War Mutter damals woke?

Wir schreiben das Jahr 2031. Das im Frühjahr erschienene Buch „Waren meine Eltern woke?“ untersucht ausführlich, wie Familien heute damit umgehen, dass ein oder beide Elternteile zur Zeit der „Transformation“ zum Lager der Woken gehörten. Die Autoren führten dazu eine Reihe von Interviews und zogen detaillierte soziologische Analysen zum Phänomen der Wokeness heran, um ein anschauliches Bild dieser dunklen Zeit zu zeichnen. Ebenso gingen sie der Frage nach, welche psychischen Verformungen heute noch feststellbar sind.

Wie geht ein junger Mensch damit um, wenn er entdeckt, dass seine Mutter oder sein Vater einstmals woke war? Ist es möglich, im Familienkreis offen darüber zu sprechen? Wie sehr belastet die Scham darüber die Betroffenen? Wie gehen die Kinder damit um, wenn es in ihrer Klasse oder ihrem Freundeskreis bekannt wird? Und – last but not least – kann oder soll ehrlich bereuenden Wokeys verziehen werden?

Um es vorwegzunehmen: Die Analyse ist schonungslos, jedoch nicht ohne Mitgefühl. Nach der Lektüre kann man nachvollziehen, wie Menschen aus der Mitte der Gesellschaft von der totalitären Ideologie des Wokeismus angezogen wurden. Was ihnen laut der Autoren jedoch persönlich zum Vorwurf gemacht werden muss, das ist die gedankenlose Verwendung von Parolen und Kampfbegriffe, die sie offensichtlich nie selbst reflektiert hatten. Wie konnten vordergründig gebildete Menschen blind dieser menschenverachtenden Ideologie folgen? Es zeigt sich zweifellos eine Parallele zu anderen totalitären Systemen.

Interessant ist die Frage, ob die ehemaligen Woken heute ein normales Leben führen können oder ob das Totalitäre dieser Zeit bis heute ihr Denken und Fühlen beeinflusst. Die Entwokeifizierung, die nun seit einigen Jahren konsequent durchgeführt wird, hat dazu beigetragen, dass über dieses dunkle Kapitel der Geschichte offen gesprochen werden kann. 

Doch, wie das Buch aufzeigt, ist dies nicht in allen Familien möglich. Dies hat vor allem zwei Gründe: erstens die Weigerung der Ex-Woken, Verantwortung für ihre Taten zu übernehmen. Und zweitens die Unfähigkeit der Kinder, den Schrecken, den ihre Mutter oder ihr Vater angerichtet haben, zu akzeptieren. Hier können nur behutsame therapeutische Maßnahmen helfen, die den Betroffenen klarmachen, dass es zu dieser Zeit viele Menschen gab, die an Normopathie litten, vergleichbar den eigenen Eltern. Auch wenn diese Erkenntnis nicht als Entschuldigung gelten kann, so hilft sie doch, die Untaten in einem milderen Licht zu betrachten.

Ein weiteres Kapitel widmet sich den Brandenburger Prozessen. Sie stellten einen wichtigen Teil der Aufarbeitung dieser Zeit dar. Nach dem Verbot der Partei „Die Grünen“ wurden deren Anführer unmittelbar festgesetzt. Ihnen wurde Demokratievernichtung, Wirtschaftszerstörung sowie Kriegstreiberei vorgeworfen. Die Verhandlungstage brachten die vollkommen deformierte Gedankenwelt der Angeklagten ans Licht. Ihre totalitäre Gesinnung erinnerte stark an andere totalitäre Ideologien, deren unzweifelhaftes Kennzeichen die vollkommene Ablehnung anderer Ideen und Konzepte ist. Ihre eigene moralische Erhöhung ging so weit, dass sie selbst in der Phase des totalen wirtschaftlichen Niedergangs anderen Staaten absurde Ratschläge für noch mehr Wokeismus gaben. Eine Schuldeinsicht ließ sich bei keinem feststellen. Sie wurden – wie allseits bekannt – in psychiatrische Kliniken eingewiesen, da ihnen auf Grund ihres psychischen Zustandes Schuldunfähigkeit attestiert worden war.

Das damals herrschende Narrativ, der sogenannte „woke Zeitgeist“, kostete Millionen von Menschen die Existenzgrundlage und vernichtete den Großteil der Wirtschaft. Zehntausende Bürger, die ihre Lebensgrundlage verloren hatten und auf die Straße gingen, landeten in Gefängnissen, da sie angeblich „die Demokratie abschaffen“ wollten. Rückblickend erscheint es unerträglich, dass diejenigen, die Demokratie und Rechtsstaat zerstörten, in der Lage waren, Unschuldige dessen zu bezichtigen, was sie selbst verbrochen hatten. Im Zuge der Entwokeifizierung konnten einige der gefährlichen Mechanismen aufgedeckt werden, die zu so großem Leid geführt hatten. Wie immer ist die Zeit der beste Richter und heute kann man nur warnen und allen Menschen, vor allem den Heranwachsenden, zwei wichtige Erkenntnisse an die Hand geben:

Erstens: Wer mit der Moral argumentiert, hat zumeist Böses im Sinn.

Zweitens: Wer andere verurteilt ist selbst verurteilenswert.

Die Generalamnestie, die allen Mitläufern gewährt wurde, setzte laut der soziologischen Analysen das richtige Zeichen: Die neue Zeit hat die brutale Ausgrenzung und Diskriminierung Andersdenkender beendet und reicht allen die Hand, die bereit und in der Lage sind, ihren eigenen Verstand zu benutzen und auf ihr Herz zu hören. Nach Abschaffung des Parteienstaates und der Einführung direkter Demokratie gehört das extreme Lagerdenken inzwischen der Vergangenheit an. Die letzten Umfragen zeigen, dass die Menschen wieder Vertrauen in die Zukunft haben. 

Abschließend lässt sich sagen, dass es noch einige Jahre dauern wird, bis die Gesellschaft aus der psychischen und wirtschaftlichen Trümmerlandschaft wieder aufgebaut sein wird. So bitter es klingt: Die heutige Situation hat auch etwas Gutes, denn es wächst eine Generation heran, die sich im Aufbau beweisen kann, die die weinerliche Opfermentalität aus dem Wokeismus vollkommen abgelegt hat und die auf etwas baut, was seit Jahrzehnten verschollen war: eine positive Zukunftsvision!

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