Notre Dame: Denkmal der Hoffnung

Das wird wohl der kürzeste aller Artikel für den Sandwirt. Der Autor verbindet mit seinem Verzicht auf Ihre kostbare Zeit und Aufmerksamkeit diesmal den Wunsch, dass Sie, geschätzte Leser, beides einer Dokumentation gönnen, die ein großes Geschenk an die Menschheit und – nach meinem Dafürhalten – ein filmisches Meisterstück ist.

Katastrophe und Chance

Während Dystopien aller Art Konjunktur haben, während die westliche, jüdisch-christlich geprägte Zivilisation und Kultur – statt von ihr zu lernen, sie zu bewahren und weiterzuentwickeln – von allen möglichen nach unumschränkter Macht gierenden „Bewegungen“ zum „Dekonstruieren“, Verwursten, Zerfleddern, Verbiegen, gar Abwürgen und Vernichten frei gegeben worden ist, feiert diese Produktion die menschliche Schöpferkraft, den göttlichen Funken, die spirituelle Dimension der Arbeit jenseits des profanen Erwerbs von Unterhalt.

Sie feiert den Triumph über den Tod.

Als die berühmteste Kathedrale der Welt in der Nacht vom 15. zum 16. April 2019 zu einer rußgeschwärzten, teilweise eingestürzten Ruine wurde, war ihre Auferstehung kaum vorstellbar. Auch wenn in früheren Jahrhunderten, zur Entstehungszeit des Bauwerkes im Mittelalter zumal, derart verheerende Brände häufig genug vorkamen: Es stellten sich unzählige Fragen nach dem Aufwand, der Vorgehensweise und den Ressourcen einer Rekonstruktion.

Dass fast alle Franzosen dazu Ja sagten und – nicht ohne politische Nörgeleien und Gezänk um Spenden und Steuervergünstigungen – mithalfen, war nicht der einzige, vielleicht nicht einmal der wichtigste Grund. Innerhalb kurzer Zeit versammelten sich Archäologen, Historiker, Architekten, Baufachleute, Geologen, Künstler, Akustiker, Stein- und Holzexperten, Theologen, Glasmacher, Chemiker,  Digitalexperten und viele andere, weil sie die einmalige, unwiederholbare Chance erkannten, tief in die Geschichte und die Eigenheiten dieses Juwels einzudringen, zu lernen und intelligente Lösungen zu finden. Sie war es natürlich auch für Fotografen und Filmproduzenten.

Gerettet: Licht, Klang, Raum und Traum 

Was Sie in diesem mit moderner Technik verfilmten Abenteuer zu sehen bekommen, ist um ein Vielfaches eindringlicher als es ein touristischer Besuch je sein könnte. Aber Sie werden die wiedergeborene Notre Dame und ihre Farben, Formen, Klänge, Reichtümer bei künftigen Reisen in die Hauptstadt der „Grande Nation“, Sie werden vielleicht sogar das mit vielen Konflikten beladene, von den Gefährdungen unserer Zeit heimgesuchte Paris nach einem Gang durch die Kathedrale mit anderen Augen sehen.  

Ich werde die drei Teile schon deshalb mehrfach betrachten, weil mir die Interviewten, die Arbeitenden, auch die Dokumentaristen tiefen Respekt einflößten – sie sind mehr als Experten. Sie können Halt und Orientierung geben, weit über ihre Wirkungsstätte hinaus. 

1. Teil: Dem Himmel entgegen.

2. Teil: Harmonie der Kräfte.

3. Teil: Ein Raum aus Klang und Licht. 

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Der nächste Gang …

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