Fußball & Politik

Diesen Text gibt es auch als Episode im Wurlitzer, dem Podcast des Sandwirts: Hier.

Seit dem 27. Juni 1994 nennt man den ausgestreckten Mittelfinger auch „Effe“. Denn es war der Fußballer Stefan Effenberg, der den eigenen Fans diese unschöne Geste im WM-Spiel gegen Südkorea widmete. Es sollte das letzte Spiel des Hamburgers im Trikot der deutschen Nationalmannschaft gewesen sein. Der damalige Trainer Berti Vogts hielt Wort. Zwei Jahre später wurde sein Team in England Europameister – ohne den Mittelfeldstrategen.

Betrachtet man den Aufreger, der ziemlich genau vor 30 Jahren stattfand, und vergleicht ihn mit den Aufregern von heute, so wirkt der „Effe“ wie aus der Zeit gefallen. Heute sind die Symbole politisch aufgeladen. Sie sollen eine „Haltung“ transportieren, die natürlich bei „Einigkeit und Recht und Freiheit“ nicht haltmacht, sondern die viel beschworene „Vielfalt“ ausdrücken soll. Na dann, was kann da noch schiefgehen?

Wer die größten Gegner des Regenbogens sein sollten

Die Tatsache, dass die Zeiten einerseits politischer, gleichzeitig aber auch oberflächlicher werden, lässt sich besonders gut beim Profifußball beobachten. Seit Jahr und Tag setzt die FIFA auf „Respect“, ohne selbst vor der eigenen Haustüre zu kehren, was ihr Verhältnis zur legalen und illegalen Korruption angeht. Das DFB-Team setzt noch einen obendrauf und verschrieb sich eines schönen Tages nicht etwa den Farben „Schwarz-Rot-Gold“, wo kämen wir da hin, nein, die neue Farbenlehre ist bunt. Genauer gesagt: in Regenbogenfarben.

Der Regenbogen soll die unendliche Vielfalt, die Deutschland der Welt aufdrückt, präsentieren. Was allein schon eine recht unangebrachte Herangehensweise darstellt, denn zwar spielen im Team Menschen mit unterschiedlicher Hautfarbe, was so normal wie belanglos ist, aber Transmänner sind ebenso wenig willkommen wie Frauen. Was im Übrigen das Gleiche ist, wie auch Franzosen, Iraner oder Schweizer. In der Nationalmannschaft spielen deutsche Männer. Entsetzlich rückständig, ich weiß.

Eigentlich stellt der „Regenbogen“ nicht nur eine leicht debile Vielfalt, die zur Beliebigkeit degeneriert, dar, sondern eine politische Ideologie. Diese hört auf den Namen „Queerfeminismus“ und negiert biologische Tatsachen, wie den Fakt, dass es beim Menschen exakt zwei Geschlechter gibt. Eigentlich müssten die größten Gegner des Regenbogens neben Frauen auch Homosexuelle sein. Denn durch die sogenannte „Geschlechtsangleichung“ – auch so ein Oxymoron – wird eine Konversionstherapie durch die Hintertür eingeführt.

Können Türken Rassisten sein?

So ist ein femininer Mann nicht einfach nur ein schwuler, femininer Mann, sondern plötzlich im falschen Körper gefangen. Dieses vermeintliche Leid muss dann chirurgisch und chemisch behoben werden. Gleiches kann mit einer burschikosen Lesbe geschehen. Neben psychischen Begleiterkrankungen teilen viele Opfer der Transition genau einen Fakt: Sie waren einfach nur homosexuell, aber linksgrüne Beratungsgruppen, geneigte Psychiater und nicht zuletzt die Politik redeten ihnen ein, sie wären trans. Diese Verstümmelung von Abertausenden Jugendlichen, die natürlich in den Selbstzweifeln der Pubertät gefangen sind, ist der totgeschwiegene Skandal der Regenbogen-Sekte.

Für das alles steht wohl auch die Nationalmannschaft. Dabei gehen Politiker wie Faeser eine besonders zerstörerische Taktik vor. Einerseits verstört sie arabische Länder wie Katar, wenn sie gut sichtbar und einer Blindenbinde gleich die Regenbogenbinde trägt. Andererseits braucht sie sich nicht zu wundern, dass im Gegenzug bei der WM in Deutschland der sogenannte Wolfsgruß gezeigt wird, den sogenannte deutsche Spieler wie Mesut Özil auch noch feiern.

Die Antwort ist einfach: „Türken können keine Rassisten sein.” – Das ist natürlich Unsinn, wenn man sich anschaut, wie freundlich viele türkische Papas reagieren, wenn ihre Tochter einen Deutschen als Freund mit nach Hause bringt. Ebenso verschweigt die politische Linke geflissentlich, dass eben die Grauen Wölfe eine türkische nationalistische Bewegung sind, die die größte rechtsextreme Gruppierung in Deutschland darstellen.

Befreien wir uns von den Gesinnungswächtern!

Und dann ist da noch Antonio Rüdiger. Der muslimische Verteidiger zeigte mehrmals den Tauhid-Finger, den man völlig zurecht auch als IS-Hitlergruß bezeichnet. Empörung? Höchstens für die, die sich empören. Ein deutscher Fußballer, der für viele Jugendliche ein Vorbild ist und – das muss man fairerweise dazusagen – zu den besten Innenverteidigern seiner Zunft gehört, eignet sich eine Geste an, die islamische Terroristen zeigen, wenn sie die Hinrichtung einer Geisel filmen. Selbst wenn Rüdiger sich nicht mit dem IS gemein machen wollte, was er betont, bleibt der Finger egal. Denn auch die Römer hatten ihren Gruß, doch keiner würde bei einer Demo des Dritten Weges auf die Zeit rund um Caesar spekulieren. Natürlich nicht.

Ob Römergruß, IS-Finger, der Doppeladler des Schweizers Xhaka, der die Nähe zu Albanien präsentieren soll, oder der Regenbogen: Der Profifußball wird längst als Bühne für politische Botschaften genutzt, was dem Fußball selbst schadet. Denn Leistungssportler sind nicht dafür bekannt, die politische Theorie neu zu prägen und mit ihren gesellschaftlichen Analysen zu glänzen. Oder anders gesagt: Die Meinung von Thomas Müller zum Klimawandel ist unmaßgeblich. Müller soll Fußball spielen, am besten gut. Der Rest ist sein privates Vergnügen, das auch bitte in seinem Privatleben bleiben sollte.

So gesehen wünscht man sich die Zeiten von Effenbergs Mittelfinger zurück. Dieser war zwar nicht nett und ganz und gar nicht politisch korrekt, dafür war die Geste überhaupt nicht politisch. Ein Fußball ist ein Fußball. Ein Stadion ein Stadion. Und ein Handspiel ein Handspiel. – Außer der Schiedsrichter entscheidet sich völlig überraschend dagegen. Aber vor allem: Fußball ist die schönste Nebensache der Welt und sollte endlich vom Ballast der politischen Korrektheit, vom Moloch der linksgrünen Hirnwäsche und von den Gesinnungswächtern befreit werden. Vielleicht gewinnen wir dann auch mal wieder ein Turnier.

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