Regenbogen-Kitsch

Der 28. Juni 1969 gilt als Zäsur. Polizeibeamte stürmten in New York Schwulenbars, um Menschen zu verprügeln, weil sie so sind, wie sie sind. Doch diese wehrten sich, weil niemand freiwillig Opfer sein will. Sie standen auf und stemmten sich gegen die brutale Polizeigewalt. Die Rede ist vom Stonewall-Aufstand in der Christopher Street. Diese Straße fand hier den Anfang ihrer Berühmtheit und trägt heute den Namen einer willfährigen Fetischparty.

Ich war acht Jahre mit einem Mann zusammen und kenne die „Szene“, der ich nie angehörte und die mir übergestülpt wurde. Ich erinnere mich noch an die Zeiten, als die Regenbogenfahne ein simples Erkennungszeichen darstellte und kein wokes Politikum für Berufshomosexuelle war. Davon ist nichts mehr übrig geblieben. Der erwähnte „Christopher Street Day“, kurz CSD, ist Ausdruck einer moralischen Verlotterung, die genau das evoziert, wogegen jahrzehntelang bewundernswerte Homosexuelle gekämpft haben: nämlich Klischees und Ressentiments.

Ein durchschnittlicher CSD, ob in Würzburg, Wuppertal oder Wanne-Eickel, manifestiert alle Vorurteile, die man über Homosexuelle haben kann: Frühsexualisierung, weil dort auch Kinder anwesend sind. Spätdekadenz, weil die Protagonisten glauben, sie seien auf der moralisch richtigen Seite. Peinliche Kostüme, die man sich noch nicht einmal volltrunken beim Kölner Karneval antun würde.

Das Gegenteil von „gut gemacht“

Fetischbeladene menschliche Vollkatastrophen laufen durch die Straßen und binden jedem, der es sehen will, und vor allem denen, die es nicht sehen wollen, ihre völlig unmaßgeblichen, weil teilweise widerwärtigen sexuellen Vorlieben auf die Nase. Es tut mir leid, dass ich so drastisch formulieren muss, doch ich werde wütend, weil ich nichts mit diesen Menschen gemein habe, außer, dass ich zufälligerweise als Mann auch auf Männer stehe.

Stattdessen breiten sich die Berufshomos immer weiter aus. Ihr Einfluss darf nicht unterschätzt werden. Von Politik bis Kultur und Wirtschaft – überall verbreiten sie ihren kruden Wokeismus. Im Juni beginnt der Pride-Month, und Leute wie ich würden lieber tot über den Gartenzaun hängen, als sich mit dieser Regenbogen-Mischpoke gemein zu machen.

Doch sie vereinnahmen uns, sie zwingen uns in eine Bewegung, in der mich niemand gefragt hat, ob ich Teil dieser sein möchte. Diese Bewegung, die sich LGBTQ nennt und ständig neue Buchstaben hinzufügt, missbraucht ehemals gute Werte, die dann zu gut gemeinten Werten wurden. Und da „gut gemeint“ das Gegenteil von „gut gemacht“ ist, sind diese abzulehnen. 

Einer dieser in Gesetz gegossenen Werte ist die sogenannte „Ehe für alle“.

Leihmutterschaft ist und bleibt falsch

Wenn etwas „für alle“ ist, fragt sich der Ökonom unweigerlich, wer die Zeche zahlt. Die Antwort ist einfach: In erster Linie die Kinder. In dieser Zeit ist es möglich, dass ein Mann mit einem Mann zusammenlebt und diese Liebesbeziehung Ehe nennt. Und wenn sie auf die Idee kommen, sich ein Kind von einer fremden Frau austragen zu lassen, dürfen wir sie „Familie“ nennen.

Dabei ist alles daran falsch. Die Ehe ist zwischen Mann und Frau. Und die Leihmutter, die das Kind für reiche Schwule ausgetragen hat, ist die Familie für das Baby. Die beiden Schwulen haben damit nichts zu tun. Immerhin hat wohl einer der beiden seinen Samen gespendet. Doch es bleibt, wie es ist: falsch. 

Einmal redete ich mit einem Bekannten, der mit seinem Freund zusammenlebt. Sie wünschten sich ein Kind und besprachen das Thema „Leihmutterschaft“. Am Ende entschieden sie sich dagegen, und mein Bekannter sagte den Satz, mit dem alles gesagt ist: „Es fühlt sich einfach falsch an“.

Natürlich ist es einfach falsch, Frauen als Gebärmaschinen zu missbrauchen. Frauen, in Europa vor allem aus der Ukraine, die nicht selten in finanziellen Notlagen stecken und schlicht das Geld für ihren Lebensunterhalt brauchen. Die großartige Birgit Kelle brachte es in ihrem Buch „Ich kauf mir ein Kind“ auf den Punkt: „Es hat noch nie eine reiche Frau ein Kind für eine arme Frau ausgetragen“.

Es geht nicht um Diskriminierung 

Wir leben in einer Zeit, in der alles möglich erscheint, wenn man nur ganz fest daran glaubt. Da wird ein Mann zu einer Frau, eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft zu einer Ehe und ein gekauftes Kind zweier Schwuler zu einer Familie. 

In diesen Tagen feiern wir 75 Jahre Grundgesetz. In Artikel 6 wird der Schutz der Ehe und der Familie beschrieben. Doch wie kann man eine Ehe schützen, die „für alle“ ist, und eine Familie, die man sich kaufen kann?

In welcher Gesellschaft wollen wir leben? In der, in der das wissenschaftlich und technisch Machbare auch das Wünschenswerte ist? Dann befinden wir uns in einer seelisch entkernten und moralisch degenerierten, dafür der Perfektion nahe augmentierten Gesellschaft, die alles ist, außer empathisch. Sie ist gottlos. Dafür bunt.

Viele Homosexuelle haben hier nichts zu sagen, außer mit den üblichen, schäbigen Mechanismen zu argumentieren: Es sei diskriminierend, wenn sie nicht heiraten dürfen. Und dann sei es diskriminierend, dass sie keine Kinder bekommen können. In den USA haben zwei einflussreiche Homosexuelle ihre Versicherung verklagt, weil diese die Leihmutterschaft nicht bezahlen wollte. Wenn der Wahnsinn epidemisch wird, dann nennt man ihn woken Zeitgeist.

Markus Ganserer soll mich repräsentieren? 

Wenn die biologische Tatsache bereits die Befindlichkeiten von Berufshomos tangiert, dann möchte ich nicht wissen, was passiert, wenn sie tatsächlich einmal diskriminiert werden. Doch die Keule des Diskriminierens ist in Wahrheit eine Machtausübung. Damit wollen sie ihre Ziele durchsetzen, koste es, was es wolle. Und die Gesellschaft steht daneben und mag sich nicht wehren. Niemand möchte „homophob“ sein.

Dabei sind die Christopher Street Days eine Anleitung zum Schwulenhass. Ich kann unbedarften Menschen kaum einen Vorwurf machen, wenn sie sich das Treiben in Köln oder Berlin ansehen, und die Abneigung gegen Homosexualität eher steigt als sinkt. Mir geht es nicht anders. Ich lehne diese Bewegung aus tiefstem Herzen ab.

Am 28. Juni 1969 fand Stonewall statt. 55 Jahre später ist vom Geist der mutigen Rebellion gegen staatliche Übergriffigkeit nichts übrig. Stattdessen haben wir Olivia Jones, Sven Lehmann und Markus Ganserer zu bieten. Diese Menschen sollen mich repräsentieren? Diese Leute leisten einen Bärendienst, wie Michel Friedman für das Judentum. Es bleibt, wie es ist: Ich möchte kein Teil eines peinlichen, aber gefährlichen, weil politisierten Regenbogen-Kitschs sein, dessen einzige Legitimation sie selbst sind.

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