Sexismus gegen Männer – Wo gibt’s denn sowas?

Sexismus ist spätestens seit #metoo in aller Munde. Dabei wird Sexismus heutzutage als die Diskriminierung, Benachteiligung und Unterdrückung von Frauen aufgrund des Geschlechts oder geschlechtlicher Merkmale verstanden. 

Sexismus bedeutet die Benachteiligung, Abwertung, Verletzung und Unterdrückung einer Person oder einer Gruppe aufgrund des Geschlechts, eine schwerwiegende, ungerechte Art von Diskriminierung. Sexismus ist auch die Vorstellung, dass Geschlechter eine Ordnung oder Reihenfolge haben. Zum Beispiel die Vorstellung, dass Männer mehr wert sind als Frauen oder umgekehrt. 

Am 11. Juli eines jeden Jahres wird mit dem Gender-Empathy-Gap-Day einer negativen Form des Sexismus gegen Männer und Jungen gedacht. An diesem Tag jährt sich das Massaker, das serbisch-bosnische Truppen im Jahr 1995 an unbewaffneten Männern und Jungen in Srebrenica begangen haben. Sie verübten dieses Massaker aus einem Grund: weil die Opfer männlichen Geschlechts waren. 

Sexismus ist nicht Frauen als Opfer vorbehalten

In der allgemeinen Wahrnehmung sind von Sexismus nur Frauen, Personen mit nicht heterosexueller Orientierung oder Menschen mit trans- oder intersexueller Orientierung betroffen. Feministische Quellen beeilen sich zu versichern, dass eben nur Frauen sowie trans- und intersexuelle Menschen von Sexismus betroffen sind. Feministische Netzwerke haben sogar den Begriff FLINTA für alle Personen entwickelt, die identitär alles andere als CIS-Männer sind, also Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans und agender Personen. 

Viele feministische Aktivistinnen betonen zusätzlich, dass Männer gar nicht von Sexismus betroffen sein können. So argumentierte die Spiegel-Kolumnistin und Feminismus-Ikone Margarete Stokowski schon 2018 im Spiegel nachdrücklich, es gebe keinen Sexismus gegen Männer, denn diese seien gesellschaftlich bevorzugt, würden folglich nicht diskriminiert und seien im Übrigen ja sowieso qua Patriarchat die Mächtigen auf der Welt und auch in unserem Land. 

Diese Argumentation wirkt jedoch wie eine Immunisierung gegenüber dem, was ideologisch einfach nicht sein darf. Der Irrtum besteht darin, dass Männer als Ganzes alles anderes als privilegiert sind. Es gibt mehr Arme, Wohnungslose, Suchtkranke und Suizidanten unter Männern. Und so auch mehr männliche Traumaopfer durch physische Gewalt. 

Im Grunde ist das Aufzählen der Opfer nach Geschlecht bizarr und inhuman. Ich erwähne dies hier dennoch, weil die feministische Propaganda seit Jahrzehnten das Leiden der Männer verschweigt oder geringredet, weil es nicht in ihr Weltbild passt. Die Welt ist aber nun mal so, wie sie ist, und nicht so, wie wir sie uns ausmalen. 

Es ist geradezu auffällig, wie sehr feministische Ideologien bemüht sind zu verhindern, Männer als Opfer von Sexismus anzusehen. Im Folgenden werde ich deutlich machen, weshalb eine solche Argumentation falsch und unzureichend ist. Es steht völlig außer Frage, dass Frauen Sexismus erleiden, aber es kann nicht angenommen werden, dass Männer hier nicht auch Schaden erleiden. Und zwar als Ungeborene, als Kinder und als Erwachsene.

Sind Männer privilegiert?

Oft wird auch argumentiert, eine Gruppe könne nur Sexismus erfahren, wenn sie strukturell und nicht nur in Einzelfällen diskriminiert werde. Alleine schon diese Aussage erweist sich bei näherer Betrachtung als Unfug, denn wer auch immer Diskriminierung erfährt, erleidet einen Nachteil und eine schwerwiegende Kränkung, egal wie es um die anderen Vertreter seiner Gruppe steht. Dass es Zehntausende privilegierte Männer gibt, hilft den Zehntausenden oder mehr Männern nicht, die wegen ihres Geschlechts in Kriegen schon als Kindersoldaten oder später in regulären Armeen verheizt werden. Sie sind ganz und gar nicht privilegiert. Genau wie die meisten anderen Männer es auch nicht sind.

Darüber hinaus sind Männer keineswegs grundsätzlich strukturell bevorteilt (vgl. https://mens-mental-health.de/diskriminierung-von-maennern/). Die Sichtweise einer einseitigen Bevorzugung von Männern lässt sich nur aufrechterhalten, wenn man auf die positive Seite der Normalverteilung von Besitz, Gütern und Privilegien schaut. Berücksichtigt man das andere Ende der Normalverteilung, ist schnell zu erkennen, dass Männer hier viel häufiger Benachteiligungen in Form von Wohnungslosigkeit, Inhaftierung, Vereinsamung und Suchtkrankheiten aufweisen. Sie erleiden öfter tödliche Berufsunfälle, sterben deutlich mehr in Kriegen, begehen häufiger Suizid und leben insgesamt um vier bis fünf Jahre kürzer. 

Es gibt also bei einem gründlichen, fairen Blick auf die Gesellschaft keinen Grund, Männer als strukturell einseitig privilegiert darzustellen. 

Insgesamt ist zu konstatieren, dass Männer in mancherlei Hinsicht strukturell diskriminiert werden, und in nicht wenigen Fällen individuell diskriminiert werden. Insofern kann durchaus von einem Sexismus gegen Männer die Rede sein. 

Tatsächlich bevorzugt sind in unserer Gesellschaft seit Jahrhunderten Oligarchen und nicht Männer. Oligarchen sind in Familien oder Sippen organisiert, umfassen somit also auch Frauen. Es gibt heute wie auch in früheren Jahrhunderten Millionen von Männern, die alles andere als Privilegierung erleben, wie sich leicht in der Lebensrealität der Menschen insgesamt feststellen lässt. 

Die wichtigsten Erscheinungsformen

Es gibt also genügend Gründe, sich auch das Thema Sexismus gegenüber Männern genauer anzuschauen. Gerade dass Männer in der Öffentlichkeit und in den Medien stets nur als Täter firmieren, sollte Misstrauen erzeugen und den kritischen Betrachter tiefer blicken lassen. Was hat es also mit dem Sexismus unter einem differenzierten, gerechten Blick auf sich? Ich werde im Folgenden aufzeigen, inwiefern Männer auch strukturell und gruppenbezogen sexistisch diskriminiert werden. 

Die acht wichtigsten Bereiche sind: 

(1) Sexismus gegen Jungen geschieht im Kontext „Schule“, weil hier Vorurteile gegenüber Jungen bestehen. Es gibt viele Studien in den westlichen Ländern, die zeigen, dass Schulleistungen von den Lehrkräften schlechter beurteilt werden, wenn bekannt ist, dass sie von einem Jungen kommen. Alleine schon ein männlicher Vorname führt durchschnittlich zu einer schlechteren Schulnote, vor allem in sprachlichen Fächern. Bei schriftlichen Arbeiten kann die Leistungsbeurteilung ja offen oder verdeckt geschehen. Inzwischen schaffen durchschnittlich zehn Prozent mehr Mädchen als Jungen das Abitur – Ergebnis einer systematischen Benachteiligung der Jungen aufgrund ihres Geschlechts.

(2) Es gibt eine lange Geschichte von sexistischem Zwang gegenüber Männern, der von Herrschaftssystemen und Staaten ausgeübt wird. Diese sozialen und gesetzlichen Zwänge umfassen besonders den Militärdienst („Wehrpflicht“), der ausschließlich die Männer verpflichtet, ihr Leben und ihre physische und psychische Unversehrtheit ihrem Land oder einem Herrschaftssystem (König, Fürst, Diktator, Machthaber) zu opfern. Zuwiderhandlung wird mit Gefängnis oder Tod bestraft. Auch die immer wieder ganz oder überwiegend an Männern und Jungen im Kriegskontext verübten Massaker sind tragische Beispiele des Sexismus gegen Männer. Srebrenica im Juli 1995 mit mehr als 9.000 ermordeten Männern und Jungen ist ein tragisches Beispiel dieser Form des Sexismus. 

(3) Väter werden nach Trennung oder Scheidung anders behandelt als Mütter. Auch dies hängt mit ihrem Geschlecht zusammen. Gesamtgesellschaftlich wird ihnen weniger zugestanden, einen gleichberechtigten Umgang mit ihren Kindern zu haben. Dies kann auf das Geschlecht zurückgeführt werden und die damit verbundenen impliziten Stereotypen. Dass getrennt lebenden Vätern der Kontakt zu ihren Kindern vorenthalten oder reduziert wird, dass die Kinder vom getrennt lebenden Elternteil (meistens den Vätern) entfremdet werden, ist auch eine Form des Sexismus, weil hier Männer als Väter weniger wert sind als Frauen als Mütter. Vaterschaft ist gesellschaftlich immer noch wenig wert als Mutterschaft. Dabei ist schon lange bekannt, dass abwesende Väter im Leben von Kindern, besonders Söhnen, einer der stärksten Risikofaktoren für deren psychische Fehlentwicklungen darstellt. 

(4) In Medien wird zunehmend ein männerfeindliches und damit sexistisches Bild erzeugt. Wenn etwa erzählt wird, dass Männer zu dumm oder ungeschickt sind, sich um Kinder oder den Haushalt zu kümmern, ist dies sexistisch. Vorläufiger Höhepunkt dieser sexistischen, männerfeindlichen Werbung war der EDEKA-Werbespot zum Muttertag 2018 „Danke, dass Du nicht Papa bist“ (https://www.youtube.com/watch?v=rqsyiH0On9M). Weiße Männer sind die einzige Zielgruppe, bei der Werbung sich noch traut, diese Gruppe zu diskriminieren oder zu beleidigen. Ein Zeichen, wie ungeschützt und verletzlich diese Personen letzten Endes in unserer heutigen Gesellschaft sind.

(5) Es kann aber auch bei der Partnerwahl, also auf dem sogenannten Partnermarkt, passieren, dass Männer immer wieder wegen ihres Aussehens abgelehnt werden. Genau das geschieht in recht vielen Fällen. Studien zum Online-Dating haben wiederholt gezeigt, dass 80 Prozent der Frauen sich auf die 15 bis 20 Prozent der attraktivsten Männer fokussieren und den Rest gar nicht erst in Betracht ziehen. Dabei spielt bei Attraktivität Aussehen ebenso eine Rolle wie der erkennbare soziale und finanzielle Status. Männer hingegen haben einen Selektionsrahmen, der 60 bis 80 Prozent der Frauen umfasst. Wenn Männer immer wieder wegen ihres Aussehens oder ihres sozial ungeschickten Verhaltens zurückgewiesen werden, hinterlassen diese Kränkungen am langen Ende psychische Spuren. 

(6) Wegen der Frauenquote keinen Job zu bekommen, ist für junge hochqualifizierte, weiße Männer inzwischen ein Tatbestand, der sie jetzt schon und in Zukunft noch mehr trifft. Gerade junge Männer erleiden insofern aufgrund ihres Geschlechts eine Benachteiligung, sie ausschließlich mit ihrem Geschlecht, aber nicht mi Kompetenz zu tun hat. Auch das ist Sexismus, weil sie ausschließlich wegen ihres Geschlechts (dunkelhäutige Männer bekommen hier noch einen Antirassismus-Bonus und deshalb eher noch Jobs) den hochbezahlten Job als Professor, Leitung einer Behörde oder beim ÖRR nicht bekommen. Weil in der Vergangenheit Frauen weniger berufliche Aufstiegschancen hatten, werden die Männer der jetzigen Generation so lange dafür bestraft, bis die Quote erfüllt, meistens jedoch übererfüllt, ist. Es gibt nämlich bei der Frauenquote keinen Deckel nach oben. Der Prozess wird, sobald die Parität erfüllt ist, kein Ende finden, wie sich jetzt schon etwa bei hochbezahlten ÖRR-Medienjobs, öffentlichen Verwaltungsleitungen und in einzelnen Landes- und Bundesministerien zeigt.

(7) Gewalt gegen Männer aufgrund ihres Geschlechts ist eine weitere Form des Sexismus. Dies umfasst physische und sexuelle Gewalt. Auch hier ist wieder klarzustellen, dass beide Geschlechter davon betroffen sind, im Falle sexueller Gewalt Frauen deutlich häufiger. Aber gerade die Tatsache, dass im Zusammenhang mit sexueller Gewalt automatisch an Mädchen und Frauen gedacht wird, hat den Fokus für sexuelle Gewalt gegenüber Jungen (Pädophilie, Kinderpornographie) zu sehr in den Hintergrund rücken lassen. Im Kontext von Krieg, Gefangenschaft und Folter wird sexuelle Gewalt gegen Männer in hohem Maße ausgeübt (siehe Punkt 2). Letztens berichtete eine ukrainische Psychotherapeutin von drei Soldaten der Ukraine, denen in russischer Gefangenschaft die Hoden abgeschnitten worden waren, bevor man sie wieder nach Hause schickte. Einer der drei jungen Männer hatte sich kurz danach suizidiert.

Im Falle physischer Gewalt ist die große Mehrzahl der Gewalttäter, aber auch der Gewaltopfer männlich. Hierfür gesteht nach wie vor eine zu geringe Sensibilität, dass für Jungen und Männer eine größere Gefahr besteht, Opfer physischer Gewalt zu werden. Dass die Täter dabei überwiegend Männer sind, vermindert für die Opfer nicht die Bedeutung ihres Leidens. 

(8) Unter dem Hashtag #Mentoo wird aber auch die sexuelle Gewalt gegen Jungen und Männer verstanden. Diese kann von anderen Männern, aber auch von Frauen ausgehen. Das Ausmaß wird bislang bei weitem unterschätzt, oft wird es auch verharmlost, wenn etwa eine ältere Nachbarin einen pubertierenden Jungen zur Sexualität verführt. Das sexistische daran ist, dass Jungen wegen ihres Geschlechts benutzt und missbraucht werden. Der Männerrechtler Arne Hoffmann hat im Jahr 2023 dazu eines der ersten Fachbücher in deutscher Sprache („Sexuelle Gewalt gegen Männer“) veröffentlicht.

Sekundären Sexismus erkennen und bekämpfen

Diese acht Beispiele für Sexismus gegen Männer zeigen, dass es nicht nur die Frauen sind, die Sexismus erleiden. Dass Männer Frauen auf der Straße hinterherpfeifen, sie Frauen immer wieder ungewollt anmachen oder gar mehr, sind offene und nicht akzeptable Formen des Sexismus. Der Sexismus gegen Männer ist latenter, schwerer zu erkennen, richtet sich seltener auf den Körper und ist für viele auch unbequemer zu akzeptieren. Die Formen des modernen Sexismus zeigen sich gerade in der Leugnung von Diskriminierung und der Ablehnung von Maßnahmen, die darauf abzielen, neben den sozialen auch psychologische Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern abzubauen. 

Sexismus gegen Männer zeigt sich überwiegend nicht offen und direkt, sondern indirekt. Von dem südafrikanischen Philosophen David Benatar wird dieser Sexismus, der Männer wegen ihres Geschlechts ungerechterweise diskriminiert, auch als sekundärer Sexismus bezeichnet. Er ist nicht so leicht zu erkennen, wie der primäre Sexismus, der sich auf Aussehen, Körper oder Sexualität bezieht. Dieser sekundäre Sexismus richtet sich gegen das Geschlecht der Männer (siehe die acht Beispielsbereiche oben). Man kann also zu Recht von einem impliziten Sexismus sprechen. 

Passiver Sexismus

Der sekundäre Sexismus ist meist passiver Natur. Den Männern wird etwas vorenthalten, wie das Recht auf Unversehrtheit. Männer erleiden Zurückweisung, Kränkung und Benachteiligung aufgrund ihres Geschlechts, oft ohne dass sie den Mechanismus im Hintergrund verstehen. Wenn Frauen wegen ihres Aussehens oder ihres Sozialstatus als Partnerinnen massenhaft von Männern abgelehnt würden, gäbe es einen riesigen Aufschrei bei Feministinnen. 

Aber genau das geschieht bis zu 80 Prozent aller Männer, vor allem in ihren jungen Jahren. Manche von ihnen tragen schwere psychische Schäden (dauerhaft negatives Selbstbild, Depressivität, Suizidalität, Sucht) davon, weil sie mit den immer wieder auf sie einwirkenden Kränkungen und Zurückweisungen nicht zurechtkommen. Sie wissen und verstehen nicht, dass die jungen Frauen unbewusst einem biologischen Programm folgen, nach dem sie den für sie besten Mann zur Zeugung von Nachwuchs auswählen. Von den zurückgewiesenen Männern entwickeln einige eine starke Resignation und Verzweiflung, weil sie sich verständlicherweise in Gänze abgewiesen und nicht liebenswert fühlen. 

Inzwischen wurde – von den USA ausgehend – dafür der Begriff eines unfreiwillig zölibatär lebenden Mannes geprägt. Diese Subgruppe sexuell unerfahrener und erfolgloser Männer wurde dort als INCELs („involuntary celibates“) bezeichnet. Inzwischen gibt es – auch in deutschen Medien – viele, eher voyeuristische Berichte über diese Männer. Es wird ihnen – recht pauschal und undifferenziert – politische Radikalisierung in rechten Szenen und extremer Hass mit Gewaltbereitschaft gegenüber Frauen vorgeworfen. 

Was die meist oberflächlich recherchierten und mit Sensationslust garnierten Medienformate übersehen, ist, dass es sich um die Reaktion chronisch zurückgewiesener, gekränkter und in ihrem Tiefsten verletzten Personen handelt. Dass hier Hass (oft mehr auf sich selbst als auf Frauen) entsteht, ist psychologisch nachvollziehbar und sollte auch so behandelt werden. 

Diskriminierung wegen Schönheit (Frauen) oder wegen Hässlichkeit (Männer)

Hinter dem beschriebenen Auswahlmechanismus, dem die INCELs unerwählt bleiben, steckt das evolutionspsychologische Grundgesetz des „female Choice“, das sich über Millionen von Jahren evolviert hat. Frauen suchen unbewusst die besten Gene für ihre künftigen Kinder. Das trifft dann physisch und sozial unattraktive junge Männer hart. Der Mechanismus gilt in postmodernen Gesellschaften mit niedriger Geburtenquote genauso wie in anderen Gesellschaften, in denen die romantische Partnerwahl die Methode der Paarbildung darstellt. Auch die akademischen und beruflichen Erfolge von Frauen in der heutigen Gesellschaft konnten diesem Selektionsprinzip nichts anhaben. Frauen wählen mehrheitlich den Alpha-Mann (attraktiv, gutaussehend, groß, muskulös und mit guter Position), selbst wenn sie selbst Alpha-Frauen sind.

Es lohnt sich für Männer, den gegen sie gerichteten Sexismus zu erkennen und für sich an einer Veränderung zu arbeiten. Sie sollen genauso dagegen kämpfen, dass sie aufgrund ihres Geschlechts weniger Zukunftschancen haben, wie Frauen dagegen angehen, dass sie aufgrund ihres Geschlechts als weniger wertvoll oder kompetent angesehen werden oder dass auf ihre äußeren Merkmale reduziert werden. 

Und an dieser Stelle noch einmal als Grundsatzstatement: Alle Formen sexistischer Diskriminierung sind abzulehnen! Und alle Männer und Frauen, die andere diskriminieren, sollten dieses Verhalten reflektieren und revidieren. INCEL-Männer werden dabei aber kaum eine Chance haben, ihre Situation zu verbessern, da die Frauen, um die sie wiederholt erfolglos werben, ihrem inneren biologischen Programm folgen. Wenn all diese Verhaltensweisen sozial konstruiert wären, wie die Genderwissenschaften immer wieder behaupten, müsste es ein Leichtes sein, diese Abläufe zu ändern. 

Feminismuskritik ist nicht sexistisch, sondern notwendig

Die übliche Sichtweise auf Sexismus ist, dass Frauen wegen ihrer Schönheit und ihres Aussehens auf ihr Äußeres reduziert werden. Dies ist dann eine Form des primären Sexismus, die genauso diskriminierend ist wie die oben dargestellten Formen sekundären Sexismus. Bisweilen wird der Sexismusbegriff auch überdehnt. Dies ist derzeit der Fall, wenn es um den Begriff des Antifeminismus oder um Feminismuskritik geht. 

Die feministische Sicht in Bezug auf Sexismus geht weit über direkte und indirekte Diskriminierung von Frauen wegen ihres Geschlechts hinaus. Eine neue Entwicklung ist der Versuch, sich als Ideologie gegen Kritik zu immunisieren. Dies geschieht derzeit durch die Einrichtung einer Meldestelle Antifeminismus mit Steuergeldern bei der Amadeu-Antonio-Stiftung (siehe https://mens-mental-health.de/meldestelle-antifeminismus-keine-gute-idee/). Dort sollen antifeministische Abläufe, die auch unterhalb der Strafbarkeitsschwelle liegen, angeschwärzt werden können. Dazu gehören unter anderem das Eintreten gegen die Genderspreche oder Kritik am neuen Selbstbestimmungsgesetz. Auch kritische Einstellungen gegen den Feminismus, der keine Wissenschaft sondern eine Ideologie darstellt, sollen als sexistisch stigmatisiert werden. 

Dies ist eine unzulässige Überdehnung des Sexismusbegriffs mit dem Ziel, sich zu überhöhen und jeglicher Kritikmöglichkeit zu entziehen. Das Ganze wird unzulässigerweise aufgrund der gegebenen Machtstrukturen mit Steuergeldern finanziert. 

Diese und ähnliche Aktionen vergiften das Verhältnis zwischen Männern und Frauen. Das normale und im Übrigen auch nötige Werben von Männern um Frauen wird zunehmend unter Generalverdacht gestellt und als grenzüberschreitendes Verhalten stigmatisiert. Dabei können die meisten Frauen und Männer damit angemessen umgehen, genießen es sogar und bilden auf der Basis dieses Rituals zwischengeschlechtliche Beziehungen. Der Staat, in Form des Feminismusministeriums BMFSFJ, versäumt es, positive Impulse für das Geschlechterverhältnis zu setzen und fördert stattdessen Disharmonie, Ressentiments gegen Männlichkeit und Minderheitspositionen.

Wie kann der Sexismus gegen Männer bekämpft werden?

Noch herrscht in der Öffentlichkeit und in den Medien keine Sensibilität für den Sexismus gegen Jungen und Männer. Die Szene ist völlig auf den Sexismus gegen Frauen fixiert. Die Groupie-Geschichten um Till Lindemann von Rammstein haben die Leichtigkeit, mit der man das Thema Sexismus gegen Frauen in allen Medien platzieren kann, sehr deutlich gezeigt. Umso schwieriger ist es umgekehrt. Selbst der Tod vieler Männer und Jungen alleine aufgrund ihres Geschlechts im Kriegskontext wie in Srebrenica interessiert nicht. Es bedarf vieler engagierter Menschen, die sich des Themas annehmen. Männer, die es gut mit den Männern meinen, Mütter und Väter von Söhnen, die diesen eine bessere Zukunft bereiten wollen, als es derzeit absehbar ist, und Fachkräfte aus Psychologie, Medizin und Sozialwissenschaften, die – entgegen den zeitgeistigen Genderthemen – erkennen, was uns in Zukunft wirklich droht. Es braucht eines gendersensiblen Umgangs mit Sexismus und sexueller Gewalt, der die Geschlechter in ihren jeweiligen Bedrohungen und Notsituationen sieht und ihnen frühzeitig hilft. 

Sexismus kann offen oder verdeckt, primär oder sekundär geschehen – und sich gegen Frauen und Männer richten. Je mehr für die Menschenrechte engagierte Männer und Frauen dies erkennen und entsprechen handeln, desto mehr wird wirklich für Menschen in Not getan. 

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2 Kommentare. Leave new

  • “Wenn Männer immer wieder wegen ihres Aussehens oder ihres sozial ungeschickten Verhaltens zurückgewiesen werden, hinterlassen diese Kränkungen am langen Ende psychische Spuren.”

    So pauschal kann man das wohl nicht sagen. Zunächst mal ist eine Zurückweisung in der Regel keine Kränkung. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass sich manche gekränkt fühlen (sic). Denn dass sie sich gekränkt fühlen, kann man schon mal als Charakterschwäche zu ihrer Unattraktivität hinzuzählen, was die Attraktivität noch mal herabsetzt. Daraus resultiert dann auch ein sozial ungeschicktes Verhalten. Wie viele Männer sagen sich: “Ok, ich sehe sch..ße aus, dafür bin ich aber lebenslustig, aufmerksam, großzügig, zuverlässig, liebevoll …” und gewinnen damit sehr attraktive Frauen. M. M. n. wird man nicht herabgesetzt, man setzt sich selbst herab.

    Ähnlich verhält es sich mit vielen benachteiligten Vätern. Sicher gibt es Mütter, die Rachegefühle hegen und es den Vätern schwer machen, aber auch hier sagt mir meine Erfahrung, dass es an den Männern selbst liegt, wenn sie um das Umgangsrecht streiten müssen. Wer bspw. über viele Jahre hinweg seine Frau als Selbstverständlichkeit betrachtet und sich so gut wie gar nicht um die Kinder kümmert, muss sich am Ende nicht wundern, wenn Mütter nicht wünschen, dass so ein Mann weiterhin Einfluss auf ihre Kinder hat. Hier gilt es, die Fälle individuell zu betrachten, man kann dabei nicht pauschal von Diskriminierung auf Grund des Geschlechts sprechen. Ich denke, diese Zeiten sind vorbei.

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  • Da Ihr Artikel einigermaßen sachlich und relativ frei von pauschalisierenden Abwertungen gegenüber Andersdenkenden formuliert ist (im Gegensatz zu einigen anderen Artikeln von Ihnen), kann ich mir vorstellen, was dazu zu sagen/schreiben.

    Vieles, was Sie ansprechen, finde ich bedenkenswert. Aber Ihre Argumente sind z.T. einseitig und stützen sich auf sehr ausgesuchtes Material, z.B. die Behauptung, Jungen/Männer – bis zu 80 % !!! – würden aufgrund ihres Aussehens und Sozialstatus bei der Partnerwahl diskriminiert.
    In Datingportalen mag das so ablaufen, aber es gibt im realen Leben noch mehr, als nur die Datingportale. Wie viele (junge/alte) Männer finden denn nun wirklich keine Partnerin, und wie viele Frauen keinen Partner? Ich kenne keine konkreten Zahlen, aber ich beobachte z.B., dass ich jede Menge mittel-alte und ältere Frauen kenne, die allein leben, aber fast keinen Mann, der ohne Partnerin ist (oder wenn, dann nur sehr kurz). Und sehr viele Männer haben deutlich jüngere Frauen, und schauen gleichaltrige Frauen mit dem A… nicht an. Diese jüngeren Frauen fehlen dann natürlich den gleichaltrig jüngeren Männern – also sprechen wir hier eigentlich von den Auswirkungen eines Problems von Altersdiskriminierung, und zwar gegenüber älteren Frauen ?
    Was INCELs über sich selbst sagen, ist auch nur eine Seite dieses Themas, aber ist denn z.B. schonmal die allgemeine psychische Gesundheit und Beziehungsfähigkeit von unfreiwillig frauenlosen Männern untersucht worden? Ich lese da eher heraus: die haben eigentlich viel umfassendere Probleme, aber sie machen es am Thema “Frauen lehnen mich ab” fest, dann liegt die Ursache für ihr Leiden jedenfalls außerhalb von ihnen selbst.
    Sie kritisieren die Oberflächlichkeit der Berichterstattung über die INCELs, aber Ihre Erklärungen für Kränkungsgefühl und Frauen-Hass der INCELs sind nicht weniger oberflächlich. Etwa so, wie wenn man über Leute mit Spinnenphobie sagen würde: die sind so oft von Spinnen angegriffen und verletzt worden, ist doch verständlich, dass sie Angst vor Spinnen haben.

    So geht es mir mit vielen Ihrer Argumente in diesem Text. Also, ich verstehe Ihr Anliegen, aber empfinde die Darstellung im Endeffekt dann so einseitig und pauschalisierend, dass ich nicht wirklich was damit anfangen kann.

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