Auf dem Plattenspieler: Herbie Hancock

Künstler: Herbert Jeffrey „Herbie“ Hancock 

Album: Man-Child (1975 Columbia Records)

Oscar- und Grammy-Preisträger Herbie Hancock (geb. 12. April 1940 in Chicago) ist in den 60ern als klassischer Jazz-Pianist vor allem durch seine Veröffentlichungen auf dem Kultlabel Blue Note Records berühmt geworden. 

In den 70ern bewegte er sich immer weiter weg vom klassischen Jazz und kombinierte mehr und mehr Jazz-, Soul- und Funkelemente zu einem eigenwilligen groovigen Sound, später auch als Jazz-Funk oder Fusion bekannt. Das Album Man-Child aus dem Jahr 1975 gehört zu den Meisterwerken dieses Genres, das er mit der von ihm mitbegründeten 70er-Funk-Formation „The Headhunters“ zauberte. 

Die Liste der Musiker die der Meister für diese Produktion einlud, klingt wie das Who is Who der Jazz- und Funk-Szene dieser Zeit: Bill Summers, Paul Jackson, Wayne Shorter, Wah Wah Watson, Stevie Wonder oder Harvey Mason haben Man-Child mitgeprägt, um hier nur einige wenige zu nennen. 

Das herausragende an diesem Album ist die spannende Kombination aus funkigen, tanzbaren Beats mit groovigen Basslines und dicken Bläsersätzen, dazu die improvisierten Soli der Leadinstrumente. Der Sound bekommt zusätzlich durch den Einsatz von bis dato noch neuen und selten eingesetzten Synthesizern für Streicher und Flächen eine ganz eigene, spacige Note. 

Aus meiner Sicht wurde Herbie Hancock nach den 70ern noch spannender. Für mich zeichnet ihn besonders seine Experimentierfreude aus, die sich in seinen Versuchen mit elektronischen Elementen in den 80ern zeigte und uns Breakdance-Hymnen wie „Rock it” und „Autodrive” brachten. In den 90ern überraschte er durch überragende Konzerte im Bereich Klassik. Ein Genie!

Dennoch komme ich immer wieder zu seinem Kult-Album Man-Child zurück. Zum einen weil es später reihenweise gecovert oder gesamplet wurde, zum Beispiel von Janet Jackson oder den Fantastischen 4. Zum anderen, weil die Scheibe auch auf mich persönlich einen großen Einfluss hatte. Sie gehörte zu den allerersten Platten aus dem Jazz-Funk-Bereich, die ich Anfang der 80er für mich entdeckte und die mich in meiner Sammelleidenschaft vom Rock in eine völlig neue Richtung lenkte. Über Man-Child kam ich zum Funk und dann zum Jazz. 

An dem Meilenstein Man-Child kommt man nicht vorbei. Das Album ist immer wieder ein wahrer Hörgenuss. Wenn es mal draußen grau ist, lege ich diese Platte auf und groove durch den Tag.

Hier finden Sie das komplette Album auf Youtube. 

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1 Kommentar. Leave new

  • Peter Meedt
    9. März 2024 0:26

    Guter und erklärenderText.
    Zum Funk bin ich spätestens über Prince und diverse Rapper (unter anderem Grandmaster Flash oder Public Enemy) gekommen .
    Vielen Dank für die Hinweise.
    Ergänzent könnte man noch sagen, dass Herbie Hancock auch einen starken Enfluss auf Elektro und Techno hatte.

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