Ideologie: Angst ist ein schlechter Unternehmer

Unternehmen Zuversicht #7

Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der positiven Entwicklungen, eine Geschichte von Fortschritt, Unternehmertum und Ingenieurskunst.

Doch immer wieder gab es Epochen, in denen Angst und Ideologie die Oberhand gewannen und Entwicklungen blockierten. Angst ist allerdings ein schlechter Unternehmer, denn sie verhindert mutiges Handeln, Kreativität und Innovation. Und blicke ich mich heute um, so ist die Gegenwart ein Paradebeispiel dafür, wie Ideologien und Panikmache technologischen Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum hemmen. 

Doch es gibt einen Ausweg. Statt uns von Angst leiten zu lassen und damit die Werkzeuge aus der Hand zu geben, die die Menschheit zu einem Erfolgsprojekt gemacht haben, sollten wir den Weg der Aufklärung, der Marktwirtschaft und des freien Wettbewerbs beschreiten.

Angst – das beliebteste Werkzeug von Ideologen

Religionen haben in unserer Welt an Einfluss verloren, doch die Menschen sehnen sich weiterhin nach Orientierung und Sicherheit. Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor beschreibt, dass der Islam oft deshalb Zulauf erhält, weil er ein klares und einfaches Weltbild vermittelt. Menschen suchen nach einfachen Wahrheiten, die ihnen Halt und Richtung geben. Doch wenn sich diese einfachen Wahrheiten in ideologische Dogmen verwandeln, zu denen keine Alternativen mehr zugelassen sind, entstehen Angst und Spaltung.

Ein Beispiel dafür ist die deutsche Politik der vergangenen Jahre. Die Debatte um Atomenergie zeigt deutlich, wie Angst gezielt geschürt wird, um bestimmte politische Ziele zu erreichen, die, wie betont wird, „alternativlos“ sind. Statt auf wissenschaftliche Erkenntnisse zu setzen, wird mit diffusen Bedrohungsszenarien gearbeitet.

Das Heizungsgesetz der Ampelregierung unter Scholz und Habeck ist ein Beispiel für Angstpolitik. Es wurde der Eindruck erweckt, sofortige und drastische Maßnahmen seien nötig, um das Klima zu retten. Obwohl der Gebäudesektor nur rund 15 Prozent der Emissionen verursacht und die Technologie für flächendeckende Wärmepumpen vielerorts fehlt. Wirtschaftliche Belastungen, Fachkräftemangel und technische Umsetzbarkeit wurden kaum berücksichtigt. Die grüne Ideologie prägte nicht nur die Gesetzesinhalte, sondern beeinflusste den gesamten politischen Diskurs.

Ideologen arbeiten oft mit klaren Feindbildern, zu denen kein Widerspruch geduldet wird, um den Ängsten der Menschen Nahrung zu geben: „Putin ist das Böse. Trump ist der Untergang. Musk absolut ein No-Go.“ Das geht natürlich auch umgekehrt, wenn ebenso keinerlei Diskussion erlaubt ist: „Putin ist der Held. Trump ist der Retter. Musk ist das absolut unfehlbare Genie.“

Zu welchem Zweck auch immer solche eindeutigen Feindbilder aufgebaut werden: All diese Bewegungen eint, dass es um Positionen geht, die nicht hinterfragt werden dürfen, dass sie Angst als zentrales Steuerungselement nutzen. Wer sich dem nicht beugt, wird ausgeschlossen. Zweifel ist Sünde. Der Zweifelnde ein Ketzer.

Ein persönliches Beispiel ist die Geschichte von „Andrea“ – so möchte ich sie hier nennen. Sie engagierte sich leidenschaftlich in der grünen Politik, war aber zugleich offen für kritische Fragen. Deshalb besuchte sie einen meiner Vorträge, um eine andere Perspektive auf Energie und Klimaschutz kennenzulernen – jenseits der vertrauten Meinungen aus ihrem politischen und persönlichen Umfeld. Doch allein diese Offenheit führte dazu, dass sie zurückgepfiffen und ausgegrenzt wurde. Dieses Erlebnis hat mir einmal mehr gezeigt, wie stark in vielen politischen Bewegungen heute blinde Gefolgschaft eingefordert wird. Wer hinterfragt, gilt schnell als Störer oder als Verräter.

Gerade Menschen im Osten Deutschlands, so meine Erfahrung aus vielen Gesprächen, sind in dieser Hinsicht kritischer. Sie haben selbst erlebt, wie Ideologie genutzt wurde, um abweichende Meinungen zu unterdrücken. Wer gegen das System war, wurde aussortiert. 

Heute erleben wir, wie mir scheint, in Deutschland eine neue Form der ideologischen Kontrolle. Die Angst vor Klimawandel, Ressourcenknappheit und wirtschaftlichem Kollaps wird gezielt genutzt, um Menschen in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Gesinnung statt Verantwortung – ein Irrweg

Eine Entwicklung, die eine Politik der Angst begünstigt, zeigt sich in der zunehmenden Verbreitung von Gesinnungsethik unter vielen politischen Entscheidungsträgern. Der Begriff stammt, ebenso wie sein Gegenbegriff, die Verantwortungsethik, vom Soziologen Max Weber, der ihn in seinem berühmten Vortrag „Politik als Beruf“ von 1919 prägte.

Gesinnungsethiker handeln aus festen moralischen Überzeugungen heraus, unabhängig von den realen Konsequenzen. Ihre Werte gelten ihnen als absolut richtig, auch wenn daraus wirtschaftlicher Schaden, gesellschaftliche Spaltung oder politische Blockaden entstehen.

Verantwortungsethiker dagegen wägen ab, welche Folgen ihr Handeln tatsächlich hat. Sie wissen, dass Ideale allein nicht genügen, wenn sie in der Realität zu unerwünschten oder gar gefährlichen Ergebnissen führen. Auch der Politikwissenschaftler Herfried Münkler warnt vor einem politischen Moralismus, der statt auf Ausgleich und Realitätssinn auf absolute Haltung setzt und damit die demokratische Aushandlung zunehmend erschwert.

Die aktuelle Klimapolitik ist ein Paradebeispiel für gesinnungsethisches Handeln. Statt technologieoffen und pragmatisch zu agieren, folgt sie ideologischen Vorgaben: Atomkraftwerke werden abgeschaltet, während Kohlekraftwerke wieder hochgefahren werden – ohne verlässliche Alternative. Die Folgen für wirtschaftliche Stabilität und soziale Gerechtigkeit bleiben unbeachtet.

Ein verantwortungsethischer Ansatz würde darauf abzielen, realistische Lösungen zu entwickeln, die langfristig tragfähig sind, ohne dabei die wirtschaftliche Basis einer Gesellschaft zu gefährden.

Doch es braucht Zivilcourage, um sich dem entgegenzustellen. Es braucht den Mut, sich eine eigene Meinung zu bilden, sich gegen den Strom zu stellen, wenn dieser in die falsche Richtung fließt. 

Wer sich der Angst unterwirft, wird zum Spielball derer, die sie schüren. Wer dagegen den Mut hat, unbequeme Fragen zu stellen, der kann dazu beitragen, dass Vernunft wieder über Ideologie siegt.

So entwickeln wir uns als Menschheit weiter

Der Weg, den ich aus einem Klima der Angst heraus sehe, ist eine Besinnung auf unsere Stärken, auf das, was uns als Menschen zu besseren Menschen macht, unseren Erfindungsgeist, unseren Drang, frei zu unternehmen, unsere zuversichtliche Skepsis, die uns dazu bringt, hinter die Dinge zu schauen, um voranzukommen. 

Die Geschichte zeigt mir, dass Wettbewerb und Innovation uns immer weitergebracht haben. Ein solcher Wettbewerb ist das Gegenteil von Ideologie, weil es bei einem solchen Wettstreit nicht um Macht, sondern um die besten Ideen, die besten Lösungen geht. So haben wir uns als Menschheit weiterentwickelt. Das ist Fortschritt. Die bessere Idee gedeiht, setzt sich durch, während die restlichen sterben.

Karl Popper beschrieb in „Logik der Forschung“ den offenen Diskurs und den friedlichen Streit der Ideen als Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft. Nur wenn unterschiedliche Meinungen erlaubt sind und sich die besten Konzepte im freien Wettbewerb durchsetzen, kann Fortschritt entstehen.

Gerd Ganteför betont in seinen Aufklärungsvideos und Büchern, dass Skepsis und Optimismus die besten Wegweiser sind. Nicht blinder Glaube an Ideologien, sondern der mutige Blick nach vorne führt zu besseren Lösungen.

Alex Bojanowski beschreibt in seinem Buch, wie NGOs, Lobbygruppen und Medien gemeinsam eine Meinungshoheit etablieren, die kritische Stimmen unterdrückt. Gerade Forschungsinstitute wie das Fraunhofer-Institut oder das Öko-Institut stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis, das sie dazu zwingt, bestimmte Narrative zu bedienen.

Das Zeitalter der Aufklärung hat uns gelehrt, dass Wissenschaft und kritisches Denken der beste Weg sind, um Probleme zu lösen. Statt auf Planwirtschaft und totale Kontrolle zu setzen, braucht es offene Märkte, in denen Lösungen in einem vernünftigen Wettbewerb erarbeitet werden. Und beides kann Deutschland auch in Zukunft … 

Unternehmen Zukunft

Ich bin überzeugt: Unser Land verfügt noch immer über die geistige Kraft, Ideologien abzuschütteln und zur Tradition der Aufklärung zurückzufinden. Trotz lautstarker Dogmen wächst in Forschungslabors, Unternehmen und Bürgerinitiativen der Wille zu vernünftiger, faktengetriebener Debatte. Diese Energie wartet nur darauf, freigesetzt zu werden. Der entscheidende Hebel ist eine neue Streit- und Gesprächskultur. Statt moralischer Empörung brauchen wir respektvollen Wettbewerb der Ideen, getragen von Skepsis, Optimismus und messbaren Ergebnissen. Das heißt: Fakten vor Schlagworten, Verantwortungsethik statt Gesinnungsethik, Fortschritt statt Stillstand.

Wenn wir diesen Weg einschlagen, wird Deutschland wieder zu einem Land, das Wissenschaft willkommen heißt, Innovationen ermöglicht und damit Wohlstand für alle schafft. Das Potenzial ist da, in unseren Köpfen, in unseren Ideen, in unserem Mut. Jetzt ist der Moment, es zu entfalten.

Dieser Beitrag ist ein Kapitel aus dem Buch „Unternehmen Zuversicht. 12 gute Gründe, warum die besten Jahre Deutschlands noch vor uns liegen” von Wilfried Hahn, das in der Edition Sandwirt erschienen ist und das Sie überall im Buchhandel und hier im Shop des Sandwirts kaufen können. 

„Zuversicht ist kein Gefühl, das man einfach hat. Sie ist eine Haltung, die man sich erarbeitet.” 

Wilfried Hahn

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