Die Intelligenz der Politiker

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Fast jeder Talkshow-Auftritt weckt Zweifel an der Intelligenz unserer Politiker. Sie fühlen sich einigermaßen sicher, wenn sie Bundestagsreden vom Blatt oder TV-Statements vom Teleprompter ablesen können. Aber auf überraschende Fragen oder gar Kritik angemessen und geistesgegenwärtig zu reagieren, fällt ihnen schwer. Das fällt vor allem auf, wenn man sie mit ihren amerikanischen und englischen Kollegen vergleicht. 

Nun hört man immer häufiger von Politikern, die Reden und Gastbeiträge in Zeitungen und Zeitschriften von KI anfertigen lassen. Sich die Mühe zu sparen, einen Text selbst anzufertigen, sich also auf die eigene natürliche Intelligenz zu verlassen, und ihn stattdessen von künstlicher Intelligenz schreiben zu lassen, kennen wir von Schülern, Studenten und wahrscheinlich auch zahlreichen Wissenschaftlern ja schon lange. Lehrer und Professoren haben sich daran gewöhnt und begnügen sich damit, einen Hinweis auf den Umfang der Hilfe durch KI zu verlangen. Künstliche Intelligenz wird zum Alltag, so wie vor Jahrzehnten schon Wikipedia. 

Angesichts dessen könnten wir die Fragerichtung einmal umdrehen und überlegen, was unsere natürliche Intelligenz tut, wenn wir einen Text verfassen. Offenbar haben wir zumeist nur Textbausteine im Kopf, Phrasen und bei Politikern vor allem parteitypische Slogans. Aber selbst wenn wir versuchen, uns darüber zu erheben, können wir im Wesentlichen doch nur auf im Gedächtnis abgelagertes Gelesenes zurückgreifen. 

Der berühmte eigene Gedanke, der die Originalität meines Texts und eigentlich meine Autorschaft ausmacht, entsteht in der Regel durch die glückliche Kombination von Vorgedachtem, Vorformuliertem. Und nicht anders operiert die Künstliche Intelligenz. Denn die Antwort auf die Frage „What computers can’t do?“ lautet: Wenn du mir präzise sagen kannst, was du im Unterschied zu einem Computer kannst, dann kann ich ein Programm schreiben, das den Computer genau dies tun lässt. Und hinzu kommt natürlich: Computer wissen unendlich viel mehr als Menschen.

Es ist deshalb kein Problem, wenn auch Politiker die Möglichkeiten von KI nutzen. Der Bürger, der ihre Reden hört und Texte liest, mag sich dann denken: Wenigstens irgendeine Form von Intelligenz.

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Der nächste Gang …

1 Kommentar. Leave new

  • Richard Loewe
    16. Juni 2026 12:28

    der Navi im Auto hat meine Fähigkeit gute Routen zu finden und sie mir zu merken, massiv negativ beeinträchtigt. Wenn man, wie der normale Politiker, auf einem intellektuell niedrigen Niveau beginnt und dann KI schreiben läßt, kommen Politiker schnell auf das Niveau von Hauptschülern. Die meisten Menschen denken beim Schreiben: Gedanken entwickeln sich weiter, denn Sprache hat einen eigenen Logos, der Gedanken fließen läßt. Ich bin Associate Editor bei drei Q1-Journals und bekomme viele Text, die von KI produziert werden. Vor KI waren die meisten Manuskripte geistlose statistische Auswertungen oder Modellierungen; von KI geschriebene Texte haben genau Null Ideen. Künstliche Intelligenz, genau wie eine künstliche Pflanzen, hat keine Früchte; es gibt keinen Mehrwert. Wie deutsche Politiker – und Politiker der Democrats hier in den USA.

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