Na Servus! – Das war der Januar 24

Diesen Text gibt es auch als Video mit Wolfgang Herles im Televisor des Sandwirts: Hier.

Und außerdem auch als Episode im Wurlitzer, dem Podcast des Sandwirts: Hier.

Das Jahr fängt hoffnungsvoll an, wenn auch nicht gerade aus der Perspektive des Kanzlers und seiner Koalition. Zunächst begann es mit etwas, was es nach Ansicht der Klima-Hysteriker gar nicht mehr geben dürfte: ein richtig knackig kalter Winter. Erinnern Sie sich noch an den Werbespruch der Bahn? – „Alle reden vom Wetter. Wir nicht.” – Lang, lang ist’s her.

Warum die Bahn nicht fährt? Die Auswahl der Gründe wird immer länger. Weil die Gewerkschaft der Lokführer für die 35-Stundenwoche mit vollem Lohnausgleich streikt. In diesem Monat genau das, was ein Land in der Rezession braucht. Weil das beste, mit Boni versorgte Management nur noch Verspätungs-Rekorde hinkriegt. Neu ist nur der Winter. Auch egal.

Hatte ich gerade gesagt, das Jahr fängt hoffnungsvoll an? Ohne Schmarrn!Alle Menschen guter Gesinnung, es sind Hunderttausende, setzen endlich ein Zeichen gegen die größte Gefahr in diesem Land: die AfD. Sie haben endlich begriffen: Ausgerechnet die, die nie in die Verlegenheit kommen werden, die Geschicke des Landes zu bestimmen, weil sie sich selbst immer weiter radikalisieren, Sie sollen eine ernsthafte Bedrohung sein.

Sie finden, die AfD muss weg. Wofür hat man denn den Staat? Zum Verbieten? Wozu denn sonst! Kann man nicht wenigstens diesem Höcke ein paar Bürgerrechte wegnehmen?

Alle Bürger mit weniger korrekter Gesinnung, es sind Millionen, sehen eher eine andere Gefahr. Sie haben ihr Vertrauen in die regierenden Parteien verloren. Sie finden, die Ampel muss weg. Die Politik, die sie macht, gehört verboten, wie der Volksmund sagt.

Blöderweise lässt sie sich nicht verbieten, man muss sie schon abwählen! Wenn wir noch so viel Geduld haben … 

Falls jemand in diesem Januar mit der schneidig klaren Luft den Kanzler vermisst haben sollte: Er war auch auf einer Demo. Nicht auf der Bauern-Handwerker-Wirte-Spediteure-Rentner-und-Steuerzahler-Demo, sondern auf einer Rechts-muss-weg-Demo, wie es sich gehört.

Man mag die rechtsradikalen Zusammenrottungen etwa in Potsdam schauerlich finden. Aber sie haben doch ihr Gutes, von den Medien aufgebläht lenken Sie so schön ab von den Baustellen, deren Aufzählung mir jetzt die Zeit fehlt.

Der FDP Chef und Finanzminister Christian Lindner hat sich bei den Bauern wenigstens aufs Podium und den Buh-Rufen gestellt. Wird ihm nur nichts nützen: Dead Man Walking! Was insofern kein Trost ist, weil Friedrich Merz ja irgendwann mit irgendjemandem regieren muss. Vielleicht mit Frau Wagenknecht, die in diesem Januar ihre angekündigte Partei gegründet hat, mit guten Aussichten im Wahljahr? Oder gibt es da unausgesprochen auch schon Berührungsängste? Der Club der etablierten Parteien bleibt ja gern unter sich. 

Es ginge auch anders: Frankreichs Präsident Macron hat es ebenfalls in diesem Monat gezeigt, hat seine Regierung ausgewechselt, einen neuen Kurs eingeschlagen, dem Druck nachgegeben, den dort vor allem auch die Bauern machen, ungleich heftiger als im staatstreuen Deutschland.

Ob in höchster Not nach verlorenen Landtagswahlen im Osten und verlorener Europawahl Scholz auch noch dazu gezwungen wird?

Warum eigentlich noch weitere Zeit verlieren? Dann ist da allerdings zu hören, dass EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Spitzenkandidatin wird und bleiben soll, was sie ist. Offenbar haben CDU und CSU die Alarmglocken nicht gehört, die anderswo wie in Frankreich längst läuten. Oder aber man setzt darauf, dass die Frau mit dem stählernen Dauerlächeln im Gesicht einen Kurswechsel auch noch hinkriegt. Bzw. sich einem Kurswechsel hingibt.

Ihr Opportunismus verdient alles Zutrauen. Sie war die Vestalin und natürlich auch Vasallin von Kanzlerin Merkel. So wie sie einst bedingungslos Merkels Föhn von links folgte, würde sie auch mitgehen, wenn der Wind bald aus anderer Richtung bläst.

Zur stählernen Dauerwelle passt ein Charakter wie Drei-Wetter-Taft.

Na, servus!

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