Klare Kante

Erinnern Sie sich noch an die Jahre 2015 bis 2019? Deutschland war gespalten aufgrund der Flüchtlingskrise und die AfD ist zu dieser Zeit quasi von Wahlerfolg zu Wahlerfolg gerannt. Damals war es als Künstler total en Vogue „eine klare Kante“ gegen rechts zu zeigen. Unvergessen zum Beispiel Herbert Grönemeyers grammatikalischer Offenbarungseid „kein Millimeter nach rechts“. 

In dieser Zeit waren es vor allem Künstler von links, die politische Statements am Fließband abgaben um vor der rechten Gefahr zu warnten. Unvergessen das Festival gegen rechts von Chemnitz, als ein Deutscher von einem Syrer getötet worden war und es im Nachgang zu der Tat angeblich zu Hetzjagden in Chemnitz gekommen sein soll. Damals ganz vorne mit dabei: Die Toten Hosen.

Klare Kante fordern

Eben diese Band war seinerzeit Headliner des Festivals, das übrigens sogar vom Bundespräsidenten beworben wurde. Der Sänger der Band, Campino, gilt seit jeher als politisch besonders aktiv. Ein Jahr zuvor (2017) hatte er öffentlich von Helene Fischer ein klares Bekenntnis gegen die AfD gefordert. 

Spulen wir die Zeit in die Gegenwart vor. Es ist nur einige Wochen her, da hat die Hamas Israel oder genauer gesagt, jüdische Zivilisten angegriffen und teilweise bestialisch ermordet und entführt. Dankenswerterweise fanden viele Journalisten, Promis und Politiker die richtigen Worte, um diesen feigen Anschlag von der Hamas-Mörderbande (nichts anderes sind sie) auf jüdisches Leben zu verurteilen. Wie viel die uneingeschränkte und viel beschworene Solidarität am Ende wert sein wird, ist allerdings ein anderes Thema.

Wer jetzt glaubt, Die Toten Hosen hätten ebenfalls ein klares Statement abgegeben, der irrt. „Die Welt“ hat eine Anfrage mit der Bitte, ein klares Statement zu den Vorfällen abzugeben, an viele, sonst so aktiven Kämpfer gegen rechts geschickt, aber bekam in der Mehrzahl nur Absagen. Joko, Die Toten Hosen, Jasmina Kuhnke, Westernhagen, K.I.Z, Kraftklub, Alice Hasters, Deichkind, Marteria, Sophie Passmann … nichts. Lediglich Klaas, Feine Sahne Fischfilet, Nora Tschirner, Luisa Neubauer und Diana zur Löwen reagierten mit Statements. Ein Konzert gegen die bürgerkriegsartigen Zustände in Berlin-Neukölln ist trotzdem vorerst nicht geplant. 

Der realexistierende Antisemitismus

Stattdessen wird gegen Israel demonstriert. – Die Hamas tötet weit über 1.000 Israelis und dann halten irgendwelche Typen im traditionellen Bademantel Demos ab, auf denen sie die Palästinenser als Opfer stilisieren wollen. Ja, sowas gibt es. Bei Demos bleibt es meistens nicht. So wie im angesprochenen Berlin-Neukölln. Da geht dann auch mal das ein oder andere Schaufenster zu Bruch oder Autos in Flammen auf. 

Sie fragen jetzt nach dem breiten gesellschaftlichen Bündnis, das bei jeder AfD-, Pegida- oder Querdenkerdemo zu Gegendemonstrationen, Klare-Kante-zeigen und Zeichensetzen aufruft. Aber nein, ähnlich wie die Statements eben genannter Promis fallen auch diese Gegendemonstrationen momentan flach. Das alleine wäre ja auch nicht so schlimm, immerhin ist es nicht ganz ungefährlich, diesen fanatischen Leuten zu widersprechen oder sich denen mit einer Israelfahne entgegen zu stellen. 

Was viel schlimmer ist: Es gibt tatsächlich immer wieder einige Malte-Torbens und Lisa-Maries aus der links-woken Szene, die bei solchen Demos mitmachen. Manche posten auch einfach irgendwelchen Schwachsinn in den sozialen Medien. So wie die kürzlich noch praktisch als heilig geltende Greta Thunberg, die sich gekonnt mit einem Pro-Palästina-Post selbst entzaubert hat. Einige Linke machen auch einfach selber eine Demo und skandieren „Free Palastine From German Guilt“. Björn „Denkmal der Schande“ Höcke freut sich, dass seine Sprüche von den links-woken Spinnern fachgerecht recycelt werden.

Die Friedenstauben von rechts

Wo wir gerade bei der Gurkentruppe von rechts sind. Auch AfD-Spitzenpolitiker Tino Chrupalla schaffte es nicht, ein klares Statement pro Israel zu verfassen. Noch nicht mal für die entführten oder ermordeten Deutschen. Er verlor sich viel mehr in nichtssagendem Geschwurbel. Wie beim russischen Angriff gegen die Ukraine, wird irgendwas von Frieden geschwafelt, ohne konkret zu werden oder klar zu bekennen, wo man eigentlich steht. Man merkt es der AfD förmlich an, dass die Partei sowohl Israel, als auch den Palästinensern misstraut. Vor allem die Aussicht, palästinensische Flüchtlinge aufzunehmen, falls Israel tatsächlich in den Gazastreifen einmarschieren sollte, löst bei der Partei eher Unbehagen aus. 

Damit befinden die sich aber in guter Gesellschaft. Immerhin nehmen auch Länder wie Ägypten oder Jordanien keine palästinensischen Flüchtlinge auf. Aber, Rettung naht! Außenministerin Baerbock hat den Feminismus-Fanatikern aus Gaza-City 50 Millionen Soforthilfe zugesichert. Von unseren Steuergeldern. Naja, jährlich wird 340 Millionen an die Palästinenser per Sofortüberweisung gezahlt. 

Man fragt sich allerdings: wofür? Die kritische Infrastruktur ist es sehr wahrscheinlich nicht. Denn Wasser, Strom und Lebensmittel sind ruckzuck knapp geworden, nachdem Israel sich kurz geschüttelt und den Gazastreifen umstellt hat. Von Straßen und öffentlichem Nahverkehr ganz zu schweigen. Vielleicht sollten die Jungs und Mädchen vom Auswärtigen Amt die anstehenden Weihnachtsferien doch mal nutzen um nachzuforschen, was mit der ganzen Kohle, die jährlich da runter fließt, eigentlich so passiert. 

Moderner Ablasshandel

Denn letzten Endes ist es doch moderner Ablasshandel. Man bezahlt, guckt weg und freut sich, dass man geholfen hat. Und wenn jemand kritisch nachfragt, dann haut man irgendwelche Floskeln raus wie: „Terroristen werden mit dem Geld ganz sicher nicht finanziert. Im Gegenteil, ohne das Geld wäre die Hamas noch stärker.“ – Sicher und der Weihnachtsmann lebt in einer WG mit Baerbocks Kobolden und dem Osterhasen. 

Ganz ehrlich, inzwischen wäre ich sogar bereit, das Risiko einzugehen und zu schauen, ob ohne unser Geld die Hamas tatsächlich noch stärker ist als bisher. Zumindest wäre dann weniger Kohle für Waffen von den Mullahs aus dem Iran da. Übrigens, noch so ein Verein, der über Jahre hinweg hofiert wurde. Tolle Freunde. Danke an die ehemaligen SPD Außenminister.

Egal.

Zumindest kann man sich in diesen schweren Zeiten noch auf den ÖRR verlassen. Dieser übernimmt in bester Tradition (immerhin hat man ja schon erfolgreich mit der Antifa-Zeckenbiss zusammengearbeitet) unkritisch Meldungen der Hamas, wonach Israel ein Krankenhaus bombardiert haben soll. Alleine wenn man das liest, fragt man sich doch, warum zur Hölle Israel sowas tun sollte?! Naja, jeder außer die plötzlich ach so neutralen Redakteure des ÖRR, die das weiter online ließen, als die Story längst widerlegt war. Interessant ist auch, dass aus den Hamas-Terroristen in den Meldungen des ÖRR kurzweg „Kämpfer“ gemacht werden. Komisch, dass man hier auch aufs Gendern verzichtet.

Deutschland schafft seine Werte ab

Wo wir gerade dabei sind: Seit Jahren setzen wir Zeichen gegen oder für alles. Wir Gendern, schämen uns für unsere Kolonien, hissen Regenbogenfahnen, kleben uns fürs Klima auf Straßen (nicht in Neukölln natürlich) und zeigen klare Kante gegen rechts.

Aber wenn es wirklich mal knallt und ernst wird, sind wir still. Wie das Kaninchen vor der Schlange oder Die Toten Hosen vor dem deutlichen Statement gegen den Hamas-Terror.

Immerhin müssen neuerdings, knapp 80 Jahre nach der Nazi-Diktatur, Synagogen, Israelfahnen und jüdisches Leben wieder geschützt werden. Ausgerechnet in dem Land, das stets am lautesten „Nie wieder“ brüllt. 

Wir sollten uns was schämen! 

Und wenn wir damit fertig sind sollten wir uns dringend überlegen, ob der eingeschlagene Weg nicht nur der Falsche war. Klar kann man jetzt massenhafte Abschiebungen fordern. So wie es kürzlich Bundeskanzler Scholz postuliert hat. Aber letztlich ist das auch nur billiger Populismus. Denn Abschiebungen sind in erster Linie Einzelfallentscheidungen und brauchen Zeit. Vielleicht sollte erstmal mit den Abschiebungen begonnen werden, die man seit Jahren verschleppt. Aber vor allem sollte man sich überlegen, wen wir ins Land lassen wollen und wen nicht. Es gibt eben Überzeugungen, die mit unseren westlichen Werten nicht kompatibel sind. Die islamistische Hamas-Terror-Ideologie gehört sicher dazu. Wird Zeit, sich das einzugestehen und dagegen klare Kante zu zeigen. 

Das gilt auch für die schweigsamen Künstler von links. 

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