„Freie Privatstädte” neu aufgelegt

Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist, sehr geehrte Gäste des Sandwirts. Seit der Erstveröffentlichung meines Buches „Freie Privatstädte“ im Jahr 2018 wurde es in sechs weitere Sprachen übersetzt, zahllose Artikel, Interviews und Blogbeiträge zum Thema Freie Privatstädte sind erschienen. Daneben existiert nun mit der Free Cities Foundation eine Stiftung, die jedes Jahr eine Konferenz veranstaltet, auf der über die Fortschritte bei der Etablierung neuer, freiheitlicher Formen des Zusammenlebens berichtet wird. Seit Kurzem gibt es „Meet-ups“ von Freunden Freier Privatstädte in den Weltmetropolen, von Buenos Aires über London bis Dubai. Vor allem aber sind einige Ideen meines Buches in die reale Gestaltung der weltweit ersten autonomen Zone neuen Typs eingeflossen, die Rede ist von Próspera in Honduras.

Die Zeit scheint reif für neue Formen des Zusammenlebens. Da es zahlreiche verwandte Konzepte (Charter Cities, Network-States …) und weltweit Interessenten gibt, kann man mit Fug und Recht von einer Bewegung sprechen. Das Interesse, alternative Systeme zu erdenken und auszuprobieren, kommt dabei aus allen politischen Richtungen. Auch Vertreter abweichender Anschauungen haben mir erzählt, dass sie mein Buch gelesen und einige Erkenntnisse für ihre eigenen Projekte daraus gewonnen hätten. Und das ist gut so, denn wir brauchen mehr Wettbewerb im Markt des Zusammenlebens, nicht weniger. 

Kritische Rezeption

Einige Beobachter bezeichnen das Buch sogar als einflussreichstes Politikbuch der letzten Jahre. Ich denke, ein Grund dafür ist, dass es jetzt erstmals eine machbare Alternative zu westlichen Demokratien gibt, die nicht auf den wohlmeinenden Diktator hinausläuft, sondern dem Einzelnen ein Maximum an Selbstbestimmung bietet. Offensichtlich sieht das auch die Gegenseite so; es gibt inzwischen zahlreiche kritische Artikel und sogar ein Gegen-Buch. 

Was die Kritiker so gut niemals erwähnen, sind zwei Dinge: Erstens die Tatsache, dass die Teilnahme an Freien Privatstädten freiwillig ist. Zweitens mein Hauptargument, dass derzeitige politische Systeme von Fehlanreizen sowohl für die Regierenden als auch die Regierten geprägt sind. Hätten diese Leute echtes Erkenntnisinteresse, würden sie meine Argumente nennen und sich mit ihnen auseinandersetzen. Da sie dies nicht tun, geht es offenbar nur um die Verbreitung politischer Propaganda. 

Ich bin jedenfalls bereit, und biete hiermit erneut an, mein Konzept dem friedlichen Wettbewerb der Systeme auszusetzen. 

Was neu ist

Die dritte Auflage wurde mithilfe von Gorus Media umfangreich überarbeitet und ergänzt. Der Markt des Zusammenlebens hat seit der ersten Auflage 2018 erheblich an Dynamik gewonnen; aktuelle Entwicklungen und verwandte Konzepte wurden berücksichtigt. Es gibt sieben neue Kapitel, die u. a. Kultur, Architektur, Ethik und erste Praxiserfahrungen behandeln. Ebenso wird der Frage nachgegangen, wie Freie Privatstädte mit dem Thema Covid umgegangen wären. 

Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit grundlegenden Fragen, mit denen sich jede Gesellschaftsordnung auseinandersetzen muss. Daraus leitet sich das im zweiten Teil beschriebene Konzept der Freien Privatstädte ab; historische und aktuelle Modelle werden untersucht. Der dritte Teil beschäftigt sich mit konkreten Fragen der Umsetzung. Schließlich gibt der vierte Teil einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung. 

In den nächsten Wochen werden einige Teile des Buches hier beim Sandwirt exklusiv veröffentlicht. Das Buch ist erhältlich im Sandwirt-Shop.

Es gibt allen Grund zur Zuversicht. Am Ende gehen die Menschen nämlich dahin, wo sie am besten behandelt werden.

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