Die Opfer sehen schwarz!

In unserer Gesellschaft, in der Transparenz als oberstes Gut gepriesen wird, stoßen wir immer wieder auf dieselbe Mauern aus geschwärzten Namen, unkenntlichen Passagen und vagen Begründungen. Ob bei den Epstein-Akten, den Protokollen des RKI zur Corona-Pandemie oder Missbrauchsskandalen, die offizielle Begründung lautet stets: „Zum Schutz der Opfer …”

Doch ist das die ganze Wahrheit? Oder dient diese Anonymisierung vor allem dazu, mächtige Täter vor der Öffentlichkeit zu verbergen?

Die Veröffentlichung der Epstein-Akten durch das US-Justizministerium (DOJ) im Dezember 2025 und Januar 2026 umfasst über sechs Millionen Seiten, Tausende Videos und Bilder. Doch trotz des „Epstein Files Transparency Act”, der peinliche oder politisch sensible Informationen explizit nicht schützen darf, sind weite Teile geschwärzt. Das DOJ begründet dies mit dem Schutz personenbezogener Daten von Opfern, Minderjährigen und Zeugen, sowie laufenden Ermittlungen.  

Tatsächlich wurden Namen von Opfern, die nie öffentlich aufgetreten sind, in einigen Fällen nicht redigiert, während Nacktfotos und sensible Details durchrutschten … ein Skandal an sich, der zu Klagen von Opfervertretern führte. 

Kritiker wie Associated Press und NPR weisen auf Inkonsistenzen hin: Während Namen von Prominenten wie Donald Trump oder Bill Clinton teils ungeschwärzt blieben, wurden andere, potenziell belastende Identitäten vollständig geschwärzt. In E-Mails aus den Akten wird klar, dass Epstein selbst sensible Themen per E-Mail mied, was auf ein System der Vertuschung hindeutet.  

Warum bleiben Namen wie mögliche Co-Konspiratoren anonym? Weil sie Milliardäre oder Politiker sind? Die Redaktionen scheinen weniger die Opfer zu schützen, als ein Netzwerk der Elite … und das trotz des Acts, der genau das verbietet.

Auf X tobt die Debatte regelrecht. Unzählige Nutzer zählen die schwarzen Balken und spekulieren über Namen wie Thomas Pritzker oder George J. Mitchell , auch Bill Gates und sogar Elon Musk und verschiedene Königshäuser, manche Präsidenten und unzählige Politiker aus den westlichen Staaten … Wetten auf Plattformen wie Polymarket laufen heiß: Wer wird als Nächstes genannt? Die Anonymisierung heizt Verschwörungstheorien an, wenn öffentlich keine Klarheit geschaffen wird.

Ähnlich undurchsichtig sind die Protokolle des Krisenstabs des Robert-Koch-Instituts zur Corona-Pandemie. Zunächst stark geschwärzt veröffentlicht, nach einem Rechtsstreit mit dem Magazin Multipolar wurden sie im Mai 2024 weitestgehend freigegeben, doch nur für den Zeitraum bis April 2021. 

Das RKI begründet die Schwärzungen mit dem Schutz personenbezogener Daten, geistigem Eigentum und internationaler Beziehungen. Im Juli 2024 leakte die Journalistin Aya Velázquez eine ungeschwärzte Version der gesamten Protokolle bis 2023, was zu hitzigen Debatten führte. Darin finden sich brisante Details, wie z.B., dass die Hochstufung des Risikos auf „hoch“ im März 2020 nicht aus rein wissenschaftlichen Gründen geschah, sondern auf ein „Signal“ von außen wartete … ein geschwärzter Name, der sich als „Akteur der Bundesregierung” herausstellte. 

Kritiker wie der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Kubicki sehen hier Einflussnahme durch die Politik, denn Schwärzungen verbergen nicht nur Namen, sondern ganze Abschnitte zu Impfnebenwirkungen oder der „Pandemie der Ungeimpften“. Das RKI betont, es handle sich um legale Ausschlüsse nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG), doch der Leak zeigt, dass viele Schwärzungen unnötig waren und der Vermeidung von Skandalen dienten.

Auf X wird kritisiert, dass die Protokolle lückenhaft sind, ähnlich wie bei anderen deutschen Skandalen, wo Akten verschwinden oder manipuliert werden. 

In politischen Missbrauchsskandalen wie den Fällen in der katholischen Kirche oder bei Sekten ist die Anonymisierung von Tätern gang und gäbe. Die Begründung ist immer dieselbe: angeblich der Schutz der Opfer, da die Offenlegung von Täternamen zu deren Identifizierung führen könnte.

In Deutschland fehlt eine Anzeigepflicht für Missbrauch, und Akten werden manipuliert, wie in der so genannten MHG-Studie der Kirche von 2018, wo Täter anonym blieben, während Opfer enttarnt wurden. Das Ergebnis? Wenige Verurteilungen aber dafür hohe Dunkelziffern. Die Anonyme Spurensicherung (ASS) hilft Opfern, Beweise zu sichern, ohne sofort anzuzeigen, doch Täter profitieren von der Verschleppung.

Auch auf X wird debattiert, ob Anonymität im Netz die Opfer oder doch die Täter schützt. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir: Geschützt werden immer die Täter … die Opfer hingegen werden verhöhnt . 

Diese Fälle zeigen ein Muster: Anonymisierung wird als Opferschutz verkauft, dient aber oft der Elite. In der Epstein-Affäre bleiben Co-Konspiratoren anonym, im RKI-Kontext politische Entscheider, in Missbrauchsskandalen mächtige Institutionen. Das erzeugt Misstrauen und Verschwörungstheorien – zu Recht? Ja, wenn Behörden wie das DOJ oder das RKI inkonsistent handeln. Ein echter Schutz der Opfer erfordert Transparenz über Täter, nicht umgekehrt.

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Der nächste Gang …

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