, unbewiesene und unbeweisbare Überzeugungen bestimmen mehr und mehr das Denken und Handeln in Medien, Politik und zunehmend auch im Bildungsbereich und in der Wissenschaft. Quasi- und pseudoreligiöse Vorstellungen greifen vor dem Hintergrund autoritärer politischer Konzepte und entsprechender Persönlichkeiten immer mehr um sich. Es entwickelt sich ein geschlossenes Weltbild, das von rigider, dogmatischer und hochemotionaler Natur ist und dabei die westliche Kultur ablehnt und bekämpft.

Wer für woke Ideen ist, begeistert sich meistens auch für aggressive Rhetorik im Rahmen der LGBTQ-Bewegung, scharfe klimapolitische Maßnahmen, deregulierte Migrationspolitik, Gendersprache und viele weitere ähnliche Inhalte. Das ist auch keine Überraschung, gehören diese Ideen hintergründig doch alle zu einem geschlossenen linksgrünen Weltbild. 

Das linksgrüne politische Spektrum, das in den letzten Jahren eine umfassende Ideologie herausgebildet hat, propagiert diese Konzepte meistens ohne Selbstkritik und Differenzierung. Wozu auch? Denn in diesem politischen Lager gehören Liberalität und Rationalität nicht zur Grundausstattung. Die Weltanschauung trägt unverkennbar die Züge einer autoritär-rigiden, aufklärungs- und wissenschaftsfeindlichen Quasireligion. Dies hat auch Prof. Norbert Bolz in seinem Buch „Der alte weiße Mann“ (2023) herausgearbeitet. 

Im Folgenden werden die Merkmale einer Quasireligion aus religionspsychologischer Sicht beschrieben. Auf der Basis der linksgrünen Ideologie ergänzen sich autoritär-dogmatische mit apokalyptisch-religiösen Inhalten. Die resultierende Gemengelage destabilisiert die Werte unserer Gesellschaft, zersetzt die Debattenkultur und verstärkt gesellschaftliche Spaltung.

Die innere Welt des autoritär-linksgrünen Denkens weist eine stets wiederkehrende innere Logik auf: Man wähnt sich auf der einzig möglichen Seite der Gesellschaft, ist dadurch rigide und selbstverliebt, nur das eigene Denken ist fortschrittlich, lebensbejahend und moralisch integer. Die propagierte Hypermoral, der sich die Menschen im Land in Bezug auf Klima-, Migrations- und Geschlechterpolitik unterwerfen sollen, ist grundsätzlich ängstlich bis apokalyptisch, was die Zukunft angeht, und entzieht sich jedem Diskurs mit Andersdenkenden, vor allem wenn diese als konservativ gelten. Deren Meinung wird als „rechts“ etikettiert, was gleichbedeutend mit rückschrittlich, rechtsextrem und böse ist. 

Die beschriebene Gemengelage ergibt ein links-autoritäres Politsyndrom mit populistischen, antikapitalistischen und neomarxistischen Inhalten. Natürlich kommt alles als fortschrittlich daher, wie dies bei marxistischen Ideologien schon immer der Fall war. Das linksautoritäre Paket richtet sich im Kern gegen die freiheitliche Kultur des Westens. Die Ikonen der Bewegung, wie Greta Thunberg oder Luisa Neubauer, argumentieren immer wieder offen, dass der Kapitalismus des Westens überwunden werden muss. 

Psychische Gesundheit bei Linksgrünen – oh je!

Studien zur psychischen Gesundheit bei Anhängern verschiedener politischer Richtungen haben wiederholt gezeigt, dass in den USA bei linksliberalen Parteigängern die höchsten Werte für Ängste und Depressionen erreicht werden. In Deutschland liegen dazu leider weniger Studien vor, was schon als Teil der Tabuisierung des Themas hierzulande zu verstehen ist. 

Natürlich sind nicht alle Linken und Grünen psychisch labil, aber das Risiko scheint erhöht und der Trend in diese Richtung ist offensichtlich. Was lässt sie also in erhöhter Zahl angstvoll und depressiv werden? 

Es kann das eigene Weltbild sein, das so gestaltet ist, dass es bei Internalisierung Angst und Verzweiflung erzeugt. Wenn ich die Welt als vollkommen ungerecht und im Übrigen als dem Klimatod geweiht erlebe, hinterlässt dieser Glaube bei Internalisierung starke negative Emotionen. Die Ideologie, in der ideologisch linksgrün überzeugten Menschen über Jahre kreisen, kann vielfältige neurotische Effekte, vor allem Angst und Depression, erzeugen. Kinder, die unter einem linksgrünen Weltbild aufwachsen, erleben eine geschlossene, angsterzeugende und depressogene Atmosphäre. 

Auf jeden Fall sind apokalyptische Vorstellungen in linksgrünen Kreisen deutlich häufiger zu finden als in jedem anderen politischen Lager. Dies ist sicher der Grund, weshalb dort auch quasireligiöse Heilslehren und Rettungsvorstellungen neben Erweckungsgefühlen blühen. Den Sympathisanten werden Versprechungen gemacht, dass grüne Politik nicht nur das Land, sondern den ganzen Planeten retten kann. Die Maßlosigkeit und Irrationalität dieser Behauptungen sind für Nicht-Gläubige evident. 

Aber, wie bei den meisten Religionen, werden den Anhängern auch die Folgen von Ungehorsam und Abweichung aufgezeigt. Das Höllenfeuer der grünen Religion ist die Klimaapokalypse auf Erde, die Panik, dass nicht mehr viel Zeit zur Rettung bleibt und dass sich jetzt und sofort alles nach dem Willen der Prediger, die ganz und gar keine naturwissenschaftlichen Experten sind, ändern muss. 

Der Charme der grünen Bewegung besteht darin, orientierungslosen jungen Menschen eine heilbringende politische Heimat und moralische persönliche Identität zu geben. Zur Intensivierung dieser Effekte werden die künftigen Höllenqualen immer wieder aufgezeigt, wenn die Menschen nicht den Predigten der Linksgrünen folgen. Diese beziehen sich nicht nur auf Klimapolitik, sondern liefern einen Rundumansatz zur Zersetzung der bestehenden Gesellschaft von der Wirtschaft (Energiepolitik), über die Familie (Lebensgemeinschaften), die Sprache (Gendersprache) bis hin zur Migrationspolitik („Wir haben Platz“). Auch wenn jeder dieser Politikansätze im Kern schon illusionär ist, haben die impliziten Heilsversprechungen einen so großen Ansatz, dass sie gerade viele junge Menschen ansprechen. Wie bereits aufgezeigt, binden die Prophezeiungen der Linksgrünen besonders ängstliche und verzweifelte Menschen und erzeugen diese Gefühle immer wieder. Nur die Aussicht auf Rettung durch völlige Umkehr motiviert die Follower zur tieferen Gefolgschaft. 

Gleichstellungs- und Gleichmachungszwang

Im Hintergrund blüht als Rettungsphantasie die völlige Abkehr vom Kapitalismus und die absolute gesellschaftliche Gleichmacherei. Die Bevorzugung der Ideologie der Gleichstellung rührt im Kern aus einem neomarxistischen Weltverständnis. Gleichstellung, die sich derzeit noch auf Gleichstellung der Geschlechter bezieht, wird mehr und mehr zur Gleichstellung aller als benachteiligt angesehenen gesellschaftlichen Subgruppen durch Quotenpolitik in Richtung besonderer Privilegierung führen. 

Damit die Bevölkerung diese tribalistischen Entwicklungen mitträgt, sind – psychologisch gesehen – Schuldrituale wie Sündenbekenntnis, Reue, Buße und Sühne der bevorzugte Weg. Die Ideologen erhoffen sich so Erlösung zu finden und versprechen dies der Bevölkerung. Deshalb predigen sie die Erbschuld der Weißen, die radikale Wende in der Klimapolitik, die Vielgeschlechtlichkeit der Menschen, die Sichtbarmachung aller Geschlechter in der Sprache und ähnliche im Kern irrationale bzw. dysfunktionale Konzepte. 

Es kann aber mit Recht bezweifelt werden, dass die propagierte Menschen- und Weltrettungsreligion mit dem dafür eingebauten Gleichstellungs- und Gleichmachungszwang am Ende Heil und Erlösung bringen wird. Wie so viele marxistische Gesellschaftsexperimente zuvor werden sie in Armut und Chaos führen, wenn sie nicht noch rechtzeitig gestoppt werden. Auf der Ebene des Evidenten bleiben die linksgrünen Vorstellungen immer im Nebulösen. Aber so ist das ja mit Religionen zumeist und mit Quasireligionen erst recht.

Massenhysterie als Symptom massenhaften Irrens

Linke Ideologien enthalten ein besonderes Risiko zur Auslösung massenhaften Konformismus bis hin zu kollektivem Realitätsverlust. Diese basieren seit ihrer Erfindung auf Utopien vom neuen Menschen und von der Gleichheit aller Menschen. Beides sind gefährliche Fehlannahmen. 

Je mehr Einfluss und Macht diese Ideologien auf Menschenmassen bekommen, desto gefährlicher werden sie. Immer wieder haben einzelne Ideologien, die mit diesen Utopien an die Macht gekommen sind, ihre Länder ins Unheil geführt, Armut und Chaos erzeugt. Die Deutschen hatten historisch schon immer eine Vorliebe für Sonderwege. Derzeit zeigt sich diese hypermoralische Unbelehrbarkeit besonders in der Klima- und Migrationspolitik. 

Im Zeitalter der Massenmedien und der sozial-emotionalen Netzwerke haben sich die Risiken solch extremistischer Quasireligionen, die dann Gesellschaften und Politik beherrschen, potenziert. Vor allem links-autoritäres Denken, das Andersdenkende abwertet und mit punitiven Reaktionen wie Cancel Culture und Deplatforming überzieht, ist besonders bedrohlich für die Freiheit der Gesellschaft. 

Dieses Denken hat sich im Sinne einer antiwestlichen Kulturrevolution in den letzten Jahrzehnten durch die Institutionen gefressen und kann nunmehr als Mainstream in den ÖRR-Medien, der Regierungspolitik und in vielen Exekutivbereichen gelten. Die woke Kulturrevolution unserer Tage beruht auf unwissenschaftlichen, dogmatischen Ideologien, die das Ende der westlichen Gesellschaft anstreben. Schon heute gibt es in ihrem Umfeld Konformitätsdruck, sprachliche Umerziehung, Stigmatisierung und Diskriminierung Andersdenkender. 

Die Freiheit der Gesellschaft, der Medien und der Wissenschaft sind durch die schleichende pseudoreligiöse Irrationalisierung unserer Gesellschaft in ernsthafter Gefahr. 

Neben den drahtziehenden Akteuren gibt es, wie sozialpsychologisch bei solchen Phänomenen üblich, Millionen von Mitläufern. Besonders Kinder und Jugendliche in einem wenig zur Kritikfähigkeit erziehenden Schul- und Bildungssystem sind gefährdet, wie Immo Sennewald unlängst im Sandwirt nachdrücklich aufgezeigt hat, dem Konformitätsdruck im Denken und dem freiheitsfeindlichen Agieren woker Agitatoren zu verfallen.

Hyperismus, Alarmismus und Hysterie als Geschäftsmodell

Gemeinsames Merkmal aller Apokalyptiker in punitiven Religionen sind Konzepte, die hochgradig emotionalisieren (Angst, Wut, Hass) und sich der empirischen Forschung entziehen oder gar nicht erst stellen. Die erwartete Klimakatastrophe, die geheime Macht des Patriarchats und die wohltuenden Resultate der Diversifizierung einer bunten Gesellschaft lassen sich entweder nicht valide bestätigen, können bereits als widerlegt angesehen werden oder sind so forschungsimmun, dass sie nicht empirisch wissenschaftlich bearbeitet werden können. Dennoch lohnen sich Hyperismus (hyperemotionale, angsterzeugende Reaktionen), Alarmismus und Hysterie im Hier und Jetzt, da durch sie Menschen zu Macht gelangen, die – was die politischen, ökonomischen und intellektuellen Fähigkeiten angeht – sonst niemals zur Spitzengruppe gelangen würden. 

Die daueralarmistische Grundstimmung in der Gesellschaft dient den hyperemotionalen, wenig sachkundigen Personen in den politischen Parteien, die dann als politische Eliten firmieren. Hysterie und Hyperemotion sind das Geschäftsmodell der politischen Elite. Die Prediger des Weltuntergangs (Klima) einerseits und des Paradieses (Gleichstellung) andererseits haben in labilen Zeiten immer leichte Ernte. Die Häufung von Bildungsabbrechern und realitätsabgewandten Persönlichkeiten im linksgrünen Politspektrum ist signifikant und besorgniserregend. Die Selektion der politischen Karrieristen bei den linksgrünen Parteien produziert ernsthafte Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der aktuell dominierenden politischen Eliten. Eigennutz, Narzissmus und mediale Demagogie erscheinen größer denn je.

Postmoderne Quasireligion

Die vermeintlich freie, aufgeklärte Welt des 21. Jahrhunderts erzeugt durch die altbekannten Phänomene der menschlichen Psyche – Streben nach sozialer Zugehörigkeit und Akzeptanz, Konformismus und sozialer Gehorsam – die besonderen Gefahren der Gegenwartskultur. Die neuen Religionen rund um Klimaangst, Genderismus und Diversität bieten im Vergleich zu den alten Religionen jedoch ein mageres Heilsversprechen. In puncto Fanatismus sind sie ihren Vorgängern aber durchaus ebenbürtig. 

Die hochemotionalisierten Debatten und Aktionen um Gendersprache, Klimakrise und Meldeportale zeigen den Fanatismus, den die neuen quasireligiösen Ideologien auslösen. Ihre Glaubenssätze, die fernab jeglicher soliden Wissenschaft blühen, sind in sich geschlossene Denksysteme. Es geht nicht mehr um Diskurs und Diskussion, sondern um die Diskriminierung und das Ausstoßen Andersdenkender aus den gesellschaftlichen Debatten. Die ehemals vierte Macht in der Gesellschaft (Presse, Radio, Fernsehen) stellen die dafür gefügigen Helfer. 

Für die Gläubigen der linksgrünen Quasireligion des Westens bietet sich neben Wohlstandsverlust und Gleichschaltung nur die Selbsterhöhung als moralische Weltmeister. Für die Gläubigen bleibt einzig die Möglichkeit, zu den Guten zu gehören (moralische Selbsterhöhung) oder Hohepriester der Bewegung zu werden (Politkarriere bei den Grünen). 

Unterm Strich erzeugen die Neoreligionen mit ihren Pseudowissenschaften aber eine neue Unmündigkeit, die sich im Zeitalter von Internet und Digitalisierung besonders riskant auswirken wird, da ein Vielfaches der früheren Reichweiten erreicht wird. Am Ende der jetzigen Ära der neomarxistischen Pseudoreligion wird es erheblicher Anstrengungen und Kosten bedürfen, für Aufklärung und kritische Wissenschaft zu sorgen. 

Die linksgrünen Ideologien haben sich längst ihre eigenen Pseudowissenschaften, meist im Bereich der Gender- und Gesellschaftswissenschaften, gebastelt. Hier werden mit immer neuen Permutationen altbekannter Postulate fernab jeglicher Empirie endlose Publikationslisten erzeugt, die das Image einer modernen Wissenschaftlichkeit vortäuschen sollen. Dabei werden aber die stets gleichen Behauptungen immer wieder durchgeschleudert und recycelt. 

Kritische Forschungsarbeiten – wie Sokal´s Joke oder die Grievance Studien – haben die Scheinwelt dieser Pseudowissenschaften längst aufgezeigt. Oft haben Genderstudien mehr mit Propaganda als mit Wissenschaft zu tun. Bei genauerer Analyse vieler Produkte aus dem Bereich der Genderstudien wird deutlich, dass es sich um Phänomene aus dem Bereich „des Kaisers neue Kleider“, also behaupteter, aber nicht beweisbarer, Scheineffekte handelt. Die Vernachlässigung biologischer Aspekte bei ausschließlicher Betonung sozialer Konstruktionen führt immer wieder zu wissenschaftlichen Kurzschlüssen. Natürlich gibt es seriöse Wissenschaft im Bereich der Gesellschaft- und Geschlechterforschung. Diese müssen aber auf der Basis eines biopsychosozialen Modells von Mensch und Natur gründen. 

Quasireligion und Propaganda

Es gibt keinen Schutz gegen Propaganda und Manipulation der Massen. Das lehrt die Geschichte seit Jahrtausenden. Schon in der Antike wusste man die Massen mit Brot, Wein und Spielen zu beruhigen. Die Kombination von Heilsversprechen und Massenkommunikation hat sich als besonders wirksam erwiesen, die Massen in den Griff zu bekommen. Dahinter stecken die menschlichen Bedürfnisse nach Sicherheit, Angstfreiheit, Zugehörigkeit, Selbstwert und dem Gefühl, zur richtigen Seite zu gehören. Die Gefahren haben sich jedoch im 20. Jahrhundert vervielfacht und seit der Digitalisierung der Massenmedien sind sie weiter gestiegen. Wir leben insofern in einer Jetztzeit der massivsten Risiken, dass die Massen gezielt und effektiv manipuliert werden, ohne dass es ausreichend Bewusstsein oder gar Gegenwehr gibt. Die Möglichkeiten der globalen Massenmanipulation sind die stärkste Bedrohung von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten. 

Prinzipiell gibt es Präventionsmöglichkeiten gegen Massenmanipulation. Die wichtigsten sind: (1) Unabhängige öffentliche und private Medien. Die Grenze zwischen Regierung und Massenmedien („vierte Gewalt“) muss dabei absolut scharf gezogen sein und darf keine Vermengungen zulassen. (2) Strenges Berufsethos für Journalisten. Diese müssen so dokumentarisch, transparent und objektiv wie möglich arbeiten und berichten. Wie der große Journalist Hanns-Joachim Friedrichs es einmal formulierte, darf man sich nicht einmal mit der Sache gemein machen, der man mit größter Sympathie gegenübersteht. Es handelt sich dabei um den „kritischen Rationalismus“ der Pressearbeit. (3) Medienkritische Erziehung im Bildungswesen. Kinder und Jugendliche müssen umfassend befähigt werden, Medien kritisch zu decodieren. Sie sollten grundsätzlich in Skeptizismus und Rationalismus eingeführt werden und in der Lage sein, zu jeder These die relevante Antithese zu formulieren. 

Die drei Grundpfeiler einer propagandakritischen Imprägnierung der Gesellschaft sind derzeit nicht intakt und bedürften einer dringenden Runderneuerung. Das herrschende politische System hat daran aus naheliegenden Gründen kein Interesse.

Himmel und Hölle der Klimapseudoreligion

Die von den grünen Klimaaktivisten verbreiteten Szenarien der Zukunft ähneln in ihrer Ambivalenz den religiösen Vorstellungen von Himmel und Hölle. Der Ausbau der „Erneuerbaren“ führt in eine Zukunft mit Überfluss an preiswerter, sauberer Energie. Ein paradiesischer Zustand, bei dem noch das überwältigende Gefühl des hypermoralischen Gutmenschen hinzukommt, der von allen Klimasünden befreit, so unbeschwert und frei ist, dass er nahezu über das Wasser gehen kann. 

Dumm nur, dass dieses Szenario, dass jedem gefallen muss, immer noch an den realen Gegebenheiten von Wetterschwankungen, Ausbaugrenzen und limitierten Speichermöglichkeiten scheitert. Es handelt sich derzeit und auf absehbare Zeit um eine wunderschöne Märchenerzählung, der viele junge Menschen glauben, weil es für sie das beste aller Zukunftsbilder darstellt. Wer möchte nicht im Paradies leben? 

Dem Klimaparadies gegenüber steht die Klimahölle, in der die Menschen im wahrsten Sinne schmoren aufgrund der Überhitzung der Erde. Wenn die durch hysterische Aktivisten propagierten Ziele und Methoden nicht befolgt werden, droht der Klimatod der Erde. Dadurch werden alle Menschen mit in den apokalyptischen Untergang gerissen. 

Deshalb müssen auserwählte Aktivisten („Klimakleber“) den Rest der Menschen aufrütteln („woke machen“) und zur Umkehr führen. Die archetypischen Höllenbilder des späten Mittelalters (Hieronymus Bosch) sind im Hintergrund der Szenarien der Klimahölle deutlich erkennbar. Es geht darum, Angst und Schrecken zu verbreiten, um die Menschen zu manipulieren und gefügig zu machen, ganz so, wie dies früher Kirche und Feudalherren taten. 

Inzwischen gibt es schon unzählige Menschen, die unter Klimaangst leiden. Diese kann von diffuser Zukunftsangst bis hin zu konkreten aktuellen Panikanfällen reichen, die sich auf einzelne Wetterzustände (Hitze, Sturm, Gewitter usw.) beziehen. Dahinter steht eine medial vermittelte Hyperemotionalität, die keine Nähe, sondern eine Distanz zur Natur bedeutet. Es handelt sich hierbei tatsächlich um ein menschengemachtes Phänomen, die durch ständige Horrorprognosen und Katastrophenszenarien induzierte Mega-Angst bei besonders vulnerablen Menschen. 

Die bei Temperaturen ab 30 Grad Celsius glutrot eingefärbten Wetterkarten im Fernsehen von ARD, ZDF, RTL usw. sind ein sichtbares Beispiel für diese Panikerzeugung. Es haben sich schon erste Institute und Praxen für Klimaangst gegründet, die diese psychologisch erforschen und behandeln. Ein Warnsignal, nicht für das Klima, sondern für die psychische Gesundheit der Menschen. 

Negative Bilder, Selbsthass, Abwehr und Verschiebung

Bei vielen linksgrünen Aktivisten fällt die negative Einstellung zu gesellschaftlichen Themen wie Heimat, Volk, Nation und Wohlstand immer wieder auf. Diese Phänomene sind typisch für die deutsche „Volksseele“, mehr als 90 Jahre nach Beginn der Nazi-Diktatur. Sie sind psychologisch Zeichen einer mangelnden Aufarbeitung und Verarbeitung der Ereignisse dieser Zeit. 

Die betroffenen Personen sind besonders empfänglich für unbewusste Schuld- und Schamgefühle und Hass auf das eigene Land. Dadurch sind sie auch vulnerabel für Schuldzuweisungen in den Themenbereichen Rassismus, Nationalismus, Chauvinismus, Rechtsextremismus usw. Die transgenerational durch Verdrängung, Projektion, Leugnung, Verschiebung und zuletzt vor allem durch Überkompensation entstandenen Phänomene schaffen ein unnatürlich verkrampftes Verhältnis zur eigenen Geschichte. 

Wenn dann führende Politikerinnen Bronzestatuen in afrikanischen Ländern abliefern, die niemals etwas mit deutscher Kolonialherrschaft zu tun hatten, zeugt dies von deren eilfertiger Bußbereitschaft für alle Verfehlungen aus der Geschichte dieser Welt. Reale Geschichtskenntnisse sind jedoch nicht aufzufinden. 

Auf der anderen Seite sind grüne Spitzenpolitikerinnen blind gegenüber importiertem Antisemitismus, sei es bei kulturellen Ereignissen wie der Kasseler Documenta oder bei den öffentlichen Demonstrationen radikaler islamistischer Migranten. 

Aufgrund der Ablehnung des eigenen Landes, seiner Kultur und Leistungen sind die politischen Eliten auch bereit, als Buße den Wohlstand des Volkes zur moralischen Selbsterhöhung zu opfern. Dass der Beitrag der Zerstörung der hiesigen Industrie zur Weltklimarettung minimal oder gar nicht messbar ist, stört dogmatische Ideologen dabei nicht. Auch dass sie sich vollständig in faktische Widersprüche verheddern, beispielsweise immer mehr Kohle verstromen, um so Atomkraftwerke zu eliminieren, ficht hartgesottene Dogmatiker nicht an. Die Unbeirrbarkeit dieser Politiker übertrifft die Dogmatik mancher katholischen Würdenträger des vorletzten und letzten Jahrhunderts.

Nüchternheit, Skeptizismus und kritischer Geist 

Die nüchterne Welt der kritischen Rationalisten und Skeptiker, die jegliche als wissenschaftlich deklarierte Behauptung auf den Prüfstand der Vernunft stellen, ist weniger spektakulär und attraktiv als die von starken Gefühlen durchzogene Welt der Wissenschaftsaktivisten, die im Grunde Agitatoren für eine als Wissenschaft verkleidete Panikmache sind. 

Führende Klimawissenschaftler haben schon vor Jahren eine Strategie entwickelt, wie sie den gemeinen Bürger dazu bringen, sich an neue Regeln zu halten und umweltschonenderes Verhalten zu zeigen: Durch Angsterzeugung und Übertreibung der Gefahren. Viele sind diesen Weg mitgegangen. Dies diskreditiert sie aber eindeutig als seriöse Wissenschaftler. Sie vermischen Rationalität mit Agitation. Sie werden damit zu Weggenossen der linksgrünen Quasireligion, die ihre Dogmen über Vernunft und Rationalität setzt.

Auch im Vorfeld der Corona-Pandemie wurde diese Strategie durch Bekanntwerden von Strategiepapieren des BMI öffentlich: Erzeuge so viel Angst und Panik wie möglich, damit du Effekte auf das Verhalten der Massen erzeugst! So lautet die Kardinalregel einer neuen Generation von Wissenschaftlern, die zu Aktivisten in eigener Sache mutiert sind und damit die Solidität ihrer Disziplin verraten haben. 

Die Übertreibungen der linksgrünen Weltrettungspseudoreligion, die wir derzeit in vielen Bereichen von der Gender- bis zur Klimafrage erleben, sind unter den gegebenen Umständen noch ein Glücksfall: Immer mehr Menschen erkennen die absurden Exzesse und wenden sich ab. Nicht daran glauben zu können, dass es mehr als zwei Geschlechter geben soll, dass das massenhafte Umrüsten der Heizungen das Weltklima retten wird oder dass der Weg des Schrumpfens von Wirtschaft und Wohlstand irgendetwas mit dem Amtseid der deutschen Politiker zu tun hat, hilft immer mehr Menschen, den Irrsinn der linksgrünen Pseudoreligion zu erkennen und sich davon abzuwenden. 

Im Sinne neuer sozialer Kipppunkte in Richtung politischer Rationalität braucht es nur drei bis fünf Prozent der Bevölkerung, die sich deutlich von den gegenwärtig propagierten Irrationalitäten abwenden, um einen gesamtgesellschaftlichen Wandel durch soziale Ansteckung in Richtung Vernunft und Rationalität zu bewirken. 

Wenn in der ARD-Wissenschaftssendung „Planet Wissen“ allen Ernstes behauptet wird, dass der Klimawandel verantwortlich für die Randale und Aggressivität von Migranten in deutschen Freibädern ist, ist dies eine weitere Steilvorlage zur Dechiffrierung des Alltagswahnsinns der linksgrünen Prediger. Es braucht eine Entmythologisierung und Säkularisierung der politischen Zerrideologien und Pseudoreligionen des 21. Jahrhunderts. Im Sinne der großen US-amerikanischen Familientherapeutin Virginia Satir muss es dann heißen: Nennt einen Lügner einen Lügner, einen Blender einen Blender und einen Dummkopf einen Dummkopf!

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2 Kommentare. Leave new

  • Frank Danton
    25. April 2023 13:05

    Eine auf allen Ebenen zutreffende Beschreibung der psychologischen Dynamik mit der im ‘Westen’ jegliches Bewusstsein für Freiheit und Vernunft zum inneren Feind erklärt wird. Historisch gesehen stand in unseren Breiten das Kollegtiv, und die Loyalität zu diesem, immer wertehöher als das Individuum. Ein Grund dafür, das man hierzlande die Philosophie eines Giordano Bruno bishin zu Nietzsche nicht in ihrem Wesen begriffen hat, sondern sie einem Theaterstück gleichsetzte. Denn wenn ich ‘wissen’ will, wenn ich ‘lernen’ möchte, dann brauche ich in mir, im Individuum eine Basis dafür. Eine Person kann offen sein für seine Umwelt, aber sie darf sich weder gemein machen mit dem Erlebten, noch darf sie dem Glauben nachhängen als Individuum kein in sich geschlossenes Dasein zu fristen. Am Ende der Menschwerdung muß man eine ausserordentliche Selbstbeherrschung verinnerlicht haben und trotzdem in der Lage sein auch seinen Gedanken tatsächliche Freiheit zu gewähren. Wer also glaubt mehr von einer Ideologie beherrscht zu werden, ohne das Ideal zu kennen, als vom kosmischen Geschehen, wer sich als Proijektionsfläche sieht um nicht aus der Gnade der Agitatoren zu fallen, wer sich als Objekt verdingt und nicht die Selbsverleugnung erkennen mag, dem ist sein Innen geraubt. Der gemeine Mensch lebt in einer immerwärenden Überforderung, egal ob Technisch, Gesellschaftlich, Politisch, ob Zwischenmenschlich oder Weltanschaulich, er will oder kann keine Erkenntnis in sich aufnehmen. Die Vorraussetzung Geschehnisse in einen Zusammenhang zu bringen, kausal zu deuten und sie hernach zu Wissen zu generieren, wiederspricht der Natur des ihn prägenden Verständnisses für seine Funktion die er in der sozial kontrollierten Herde einnimmt. Es würde schon reichen wenn sich durch Anschauung der Natur und ihre Prinzipien, wenn dieser komplexe aber selbsterklärende Aufbau der Evolution und des Lebens herangenommen würde um zu verstehen warum wir glauben keine Schimpansen zu sein. Millionen von Menschen gehen zum Neurologen, halten es aber für entbehrlich zu wissen was ein Neuron, eine Synapse oder Ganglie ist. Wenn die Neurowissenschaft dann erklärt das Gehirn sei eine Schimäre müssen die es dann glauben. Nichts anderes haben wir mit Corona, der ‘Impfung’, dem ‘Klima’, der politischen Korruption und nicht zuletzt mit dem ‘Ukrainekrieg’ erlebt. Der Mensch hat kapituliert. Mensch sein ist keine Vorstellung mehr, hat keinen Willen und keine Welt. Medien und Politik, NGOs und all diese Agitatoren haben den ‘nicht-wissen-Wollenden’ die Überforderung genommen Risiken und Anstrengungen einzugehen in dem sie ihnen die irrationale Angst verheißen. Kollegtiver Zwang ist kollegtive Freiheit. All das hat nichts mit Erziehung, sozialem Umfeld oder kindlicher Umwelterfahrung zu tun. Um frei zu sein und selbsständige Entscheidungen zu treffen, um Kritikbewusstsein und Selbsreflektion zu betreiben bedarf es der tieferen Erkenntnis von Allem, und der Überzeugung das Körper und Geist Werkzeuge sind um die Zusammenhänge zu verstehen, zu analysieren und somit zur Menschwerdung beizutragen. Unter anderem zeigt aber die Islamisierung Europas, mit all seinem Zwang die Säkularisierung der Gesellschaft um 1000 Jahre zurück zu drehen, das der primitive Glaube im Menschen mit aller Macht gegen die Freiheit kämpft. Es ist kein Pessimismus zu denken, das die Jakobiner heute schon ihr Unwesen treiben bevor es überhaupt zu einer Revolution gekommen ist.

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  • zum Thema Linksgrüne sind besonders gefährlich:
    https://www.sueddeutsche.de/politik/rechtsextremismus-brandanschlaege-till-koessler-janosch-steuwer-brandspuren-rezension-1.6048108

    Besonders gefährliche linksgrüne Diktaturen und Diktatoren: Hitler (“neuer Mensch” – zum Glück aber nicht die “Fehlannahme von der Gleichheit aller Menschen”), Mussolini, Franco, Salazar, Militärjunta Griechenland, Pinochet, Bolsonaro, Orban, …

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