Der bunte Stumpfsinn
Vielfalt ist das Zauberwort der autoritären Politiker. Und dem scheint ja auch unsere postmoderne Wirklichkeit zu entsprechen. Wir haben uns schon längst an Tattoos, blaue Haare, Piercings und Männer in Frauenkleidern gewöhnt. Doch das ist natürlich nur eine kosmetische Buntheit unserer Gesellschaft. Unter dieser Oberfläche herrscht der Stumpfsinn.
Wir leben in einer geistig-kulturellen Wüste, in der sich nur politisch korrekte „Kulturschaffende“ so richtig wohl fühlen. Das Meinungsklima bestimmt der Journalist als Aktivist und Oberlehrer, der Information und Investigation durch „Haltung“ ersetzt. Die daraus resultierende Geisteshaltung ist die des Manichäismus. Statt zwischen wahr und falsch unterscheidet man nur noch zwischen gut und böse. Das ist der ideale Nährboden für Fanatismus.

Doch allmählich wächst in dieser Parallelwelt der politisch-medialen Elite eine leicht zum Um-sich-schlagen neigende Gereiztheit. Und die rührt daher, dass man instinktiv spürt, in einer Sackgasse sein, aber nicht den Mut hat, das einzusehen und umzukehren. Der Stumpfsinn unserer Kultur resultiert daraus, dass Politische Korrektheit, Cancel Culture und Zensur nicht nur die Meinungsfreiheit, sondern auch die Handlungsfähigkeit und Innovationskraft unserer Gesellschaft zerstören.
Die von oben verordnete Vielfalt und Buntheit, zu der auch Quotenregelungen und die fortschreitende Islamisierung sehr wesentlich beitragen, ist nämlich genau das Gegenteil dessen, was Richard Florida mit der „kreativen Klasse“ meinte. Florida sah sie in den Metropolen der Welt wie New York und Berlin, weil dort doch Toleranz und Meinungsfreiheit herrschten. Das war, wie man heute sieht, ein sympathischer Trugschluss.
Aber der Grundgedanke von Florida bleibt doch richtig. Meinungsfreiheit, Kritik, Debatte und der Mut zum Neuen sind die Bedingungen von Kreativität und Innovation, also für die Welt des Fortschritts und der unbegrenzten Möglichkeiten. Wo das nicht gegeben ist, waltet der bunte Stumpfsinn.



