Wie uns die neue Elite umerzieht

Aus den vielen tollen Initiativen der Ampel-Regierung ragt das Gesetz zur „Demokratieförderung“ heraus. Es handelt sich dabei um eine Art Reeducation 2.0. Es ist bei Lichte betrachtet aber auch ein anderer Name für den alten „Kampf gegen rechts“. Denn was ist rechts? Offenbar alles, was der politischen Agenda der rot-grünen Elite widerspricht. Zur Förderung der Demokratie gehören deshalb neue Meldestellen, die Handlungen und Meinungen der Unbelehrbaren „auch unterhalb der Strafbarkeitsschwelle“ registrieren. So soll sich Deutschland in ein Land der „Hinweisgeber“ – zu Deutsch: Denunzianten – verwandeln. Regierungskritik ist Hassrede; die Meinung der anderen ist Hetze.

Die Demokratie von Regierungsseite zu fördern, ist genauso paradox wie Rousseaus Projekt, die Bürger zur Freiheit zu zwingen. Das ist nicht ganz leicht zu durchschauen, und man muss zugeben, dass sich die Vormundschaftsmentalität der politischen Klasse und ihrer Sympathisanten damit durchaus geschickt tarnt. „Engagementstrategie“ und „Vielfaltgestaltung“ sind die paradoxen Begriffe einer paternalistischen Politik, die die Bürger zum Engagement zu erziehen, ja in ihrer Freiwilligkeit zu unterstützen vorgibt. Und in den Talkshows feiern die Guten ihre Eliteherrschaft.

Doch wer gehört konkret zur neuen Elite? Der frühere amerikanische Arbeitsminister Robert Reich hat die Arbeit der modernen Welt in drei Bereiche aufgeteilt. Da ist zum einen der Beschäftigte in der klassischen industriellen Produktion. Da ist zum anderen der persönliche Dienstleister, sei es der Pizzalieferant, sei es der „personal trainer“. Und da ist, drittens, das Mitglied der neuen Elite, für die Reich den etwas sperrigen Titel „Symbolanalytiker“ geprägt hat. Zu ihnen gehören die Politiker und Journalisten, die Manager und Broker, die Entertainer und Designer, die Programmierer und die Therapeuten, die „Experten“ und die durch nichts legitimierten indirekten Gewalten – die NGOs.

Das ist, nach der sogenannten Pareto-Verteilung von 20:80, etwa ein Fünftel der Bevölkerung – nicht zufällig nahe an der Zahl der Grünen-Wähler. Wehe, wenn du nicht dazugehörst.

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2 Kommentare. Leave new

  • Stefan Wietzke
    8. Februar 2023 9:36

    “Symbolanalytiker” ist ein schönes Wort für Bullshit Jobber, also unproduktiv Überflüssige. Aber das waren “Eliten” schon immer. Das ist halt der Fluch menschlicher Überschussfähigkeit. Er ermöglicht es einem Teil der Bevölkerung ihre Zeit nicht mit produktiven Tätigkeiten zu verschwenden, sondern sich damit zu beschäftigen wie sie den produktiven Teil möglichst effizient auspressen kann. Das man dann noch seine narzisstischen Machtphantasien an den Produktiven austobt dient auch dazu die aus der Dunkelheit immer wieder nach vorne drängende Erkenntnis der eigenen Überflüssigkeit zu kompensieren.
    Die Evolution regelt dieses Problem übrigens von ganz alleine. Wird dieser durchgeschleppte Teil zu groß oder zu einflussreich kollabiert das System. Dann kann es diese Typen ganz einfach nicht mehr “leisten” und sie sterben weitgehend aus. Allerdings beginnt das Spiel dann schlicht wieder von vorne.

    P.S.: Natürlich sind die NGO´s legitimiert. Und zwar von denen die die Macht innehaben. Und die liegt mit Sicherheit nicht bei den 80% Heloten. Die können damit ja auch gar nicht umgehen.

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  • Zorn Dieter
    8. Februar 2023 10:04

    Sie haben die Kaste der neuen Priester, der Wissenschaftler und Mediziner vergessen, ohne die eine Umerziehung des Volkes garnicht möglich wäre. Sie versprechen den säkularisierten Menschen nun quasi das ewige Leben, wenn man nur an sie glaubt und, im Fall der Mediziner, in ihr Abosystem zur permanenten Gewinnerzielung einsteigt. Oder im Fall der Klimarettung Verzicht übt. Früher hieß es „Die Seele in den Himmel springt, wenn der Groschen im Kasten klingt. Heute heißt es Vorsorgeuntersuchung für alles und jeden und Verzicht für jeden außerhalb der neuen Priesterkaste. Dabei wird die Wissenschaftstheorie, dass nämlich die Erkenntnis von heute der Irrtum von morgen ist, total ignoriert.

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